Crypto Assets Conference 2020: Die Konferenz zum Thema „Blockchain & Finance“

Die Blockchain-Technologie wurde durch die Erfindung von Bitcoin geboren und hat seither hunderte von digitalen Assets geschaffen und die Entwicklung von Geschäftsmodellen auf der Grundlage dezentraler Netzwerke vorangetrieben. Die Crypto Asset Conference (CAC) bietet Akteuren der Branche die Möglichkeit, sich durch Vorträge, Diskussionen, Pitches und Netzwerkmöglichkeiten über relevante Themen in diesem Bereich zu informieren und zu diskutieren.

Die dritte Iteration der CAC am 9. und 10. März 2020 wird vier Podiumsdiskussionen, acht Keynote Reden, über 50 Redner, mehr als 15 Startup-Pitches und mehr als 10 Firmenstände umfassen. Zu den renommierten Rednern werden Dirk Bullmann, der Leiter des Innovationsteams der EZB, Christoph Kreiterling, Mitglied des Blockchain Units der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) und Joachim Schwerin, der Chefökonom der Europäischen Kommission gehören.

Die Konferenz wird 300 Vordenker zusammenbringen, um sich über aktuelle Themen zu informieren, die von digitalem Euro und digitalem Bargeld über die Verwahrung digitaler Vermögenswerte bis hin zu regulatorischen Entwicklungen wie dem Liechtensteinischen Blockchain-Gesetz reichen. Fragen wie “wird Euro-on-Blockchain die Geschäftsmodelle im Finanzbereich stören?”, “werden ICOs und Tokens das traditionelle Risikokapital stören?”, oder “welche Branchen sind führend in Bezug auf Machine-2-Machine-Zahlungen, Supply-Chain-Finanzierung oder Prozessautomatisierung?” werden von Technologieexperten, Brancheninnovatoren und Blockchain-Unternehmern beantwortet werden.

Die 1,5-tägige Konferenz an der Frankfurt School of Finance & Management bietet Teilnehmern wie Führungskräften, Gründern, Investoren und politischen Vertretern die Möglichkeit, die Zukunft von Blockchain und deren Auswirkungen auf die Welt zu analysieren.

Mehr Infos gibt es hier: Visit: https://crypto-assets-conference.de

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Genossenschaftsbanken gegen Landwirte? Großinvestoren entdecken die Agrarbranche

Von Ralf Keuper

Die Übernahme der Agrargenossenschaft Sanne-Kerkuhn durch die VR Plus Altmark Wendland sorgt unter den Landwirten in Brandenburg für einigen Unmut (Vgl. dazu: Altmark-Wendland. VR-Bank kauft Agrargenossenschaft). Die Landwirte befürchten, dass die Betriebe mit ihren Flächen zum Zielobjekt von Finanzinvestoren werden. Aufsehen erregte die jüngste Studie der DZ-Bank, wonach die inhabergeführten Betriebe von industriellen Agrarbetrieben abgelöst werden (Vgl. dazu: DZ-Bank prognostiziert dramatisches Höfesterben bis 2040).

Die Investoren werden u.a. durch die Agrarsubventionen pro Hektar angelockt. Der Bauernbund Brandenburg fordert daher, dass die Subventionen daran gekoppelt werden, ob die Betriebe sich im Eigentum ortsansässiger Landwirte befinden. Damit plädieren die Landwirte für eine Art Regionalprinzip.

Die Diskussion um einen Ausverkauf der Landwirtschaft an außerlandwirtschaftliche Investoren bekam erst vor wenigen Monaten durch die Übernahme des Agrarbetriebs Kayna eG durch die ALDI-Stiftung Auftrieb (Vgl. dazu: ALDI-Stiftung steigt in Agrargenossenschaft ein). In Mecklenburg-Vorpommern ist die Entwicklung schon recht weit fortgeschritten. Hier ist es vor allem die Familie Rethmann (Rethmann-Konzern), die bereits mehrere tausend Hektar Agrarland erworben hat (Vgl. dazu: Die neuen Großgrundbesitzer).

Gefürchtet unter den Landwirten weltweit ist der US-amerikanische Agrarkonzen Cargill (Vgl. dazu: Kritischer Bericht über Agrarkonzern Cargill “Das schlimmste Unternehmen der Welt” & Europas Äcker im Ausverkauf & Cargill: Nachhaltigkeitsvorreiter oder schlimmstes Unternehmen der Welt?).

Gerade mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit befinden sich die Genossenschaftsbanken an sich in einer guten Ausgangsposition, beispielhaft dafür ist die GLS-Bank. Sofern aber der Eindruck entstehen sollte, dass die Genossenschaftsbanken als Treiber der Industrialisierung im Agrarsektor und als Finanzinvestoren agieren und damit die Existenz inhabergeführter Betriebe gefährden, wird das genossenschaftliche Prinzip in Frage gestellt. Selbst der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock drängt auf Nachhaltigkeit.

