“Teilzahlung im Wandel. Von der Kreditanstalt für Verkehrsmittel AG zur Diskont und Kredit AG 1924 – 1951”

Von Ralf Keuper

Der Kauf auf Raten hat sich in Deutschland erst relativ spät durchgesetzt. Anders als in den USA setzten die Unternehmen hierzulande die Methoden der Absatzfinanzierung nur zögerlich ein. Vorreiter waren die Hersteller von Automobilen, Nähmaschinen und Klavieren. Als sich auch in Deutschland das Auto zum Massenprodukt entwickelte, u.a. durch die Adam Opel AG, welche die amerikanischen Fertigungsverfahren übernahm, kam die Finanzierung von Automobilen langsam in Gang. Diese Entwicklung wollte sich die Kreditanstalt für Verkehrsmittel AG, die 1924 in Berlin gegründet wurde, zu Nutze machen. Dennoch blieb die Geschäftsentwicklung in der PKW-Finanzierung hinter den Erwartungen zurück. Das Institut dehnte seine Aktivitäten, u.a. durch Übernahmen, daher systematisch aus. Dabei standen sowohl die Deutsche Bank, die Commerzbank wie auch die Dresdner Bank und die Disconto Bank Pate. Die damals zweitgrößte deutsche Bank, die Danat-Bank, stand der Absatzfinanzierung skeptisch bis ablehnend gegenüber. Im Jahr 1928 riefen die genannten Partner, unter Beteiligung der Danat, sowie die Finanzierungsgesellschaft für Landmaschinen die Finanzierungsgesellschaft für Industrielieferungen AG (“Maschinenbank”) ins Leben. Mit der Gründung der “Maschinenbank” wollten sich die Partner bewusst von der Kosumfinanzierung abgrenzen. Parallel zur Maschinenbank wurde daher eine Traktorbank gegründet. Später kamen noch weitere branchenbezogene Finanzierungsgesellschaften hinzu wie die Kreditgemeinschaft Deutscher Pianoforte- und Harmonium-Fabriken GmbH.

Mit der Zeit entfernte sich die Kreditanstalt für Verkehrsmittel AG von ihrem ursprünglichen Geschäftszweck, so dass sie zu einem wichtigen Treiber bei der Finanzierung von Investitionsgütern aufstieg:

Die Geschäftstätigkeit der Kreditanstalt für Verkehrsmittel ging .. weit über ihren ursprünglichen Gründungszweck hinaus und erstreckte sich nicht nur auf die Absatzfinanzierung auf Teilzahlungsbasis, sondern auch auf das Versicherungsgeschäft und andere Bereiche. Regional über ganz Deutschland verteilt und mit Auslandstöchtern versehen, diversifizierte das Institut auch branchenmäßig. Neben den regionalen Neugründungen und internationalen Engagements wiesen die Geschäftsberichte die übrigen Tätigkeiten der Kreditanstalt für Verkehrsmittel nicht aus. Dieses komplizierte und weit gespannte Netzwerk, das nicht umfassend nach außen kommuniziert wurde, sollte sich in nur kurzer Zeit im Innenleben der Kreditanstalt für Verkehrsmittel als starke Belastung erwe…

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