Die Episode “Neobanken” neigt sich dem Ende zu

Von Ralf Keuper

Nicht erst das Platzen der Fintech-Blase, wie es aktuell vonstattengeht, ist ein Beleg dafür, dass die goldenen Zeiten der Neobanken vorüber sind. Erste Anzeichen waren bereits um das Jahr 2020, während der Hochphase der Corona-Pandemie, kaum noch zu übersehen. Die Corona-Krise war indes nur ein weiterer Auslöser/Indikator, nicht jedoch der Grund für die chronisch unprofitablen Geschäftsmodelle der meisten Neobanken[1]Vgl. dazu: Die Probleme der Neobanken sind tiefgreifender Natur[2]Vgl. dazu: Die Selbstentzauberung der Neobanken (Banking ohne Neobanken)[3]Vgl. dazu: Die Fintech-Blase platzt #1 “Coolness ist keine Bank”[4]Vgl. dazu: Fintech-Unicorns – in nahezu jeder Hinsicht überbewertet. So stellt auch Ron Shevlin fest, dass die Ära, eher sollten wir von einer Episode sprechen, der Neobanken zu Ende geht[5]The End Of The Neobank Era.

Zwar sei 2021 ein gutes Jahr für Neobanken gewesen. So seien die 10 führenden Neobanken in den USA laut Cornerstone Advisors im Jahr 2021 um etwas mehr als 10 Millionen Konten, von 23,3 Millionen auf 33,5 Millionen gewachsen. Dennoch seien die jüngsten Nachrichten über Neobanken nicht gerade ermutigend. MoneyLion sehe sich laut Financial Times mit der Skepsis der Investoren konfrontiert, da das Unternehmen Barmittel verbrennt. Die Varo Bank könnte bis zum Ende des Jahres kein Geld mehr haben. Laut Fintech Business Daily “übersteigen die Kosten mit 32 Millionen Dollar an Gehältern und 38 Millionen Dollar an Marketingausgaben im ersten Quartal weiterhin bei weitem die zinsunabhängigen Erträge.” Im Mai bestätigte Chime Berichte, dass es seinen geplanten Börsengang angesichts des Rückgangs der Bewertungen von Fintech-Aktien verschiebt, so Shevlin.

Die Überlebenden werden laut Shevlin die Meginfintechs wie PayPal und Square sein. So ergab die bereits erwähnte Cornerstone-Studie, dass nur etwa die Hälft…

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