Von Ralf Keuper

Im Mit­tel­al­ter war es in Chi­na lan­ge Zeit Brauch, sämt­li­che Zah­lun­gen in bar, mit­tels sog. Münz­schnü­re, auch Gwang genannt, abzu­wi­ckeln. Wie der Doku­men­tar­film Die Welt vor 1000 Jah­ren berich­tet, stieß die­ses Geld­sys­tem irgend­wann an fun­da­men­ta­le, phy­si­sche Gren­zen. So konn­te ein Staats­be­diens­te­ter jener Zeit 200.000 Mün­zen pro Monat ver­die­nen, ein Menü schon mal bis zu 5.000 Mün­zen kos­ten, d.h. man muss­te meh­re­re Schnü­re mit tau­sen­den von Mün­zen mit sich füh­ren, wenn man sich auf den Markt oder in die Restau­rants begab. Um die­sen Miss­stand zu behe­ben, beschloss die Song-Dynas­tie um das Jahr 1000 Bank­no­ten ein­zu­füh­ren. Das Papier­geld war geboren.

Der lesens­wer­te und infor­ma­ti­ve Bei­trag Papier­geld, eine chi­ne­si­sche Erfin­dung? führt als wei­te­ren Grund für die Ablö­sung des Hart­gelds durch das Papier­geld den Metall­man­gel an. Bereits im 6. Jahr­hun­dert gin­gen die Men­schen dazu über, Noten statt Mün­zen als Begräb­nis­geld zu ver­wen­den. Spä­ter, gegen Ende der Tang-Dynas­tie, hin­ter­leg­ten, depo­nier­ten die Händ­ler ihre Wert­sa­chen bei ent­spre­chen­den Stel­len, wofür sie im Gegen­zug Inha­ber­pa­pie­re erhiel­ten, sog. hequan. Wegen der brei­ten Akzep­tanz der Inha­ber­pa­pie­re wur­den die Händ­ler von Staats­sei­te ermu­tigt, ihr Metall­geld gegen offi­zi­el­le Kom­pen­sa­ti­ons­no­ten ein­zu­tau­schen. Das ers­te Papier­geld erblick­te jedoch erst, wie schon erwähnt, vor gut 1000 Jah­ren wäh­rend der Song-Dynas­tie das Licht der Welt. Begüns­tigt wur­de die­se Ent­wick­lung dadurch, dass Chi­na zu dem Zeit­punkt bereits füh­rend in der Papier­her­stel­lung und bei den Druck­ver­fah­ren war.

Die ers­ten, die in Euro­pa  für die Hin­ter­le­gung von…

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