Payments ohne wesentliche Beteiligung der Banken #2

Von Ralf Keuper

Die Zahlungsabwicklung zwischen Unternehmen (B2B Payments) ist ein hoch profitables und wachstumsstarkes Geschäftsfeld. Jedoch sieht es ganz danach aus, als würden die Banken von diesem Trend kaum profitieren. Die Unternehmen sind nicht mehr so wie früher auf die Zahlungsinfrastruktur der Banken angewiesen. Neue Anbieter und Startups wie Currencycloud, AvidXange, Marquetta und Ripple machen Banken vielleicht nicht überflüssig; auf sie entfällt aber nur noch ein geringer Teil der Einnahmen (Vgl. dazu: B2B payments boring? Think again as companies attract significant venture capital).

Ein Zukunftsfeld ist das Internet der Dinge. Hier müssen Zahlungen zwischen bzw. von Geräten z.T. über Ländergrenzen hinweg abgewickelt werden. Procurement und Finance wachsen zusammen, wofür Ariba Pay beispielhaft ist (Vgl. dazu: B2B-Banking und Plattformökonomie mit Ariba). Das Korrespondenzbanken-Netzwerk lässt sich auf verschiedene Weise umgehen, wie z.B. mit virtuellen Bankkonten oder Brückenwährungen wie Ripple (Vgl. dazu: Korrespondenzbanken – Netzwerke erodieren – neue bankenunabhängige Netzwerke übernehmen).

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Dave Birch: “if banks don’t do something about digital identity, Apple or Google or Facebook will”

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Open Banking auf Skandinavisch

Von Ralf Keuper

Mit einer App alle Konten verwalten und Transaktionen zwischen verschiedenen Banken durchführen zu können, bietet für den Nutzer großen Komfort. Kunden der norwegischen DNB kommen nun in diesen Genuss, wie in DNB introduces payment initiation via account aggregation app berichtet wird. Zum Einsatz kommt dabei die Technologie von Nordic APIS und Spiir.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die finnische Nordea Bank mit der App Siirto.

Übrigens: Ein, wenn nicht der Grund dafür, dass Open Banking in den skandinavischen Ländern relativ leicht umzusetzen ist, ist die Möglichkeit, sich mit einer ID (DNB) bzw. einem Banking-Code (Siirto) bei allen Banken identifizieren und authentifizieren zu können.

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The Banker — Official Trailer

Weitere Informationen:

The Banker (2019)

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Apple Pay weiter auf Wachstumskurs

Von Ralf Keuper

Der Siegeszug von Apple Pay setzt sich fort, die Prognosen sind günstig. Bis zum Jahr 2024 soll der Markt für das kontaktlose Bezahlen um 300 Prozent zulegen. Größter Profiteur soll Apple Pay sein (Vgl. dazu: Apple Pay: starkes Wachstum prognostiziert). Demnach werden auf Apple Pay 686 Mrd. Dollar der sog. OEM-Bezahlvorgänge entfallen, was wiederum einem Anteil von 52 Prozent entspricht. Verantwortlich für den Wachstumsschub ist vor allem die zunehmende Zahl von Geräten, die Apple Pay unterstützen. Weitere Nutznießer sind Google Pay und Samsung Pay. In Deutschland nimmt die Marktdurchdringung von Apple Pay ebenfalls zu, wenngleich mit geringerem Tempo (Vgl. dazu: Apple Pay gewinnt in Deutschland an Markt).

Der große Vorteil von Apple & Co. gegenüber den Banken besteht darin, dass sie Hardware und Software aus einer Hand anbieten können. Ein struktureller Nachteil, der sich nur sehr schwer ausgleichen lässt.

Aus Bankensicht aufschlussreich dürfte die aktuelle Diskussion Warum sollte ich mich für Apple Pay / Google Pay interessieren? auf Reddit sein.

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Finanzialisierung der Nachhaltigkeit? Mögliche Auswirkungen des EU-Aktionsplans zu „Sustainable Finance“

Der Ausgangspunkt dieses Diskussionspapiers ist die Sorge, dass die EU-Kommission durch die Finanzialisierung von Nachhaltigkeit im Rahmen ihrer Sustainable Finance Agenda die Realisierung einer im strengen Sinne nachhaltigen Entwicklung je nach konkreter Ausgestaltung verfehlen könnte. Das vorliegende Diskussionspapier stellt einen allgemeinen Wirkungsmechanismus und ausgewählte konkrete Einflussfaktoren vor, anhand derer diese These systematisch untersucht wird. Auf Grundlage dieses Analyserahmens wurde an zwei exemplarisch ausgewählten Maßnahmenvorschlägen der Sustainable Finance Agenda gezeigt, wie es zu einer Finanzialisierung von Nachhaltigkeit kommen könnte und welche Gefahrenpotentiale damit für eine nachhaltige Entwicklung einhergehen. Vor allem die Analyse der bisherigen Nutzung des Nachhaltigkeitsbegriffs sowie der konkreten Einflussfaktoren macht dabei deutlich, wie schon jetzt problematische Entwicklungen in diese Richtung zu erkennen sind. Noch gibt es keine gesellschaftlich oder auch nur in einer Branche durchgängig akzeptierte Definition von Nachhaltigkeit. Umso stärker wird die Bedeutung der Definition in der Finanzbranche Einfluss nehmen. Unser Diskussionspapier endet mit Empfehlungen, die Gefahrenpotentialen für die Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung entgegenwirken sollen. So wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass die Sustainable Finance Agenda ihre selbst gesteckten Ziele erreichen kann und zur Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt.