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Zwei Volksbanken mit bundesweit kostenlosen Gehaltskonten – Regionalprinzip in Auflösung

Von Ralf Keuper

Das ist schon irgendwie bemerkenswert: Die Raiffeisenbank Hochtaunus und die VR Bank Bad Salzungen Schmalkalden bieten bundesweit kostenlose Gehaltskonten an. Hierfür hat die Raiffeisenbank Hochtaunus die Marke MeineBank und die VR Bank Bad Salzungen Schmalkalden VR Perfekt aus der Taufe gehoben.

Scheint so, als befände sich das Regionalprinzip in Auflösung. Weiteres Indiz ist die Volksbank in der Ortenau, die als einzige Volksbank in Deutschland als Acquirer auftritt. Die Liste der Tochterunternehmen / Beteiligungen im Bereich Zahlungssysteme der Volksbank in der Ortenau ist schon recht beeindruckend. Seit 20 Jahren ist man dort im mittelständischen Händlerkundengeschäft national und international tätig.  Im Bereich Krypto geht die Volksbank Mittweida eigene Wege. Ob die Sparkassen mit Yomo, bzw. dem, was davon übrig geblieben ist sowie die anderen Volksbanken dem Trend trotzen können?

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Georg Solmssen – ein deutscher Bankier. Briefe aus einem halben Jahrhundert 1900-1956

Georg Solmssen entstammte einer berühmten deutsch-jüdischen Bankiersfamilie. Im Jahr 1900 trat er in die von seinem Vater mitgeprägte Disconto-Gesellschaft ein. In der Weimarer Republik bereitete er die Fusion mit der Deutschen Bank vor und gehörte seit 1929 dem Vorstand der neuen “Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft” an. 1933 wurde er deren Vorstandssprecher, musste sich aber schon im folgenden Jahr von diesem Amt zurückziehen. In der Schweiz fand er 1938 Zuflucht. Sein hier vorgelegter Briefwechsel erlaubt unmittelbare Einsichten in ein halbes Jahrhundert deutscher Finanz-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte und macht wichtige, bislang verstreute Quellen erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. 

Quelle / Link: Georg Solmssen – ein deutscher Bankier. Briefe aus einem halben Jahrhundert 1900-1956

Rezension:

Martin Münzel: Rezension zu: James, Harold; Müller, Martin L. (Hrsg.): Georg Solmssen – ein deutscher Bankier. Briefe aus einem halben Jahrhundert 1900–1956. München2012ISBN 978-3-406-62795-8, in: H-Soz-Kult, 27.09.2012, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-18004>.

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Bluecode: Konkurrenz für Apple Pay?

Hinweis: Bluecode ist Sponsor des Bankstil-Blogs

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Visa auf dem Weg zum “Netzwerk der Netzwerke”

Von Ralf Keuper

Das Kreditkartenunternehmen Visa will seinen Geschäftsradius in den nächsten Jahren deutlich ausbauen, wie in Visa Outlines $185 Trillion Growth Plan: Tap-to-Pay, B2B, IoT berichtet wird.

Visa strebt an, das Netzwerk der Netzwerke zu werden. Neben dem klassischen Geschäft will das Unternehmen in die Bereiche IoT- und B2B-Payments vorstossen. Visa schätzt das Marktpotenzial außerhalb des Kerngeschäfts auf 185 Billionen Dollar.

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ISO20022 – deutlich mehr als nur ein neuer Zahlungsverkehrsstandard

Von Ralf Keuper

Bis Ende 2021 müssen Cross-Border und High Value Payments auf ISO20022 (MX) umgestellt sein. Der neue XML-basierte Standard bietet gegenüber der Vorgängerversion SWIFT MT einige Vorteile. Durch die Verwendung von XML können die Nachrichten mit weiteren Daten angereichert werden. Das ist vor allem mit Blick auf die Themen Compliance und Prozessqualität (STP) von großer Bedeutung. Beispielhaft dafür ist der Legal Entity Identifier (LEI).

The SWIFT Payment Market Practice Group (PMPG) states that “LEIs have huge potential to improve the identification of parties within payment processes, increase efficiency across the system, and automate and improve sanctions and other similar checks.” Now, as regulated usage expands out of specific financial reporting and into new payment standards, the number of LEIs in use is about to increase by an order of magnitude (in: “Now is the appropriate time for the payment industry to begin its adoption of the LEI.” says SWIFT).

Das Ziel besteht darin, ISO20022 zu “dem” Standard für Finanznachrichten auszubauen.

