Lohnt es sich, eine eigene Bank zu gründen?

Von Ralf Keuper

Mit dem Gedanken zu spielen, eine eigene Bank zu gründen, grenzt mit Blick auf die aktuelle Marktsituation ans Absurde. Mit anderen Worten: Die Erfolgsaussichten waren schon mal besser. Ganz so exotisch ist die Idee jedoch nicht, wie das Beispiel Trumpf zeigt. Der Maschinenbauer entschloss sich, u.a. als Reaktion auf die Finanzkrise von 2008, eine eigene Bank für die Absatzfinanzierung zu gründen. Ausgestattet mit einer Vollbanklizenz bietet die hauseigene Bank den Kunden beim Kauf der teuren Maschinen eine Finanzierung – entweder über Kredit oder Leasing – an. Mit der eigenen Bank ist Trumpf zudem nicht mehr auf das Wohlwollen der Kreditinstitute angewiesen, d.h. die Refinanzierung fällt im Krisenfall, wie in den Jahren 2008 und 2009, leichter.

Mit ihren Hausbanken seit Jahrzehnten erfolgreich sind die Automobilhersteller, wie VW und BMW. Obgleich auch hier das Geschäft nicht immer rund läuft und die Restwertrisiken schon mal die Bilanz verhageln können, sind Autobanken (Captives) aus Gründen der Absatzförderung und der Refinanzierung von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Muttergesellschaften. Hinzu kommt, dass einige Autobanken hohe Gewinne erwirtschaften.

Die erste deutsche Großbank, die in das Absatzfinanzierungsgeschäft einstieg, war die Dresdner Bank. Die Bank bot ab Mitte der 1920er Jahre Kunden die Möglichkeit, per Teilzahlung die Produkte der Wanderer-Werke in Chemnitz zu erwerben. Die Wanderer Werke verfügten über ein breites Produktspektrum. Zu den Erzeugnissen zählten Werkzeugmaschinen, Büromaschinen, Fahrräder, Motorräder und Automobile.

Dass man

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