Quelle / Link: Finanzialisierung der Nachhaltigkeit? Mögliche Auswirkungen des EU-Aktionsplans zu „Sustainable Finance“

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N26 verlässt Großbritannien – nur wegen des Brexits?

Von Ralf Keuper

Diese Meldung sorgt auch in Fintech-Kreisen für einige Überraschung: Nach gut zwei Jahren zieht sich N26 aus Großbritannien zurück (Vgl. dazu: N26 verlässt Großbritannien). Als Grund wird der Brexit genannt, der dazu führt, dass das EU-Passporting nicht mehr gültig ist. N26 müsste eine Vollbanklizenz in Großbritannien beantragen. Die Argumentation ist nicht ganz plausibel. Als N26 seinen Markteintritt in Großbritannien verkündete, lag die Abstimmung über den Brexit mehr als ein Jahr zurück. Das Szenario, das nun eingetreten ist, befand sich durchaus im Bereich des Möglichen.

Die erste Einschätzung auf diesem Blog mit Blick auf die möglichen Auswirkungen des Brexits im Juni 2016:

Abzuwarten bleibt, was aus den Expansionsplänen deutscher Fintech-Startups wird, die den britischen Markt bereits ins Visier genommen hatten, ebenso wie derjenigen, die bereits in Großbritannien aktiv sind (in: Welche Auswirkungen hat der Brexit auf die europäische Fintech-Branche?).

Dass man nun recht abrupt den Stecker zieht, dürfte die dortigen Kunden nicht wirklich erfreuen. Allemal ein Reputationsverlust. Damit dürfte Großbritannien als wichtiger Markt auf sehr lange Zeit wegfallen. In den anderen Ländern werden die Kunden sich möglicherweise fragen, ob ihnen nicht das gleiche Schicksal widerfahren könnte.

Eine weitere Einschätzung auf twitter

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Mastercard als globaler Identity-Provider

Von Ralf Keuper

Mastercard befindet sich auf dem Weg zum globalen Identity-Provider. Nach Australien führt das Kreditkartenunternehmen nun auch in Nordmazedonien ein Pilotprojekt durch (Vgl. dazu: Mastercard’s Products for Identity and Authentication Continue to Gain Government Adoption & Republic of North Macedonia, Mastercard Design National Digital Identity Service to Help Grow Digital Economy).

Zum Pilotprojekt in Nordmazedonien:

The partnership is intended to bring local digital identity and related services – like digital document signing and verification – that citizens of North Macedonia can use across a number of day-to-day activities. Among the first applications are electronic “Know Your Customer” activities to support remote opening for new bank accounts, without visiting a branch in person, and new prepaid and postpaid mobile phone accounts. …

This first-of-its-kind effort will build on the recently created digital identity regulations in North Macedonia and broader European eIDAS (electronic identification, authentication and trust services) standards. Once launched, it will also enable seamless digital interactions between businesses and government agencies across the region and around the globe. …

The partnership will promote open collaboration with governments, banks, mobile network operators, universities and other partners to shape the services. In addition to the digital identity service, Mastercard will also support other e-government initiatives and promote related best practices from other geographies.

Derweil ist in Schottland ein vergleichbares Pilotprojekt gestartet (Vgl. dazu: Digital Identity Scotland begins prototype project). Dort verfolgt man eine Attribute-Strategy

This would make use of the attributes of an identity – such as name, address, date of birth and possibly biometrics – for different services as appropriate.

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Bad Banks – Die Dokumentation 2020

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Data sharing in credit markets: Does comprehensiveness matter?

International institutions such as the World Bank have shown that data sharing on borrowers contributes to improving the risk profile of borrowers and increasing access for more customers to credit markets. Several relevant academic articles underline these results. Thus, the existence of data sharing between lenders is commonly acknowledged as one of the core ingredients of successful credit markets.

The originality of the present study is to analyse whether sharing more comprehensive data improves the functioning of credit markets in European countries. Assuming that mechanisms to share data do exist, does a higher comprehensiveness in the data collected matter for credit markets? The study answers this by firstly analysing whether higher comprehensiveness in the data collected by credit reference agencies (CRAs) in the EU-28 can impact credit markets, and secondly, by analysing to what extent the sharing of non-traditional data, that is, data not directly related to credit activities, can contribute to well-functioning credit markets

Quelle / Link: Data sharing in credit markets: Does comprehensiveness matter?

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