Banken in Leipzig. Vom Barock bis zur Moderne

Viele der repräsentativsten Gebäude in Leipzigs Innenstadt sind von Banken errichtet worden. Aus allen Phasen des modernen Bankwesens haben sich architektonische Beispiele erhalten. Hier finden sich Beispiele für Bank- und Handelshäuser des Barock, für Privatbanken des frühen sowie Staats- und Universalbanken des späten 19. Jahrhunderts, ebenso für die Reformarchitektur, die klassische Moderne und zeitgenössische Bankenarchitektur. An ihrem Beispiel wird eine Typologie der Bankenarchitektur und der Ikonografie des Bankwesens entworfen und Leipzigs Bedeutung als europäische Messe- und Handelsstadt sowie Bankenzentrum für den mitteldeutschen Wirtschaftsraum erläutert.

Quelle / Link: Zimmerl, Ulrike/Graul, Andreas: Banken in Leipzig

Weitere Informationen:

REZENSION: SACHBUCH: Bankplatz Leipzig

Börse Leipzig

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Towards Self-Sovereign Identity using Blockchain Technology

Von Ralf Keuper

Unter den vielen Studien, die sich mit den Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie für die Verwaltung digitaler Identitäten beschäftigen, ragt Towards Self-Sovereign Identity using Blockchain Technology für mich deutlich hervor. Darin stellen die Autoren auch eine eigene Lösung bzw. das entsprechende Design sowie ein Fallbeispiel/Proof of Concept (KYC) der Rabobank vor.

Um auf Basis der Blockchain sich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln lassen, reichen private (permissioned) Blockchains nach Ansicht der Autoren nicht aus:

Blockchain technology should allow any number of entities to do transactions with each other, without the need to entirely trust each other. Permissioned blockchains create dependencies on trusted third parties in the infrastructure itself. This creates an unfair advantage and heightens entry barriers for new entrants.

Although permissioned blockchains can be linked as sidechains to public and permissioned blockchains to handle more sensitive data, the connecting chain should be public. This allows any entity to connect to the system without having to pay licensing fees.

It will be assumed that the ideal DIMS will be built on a public blockchain, where identities are established at the edge of the network and not in the network itself.

Das Vertrauensproblem werde mit der Blockchain nicht wirklich, d.h. final gelöst:

It is important to understand that this network of decentralized trust works best for solving the double spending problem, since it is proven that certain currency has been ”made”. For claims this is different. The network does not know why a claim has been made by a certain entity. The only thing that is non-reputable is that a certain claim is made by a certain entity on a certain moment in time.

Insofern bleiben Institutionen wichtig, welche im Hintergrund für die eindeutige Verifizierung sorgen.

Crosspost von Identity Economy

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Lehman. Gier frisst Herz (Reportage & Dokumentation ARD)

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Blockchain beyond the hype: What is the strategic business value?

Von Ralf Keuper

Welche strategische Bedeutung könnte die Blockchain-Technologie demnächst für die Unternehmen erreichen? Dieser Frage geht McKinsey in Blockchain beyond the hype: What is the strategic business value? nach. Dabei kommen die Autoren m.E. zu einem ausgewogenen Urteil. Drei strategische Stossrichtungen der Blockchain-Technologie werden identifiziert:

  • Blockchain does not have to be a disintermediator to generate value, a fact that encourages permissioned commercial applications.
  • Blockchain’s short-term value will be predominantly in reducing cost before creating transformative business models.
  • Blockchain is still three to five years away from feasibility at scale, primarily because of the difficulty of resolving the “coopetition” paradox to establish common standards.

Vor allem letzterer Punkt steht dem Erfolg der Blockchain-Technologie in der Praxis im Weg: Gemeint ist das “Coopetition” Paradox:

Natural competitors need to cooperate, and it is resolving this coopetition paradox that is proving the hardest element to solve in the path to adoption at scale. The issue is not identifying the network—or even getting initial buy-in—but agreeing on the governance decisions around how the system, data, and investment will be led and managed. Overcoming this issue often requires a sponsor, such as a regulator or industry body, to take the lead.

Großes Potenzial habe die Verwaltung digitaler Identitäten:

One of the most promising and transformative use cases is the creation of a distributed, secure digital identity—for both consumer identity and the commercial know-your-customer process—and the services associated with it. However, the new business models this would create are a longer-term possibility due to current feasibility constraints.

