Von Ralf Keuper 

Ein neu­es Wäh­rungs­sys­tem ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ent­stan­den, das auf Daten statt auf Geld basiert. Die Daten, genau­er gesagt, die per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten reprä­sen­tie­ren in der digi­ta­len Öko­no­mie einen Wert, der die Bör­sen­no­tie­run­gen von Unter­neh­men, deren Geschäfts­mo­del­le auf der Ver­wer­tung der Daten grün­den, in astro­no­mi­sche Höhen schnel­len lässt. Anders als die alt­her­ge­brach­ten Wäh­run­gen, die zumin­dest in Ansät­zen stoff­li­che Züge hat­ten, wie Gold, Sil­ber aber auch Papier­geld, sind Daten nicht-stoff­li­cher Art; man kann sie nicht anfas­sen und berüh­ren. Ein­zig das Ver­trau­en auf den Tausch­wert der Daten, die Mög­lich­kei­ten mit ihrer Aus­wer­tung noch mehr Wert erzie­len zu kön­nen, sor­gen für die Sta­bi­li­tät die­ser rela­tiv neu­en Wäh­rungs­form. Als Zau­ber­mit­tel, um den Wert der Daten heben zu kön­nen, gel­ten die Algo­rith­men, die das Rück­grat der sog. Big Data – Tech­no­lo­gien bilden.

Könn­te es sein, dass wir uns hier aus­schließ­lich in ima­gi­nier­ten Zukünf­ten bewe­gen, d.h. dem künf­tig zu erzie­len­den Erträ­gen aus der Ver­wer­tung der Daten blind ver­trau­en, nur um eines Tages erken­nen zu müs­sen, dass sich die Erwar­tun­gen nicht erfüllt haben?

The tra­de with data, as exer­cis­ed by data mining and data ana­ly­tics com­pa­nies, then beco­mes the tra­de with an asset that builds on future expec­ta­ti­ons, just as bro­kers’ tra­de with stocks and deri­va­tes reli­es on making a bet on the value of an asset in the future. This tra­de – and the digi­tal eco­no­my that con­nects to it – is held up as long as the data bub­ble is inta­ct and enough par­ties belie­ve in the value of data so as to use it as a means of exchan­ge bet­ween them. Hence, the indus­try that tra­des data reli­es on the belief in the “myth of big data”, name­ly that the­re will be future money to make through the explo­ita­ti­on of data sets for spe­ci­fic eco­no­mic pur­po­ses. While it is hard to deny that some new ser­vices have been and will be crea­ted thanks to big data, it may be the case that in the future it turns out that big data can­not offer more than a few sur­plu­ses made by tar­ge­ted adver­ti­se­ment or spe­ci­fic new ser­vices, eco­no­mic par­ties may lose trust in the ful­film­ent of big data’s future pro­mi­se –and in its cur­ren­cy. Con­se­quent­ly, the exchan­ge rate of the data cur­ren­cy will drop, losing its attrac­ti­ve­ness for invest­ments (Quel­le: Rese­arch On Iden­ti­ty Eco­sys­tem)

Ein Wäh­rungs- und Gesell­schafts­sys­tem, das in sei­nem Kern auf die Wert­be­stän­dig­keit der Daten setzt, wird dem Sym­bol­ge­halt der Daten eine höhe­re Bedeu­tung bei­mes­sen, als dass bei klas­si­schen Wäh­run­gen bis­her der Fall war. Von hier ist es nicht mehr all­zu weit zur Super­sym­bol­wirt­schaft von Alvin Toff­ler. Ent­spre­chend hoch sind die Anfor­de­run­gen an die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Wäh­rungs­sys­tems. Ohne ein ent­spre­chen­des Sys­tem­ver­trau­en wird die Wäh­rung Daten nicht von Dau­er sein:

To con­si­der data as a cur­ren­cy means to move away from the intrinsic value of data into the realm of sym­bo­lic repre­sen­ta­ti­on, whe­re it func­tions as a stan­dard for exchan­ge and tra­de. In the histo­ry of money, the trans­for­ma­ti­on from the exchan­ge of catt­le, gold and sil­ver as a stan­dard means to paper money and debt bills, moved money from being a unit of exchan­ge into being a unit of account. Such a mone­ta­ry sys­tem does not requi­re trust in the intrinsic value of the means of exchan­ge, but in the sta­bi­li­ty of the sys­tem and the con­ti­nuing func­tion of the unit of account wit­hin it. This means that as long as the data bub­ble is inta­ct, data can func­tion as a cur­ren­cy even if its intrinsic value is unclear. When enough sta­ke­hol­ders buy into the data pro­mi­se and accept it as a valid means of exchan­ge, data beco­mes a cur­ren­cy that can be used for tra­de. Here it can ful­fil the fea­tures of money as a “means of exchan­ge, method of pay­ment, stan­dard of value (and store of wealth, and unit of account)”. As we move from the mate­ri­al realm to the vir­tu­al world of digi­tal data, and as finan­cial sys­tems are incre­a­singly digi­ta­li­sed, data could even­tual­ly beco­me a currency.

Damit Daten die Rol­le einer neu­er Wäh­rung über­neh­men kön­nen, muss die Fra­ge nach dem Eigen­tum und der ein­heit­li­cher Bewer­tungs­maß­stä­be geklärt wer­den. Es zeich­net sich immer mehr ab, dass unse­re per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten an unse­re Digi­ta­len Iden­ti­tä­ten gekop­pelt sein wer­den. So gese­hen bekommt die Fra­ge nach einer ver­trau­ens­wür­di­gen Instanz, wel­che die siche­re Ver­wah­rung der digi­ta­len Iden­ti­tä­ten – so weit das tech­nisch mög­lich ist – garan­tie­ren kann, neu­es Gewicht. Noch kön­nen die Ban­ken sich hier posi­tio­nie­ren. Aller­dings läuft ihnen die Zeit lang­sam aber sicher davon.

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