Quelle: Bankenverband

Angesichts der Verbreitung von Open Banking und der Bestrebungen von BigTech im Banking sollte die Rolle der Digitalen Identitäten, wie des LEI, nicht unterschätzt werden, so Oana Ifrim in Open Banking in the world of platforms. Payments bedeute letztlich nicht mehr als ID plus Kontozugang. Sollten Apple, Google, facebook und Amazon, wie es derzeit aussieht, die Hoheit über die Digitalen Identitäten der Personen, Unternehmen und Geräte erlangen, dann fallen das Zahlungsgeschäft und weitere Bankgeschäfte ohne großes Zutun, wie von selbst in ihre Hände.

Auf Unternehmensseite führt ISO20022 dazu, dass durch den Einsatz von Lösungen für die Bankkommunikation die Komplexität der Zahlungsabwicklung und die Zahl der Hausbanken reduziert werden kann.

Zahlreiche deutsche Banken greifen bei der Umstellung auf ISO20022 auf die Dienste von Zahlungsabwicklern wie EquensWorldline zurück. Keimzelle von EquensWorldline ist das Transaktionsinstitut für Zahlungsverkehrsdienstleistungen AG, das 2003 von der DZ Bank gegründet wurde. Um so bemerkenswerter, dass die DZ Bank nun den Zahlungsverkehr ins eigene Haus zurückholen will.

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Graphs in Banking Integration with AI and Machine Learning Technologies

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Genossenschaftsbank 4.0 – Datengenossenschaften

Von Ralf Keuper

Die Volks- und Raiffeisenbanken bringen technisch und organisatorisch eigentlich alle Voraussetzungen mit, um gegenüber ihren Kunden als vertrauenswürdiger Verwalter ihrer Daten und digitalen Vermögenswerte aufzutreten. Insofern ist durchaus vorstellbar, dass die Genossenschaftsbanken Betreiber von Datengenossenschaften werden. Vorbilder gibt es bereits wie in Gestalt der Healthbank oder der Grower Information Services Coop.

In How credit unions could help people make the most of personal data gibt der Autor einige Beispiele und Denkanstösse, wie sich die Idee einer Datengenossenschaft verwirklichen lässt. Vordenker der Idee einer Datengenossenschaft in den USA ist Sandy Pentland vom MIT (in Deutschland brachte Hans-Jörg Naumer die Idee einer Facebook-Genossenschaft ins Spiel). Pentland stellte seine Ideen in dem Whitepaper Data Cooperatives: Digital Empowerment of Citizens and Workers vor.

Zur Vorgeschichte der Datengenossenschaften:

As the economy was transformed by industrialization and then by consumer banking, powerful new players such as Standard Oil, J.P. Morgan, and a handful of others threatened the freedom of citizens. In order to provide a counterweight to these new powers, citizens joined together to form trade unions and cooperative banking institutions, which were federally chartered to represent their members’ interests. These citizen organizations helped balance the economic and social power between large and small players and between employers and worker.

Die heutige Ausgangslage:

The same collective organization is required to move from an individualized asset-based understanding of data control to a collective system based on rights and accountability, with legal standards upheld by a new class of representatives who act as fiduciaries for their members. In the U.S. almost 100 million people are members of credit unions, not-for-profit institutions owned by their members, and already chartered to securely manage their members’ digital data and to represent them in a wide variety of financial transactions, including insurance, investments, and benefits. The question then is, could we apply the same push for citizen power to the area of data rights in the ever-growing digital economy?

Das MIT hat dazu das MIT Trust Data Consortium als Pilotanwendung entwickelt.

Der Vorteil einer Datengenossenschaft aus Sicht der Mitglieder besteht nicht nur darin, dass sie über die Verwendung ihrer Daten und die Regeln der Genossenschaft selbst (mit-)bestimmten können; überdies können sie aus dem Datenbestand selber neue Erkenntnisse ziehen, z.B. über Peer-Group-Vergleiche, Markt- und Branchenanalysen. Darüber hinaus können externe Daten (Open Data, Geodaten) zugekauft werden.

Die Bank übernimmt dabei die Verwaltung und technologische Unterstützung der Datengenossenschaft. Sie ist dafür zuständig, die Daten und digitalen Vermögenswerte sicher zu verwalten und zu bewirtschaften (Datendividende). Hierfür muss darauf geachtet werden, dass die Qualität der Daten und Informationen gewährleistet ist. Die Bank sorgt auch dafür, dass die Werkzeuge und Verfahren dem neuesten Stand entsprechen und das Personal über die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt. Um die Datengenossenschaft herum bildet sich im Idealfall ein regionales Ökosystem (Kommune, lokale Wirtschaft, Bürger/Verbraucher, Wissenschaft, Medien). Weitere wichtige Aufgabe einer Datengenossenschaft ist die Preispolitik, d.h. die Antwort auf die Frage, welchen Wert die Daten haben. Diese Funktion können Datenmarktplätze übernehmen.

Da bleibt für eine (Genossenschafts-)Bank genug zu tun.

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Inside The Cryptocurrency Revolution | VICE on HBO

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