Wieviel Disruption braucht/verträgt das Banking?

Von Ralf Keuper

Einer weit verbreiteten Ansicht zufolge ist das Banking, wie viele andere Branchen auch oder zuvor, von Disruption bedroht. Die Verwendung des Begriffs Disruption im Zusammenhang mit Innovationen geht zurück auf Clayton Christensen und dessen Buch The Innovators Dilemma. Der Autor selber ist nicht immer glücklich darüber, dass zahlreiche Disruptoren sich auf seine Gedanken berufen; er fühle sich, wie er in einem aktuellen Interview sagt, häufig missverstanden.

Echte Innovationen seien in der Wirtschaft nach wie vor die Ausnahme. Nicht jedes revolutionäre Geschäftsmodell sei eine Disruption. Als Beispiel nennt Christensen in dem Interview Uber. Ubers Geschäftsmodell bestehe darin, bereits vorhandene Ressourcen anders zu nutzen. Echte Disruption sei dagegen ein Prozess, bei dem kleine Unternehmen mit wenig Ressourcen bestehende Geschäftsmodelle herausfordern. Dabei kommt den Disruptoren der Umstand zugute, dass die etablierten Unternehmen an ihren bestehenden Geschäftsmodellen festhalten und versuchen, damit so lange wie möglich Gewinne zu erwirtschaften. Neue Geschäftsmodelle erfordern dagegen hohe Investitionen und Anlaufverluste. Hinzu kommt, dass der Erfolg ungewiss ist. Insofern ist es verständlich und auch keinesfalls nur Ausdruck von Kurzsichtigkeit, wenn Unternehmen an ihrem Kurs festhalten. Christensen unterscheidet drei Arten von Innovationen: Die Effizienz-Innovation, bei der derselbe Output mit weniger Input erzielt wird, die erhaltende, inkrementelle Innovation, bei d…

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