Gute Erfolgschancen hat die Blockchain überall dort, wo es darum geht, ein relativ geringes Vertrauensniveau herzustellen, ohne dabei auf einen klassischen Intermediär angewiesen zu sein. Wichtig ist weiterhin, dass Daten in der Blockchain nicht automatisch valide bzw. verifiziert sind. Entscheidend ist und bleibt die Quelle. Insofern wird die Blockchain auf externe Zulieferer angewiesene sein, die vertrauenswürdige Informationen bereitstellen bzw. auf Vermittler, die dafür sorgen, dass die Daten auf Integrität geprüft werden, bevor sie in die Blockchain geschrieben werden.

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Prof. Dr. Peter Bofinger: Kryptowährungen – Das Geld der Zukunft?

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Restwertrisiken für Dieselfahrzeuge bringen Autohändler und Leasingsgesellschaften in Bedrängnis

Von Ralf Keuper

Der “Dieselskandal” sorgt für deutliche Wertverluste der Fahrzeuge. Das ist sowohl für die Autobesitzer wie auch für die Leasinggesellschaften und Autohändler unerfreulich. Zu den Opfern zählt auch der drittgrößte VW-Händler in Hamburg, das Autohaus Tiedtke, wie in Leasing-Diesel stürzen Autohändler in die Krise zu erfahren ist. Probleme bereiten die Autohändlern die sog. Rückläufer, also die Autos, die nach Ablauf des Leasing zurück auf den Hof gehen. Sofern sich der Restwert wie vorausberechnet entwickelt, ist das Restwertrisiko überschaubar (Vgl. dazu: Diesel-Skandal lässt Restwertrisiko steigen). Häufig liegt der Verkaufswert über dem Restwert. Der Dieselskandal wirft die Kalkulation jedoch über den Haufen. Dadurch liegt der Markt- bzw. Verkaufswert deutlich unter dem Restwert. Von dieser Entwicklung unberührt ist das Kilometer-Leasing (Vgl. dazu: Der Restwert: Warum die Sorge vor Diesel-Wertverlust bei Kilometerleasing unbegründet ist). Hier ist der Maßstab die Kilometerleistung und nicht der erwartete Restwert nach Ablauf der Leasingdauer.

Betont gelassen angesichts der Wertverluste für Diesel-Fahrzeuge geben sich die Autobanken (Vgl. dazu: Autobanken zeigen sich unbeeindruckt vom Dieselskandal). Entsprechende Rückstellungen bzw. Abschreibungen wurden bereits vorgenommen. Nicht ganz so entspannt beurteilt Ferdinand Dudenhöfer die Situation für die Autobanken und Leasinggesellschaften.

Überhaupt gilt der Markt Autofinanzierung seit längerem als überhitzt (Vgl. dazu: Autofinanzierungen: Eine tickende Zeitbombe?). Einige Kommentatoren erkennen hier ähnliche Tendenzen wie vor Ausbruch der letzten Finanzkrise (Vgl. dazu: Konsumentenkredite in den USA: Sei wachsam, aber fürchte dich nicht!Auto loan delinquency rates are worse now than during the financial crisis). BMW musste 2008 im US-Geschäft erhebliche Abschreibungen bei den Restwerten vornehmen (Vgl. dazu: Autobanken als Mittel zu Absatzsteigerung – Risiken und Nebenwirkungen).

 

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Der ethische Banker | Giacobbo / Müller | SRF Comedy

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Wer hat die in immer kürzeren Abständen auftretenden kleinen Crashs auf dem Gewissen?

Wer hat den großen Börsencrash im Oktober 1987 sowie die in immer kürzeren Abständen auftretenden kleinen Crashs auf dem Gewissen? Dies hat alles nichts mit Macht zu tun, sondern mit Missbrauch und erbarmungslosem Konkurrenzkampf. In der Wahl der Mittel gelten in einzelnen Staaten sehr unterschiedliche Kriterien, gleichwohl färben sie aufeinander ab, auch wenn sie unseriös sind. Die Bankiers haben im Dienste ihrer Kunden immer ihre Mittel und Wege gefunden. Wer die oft fatale Fortschrittlichkeit nicht mitmacht, verliert Kunden an die Konkurrenten. Die Beobachter mutmaßen oft zu Recht, dass da auf den Finanzmärkten wieder ein gerissenes Ding abläuft.

Wer dies alles Revue passieren lässt, fasst selbst als Gutmeinender den Entschluss: Den Geldverleihern muss auf die Finger geschaut werden. Und den vielen, denen Geld nicht bar und spekulativ genug sein kann, gilt nicht unser Mitgefühl, wenn sie bei Finanzabenteuern ihren Skalp verlieren.

Quelle: Alfred Herrhausen. Macht, Politik und Moral, Autor: Dieter Balkhausen

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Die Bedeutung der Informationsrevolution für das Banking

Von Ralf Keuper

Eine Branche, deren Kerngeschäft in der Informationsverarbeitung besteht, ist von technologischen Veränderungen auf diesem Gebiet in besonderer Weise betroffen. Der Management-Autor Peter F. Drucker sah in dem Aufkommen der Druckerpresse und Printmedien die erste wirkliche Informationsrevolution der Geschichte.

Unmittelbar nach der Erfindung des Buchdrucks etablierte sich eine neue Klasse von Informationstechnologien. Auch die jüngste Informationsrevolution hat zahlreiche Informationsunternehmen, Spezialisten für MIS und IT, Softwareentwickler und Chief Information Officers auf den Plan gerufen. Die Informationstechnologien des Buchdrucks waren die frühen Drucker. Während man 1455 diesen Berufsstand noch nicht einmal kannte – und sich ihn auch nicht vorstellen konnte -, waren jene nur 25 Jahre später Stars. Diese Virtuosen der Druckerpresse waren in ganz Europa bekannt und geschätzt, ebenso wie heute die führenden Computer- und Softwarefirmen weltweit geschätzt und bewundert werden (in: Management im 21. Jahrhundert).

Jedoch: Der Glanz war nicht von Dauer.

Um das Jahr 1580 waren aus den vorrangig technologieorientierten Druckern gewöhnliche Handwerker geworden. Als Gewerbetreibende genossen sie zwar noch immer Respekt, doch sie gehörten zweifellos nicht mehr zur Oberschicht. Ihre Unternehmen waren nicht mehr länger rentabler als andere, und sie zogen auch keine Investoren mehr an. Ihr Platz wurde rasch von denen eingenommen, die wir heute Verleger nennen. An ihre Stelle traten Menschen und Firmen, deren Schwerpunkt nicht mehr auf dem “T” in “IT” lag, sondern auf dem “I” (ebd.).

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Fintech-Startups mit dem Anspruch aufgemacht, das Banking grundlegend zu verändern; ihre charismatischen Gründer können durchaus mit den ersten Druckern verglichen werden. Sie verwenden die neuen Technologien dazu, das Banking orts- und zeitunabhängiger zu machen und vom Nutzer her aufzuziehen. Die neuen Stars sind die Softwareentwickler. Banken sollen sich in Technologie-, in Softwareunternehmen verwandeln. Der Schwerpunkt liegt erneut auf dem “T” in der “IT”, obschon die Bedeutung der Daten für die Verbesserung der Services und Produkte fortlaufend betont wird. Kennzeichnend für echte Informationsrevolutionen ist jedoch, so Peter Drucker, die Akzentverschiebung vom “T” auf das “I” in der “IT”:

Diese Akzentverschiebung fand genau zu jenem Zeitpunkt statt, als die neue Technologie begann, sich auf die Bedeutung der Informationen auszuwirken. Gleichzeitig gewann sie an Einfluss auf die Bedeutung und Schlüsselinstitutionen des 15. Jahrhunderts: die Kirche und die Universitäten. Der Wandel setzte also in der gleichen Situation ein, vor der wir heute innerhalb der aktuellen Informationsrevolution stehen. Ist dies der Punkt, an dem sich Informationstechnologie und Informationstechnologien heute befinden? (ebd.)

Die beschriebene Akzentverschiebung findet in Form des Übergangs des Informationsmonopols der Banken auf die großen digitalen Plattformen sowie ganz allgemein durch den Medienwandel bzw. die Medienkonvergenz statt. Das wiederum bleibt nicht ohne Einfluss auf Schlüsselinstitutionen wie Banken. Dabei hat die Softwareentwicklung eine wichtige Funktion. Entscheidend aber ist die Fähigkeit, den Informationen Bedeutung (Semantik) zu verleihen und die Empfänger zum Handeln zu veranlassen (Pragmatisch). Banken und auch die meisten Fintech-Startups beherrschen lediglich die syntaktische Ausprägung der Information, d.h. die Struktur. Momentan sind Google, Amazon & Co. die neuen Verleger.

Mit Blick auf die Geschichte des Buchdrucks mahnte Peter Drucker die neuen Stars zu Bescheidenheit und Demut:

Die letzte Informationsrevolution, der Buchdruck, hält auch eine Lektion für Informationstechnologien von heute, die Beschäftigten in den Bereichen IT, MIS und die CIO’s bereit. Sie werden auch in Zukunft benötigt werden. Aber möglicherweise werden sie nicht mehr als “Superstars” wie in den vergangenen vierzig Jahren agieren, sondern als “Nebendarsteller” (ebd.).

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The Bali fintech Agenda

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