Ein Modell, das auf den gro­ßen KI-Lea­der­boards ganz oben steht, muss für eine Bank noch lan­ge nicht tau­gen. Eine neue Arbeit aus der Com­mon­wealth Bank of Aus­tra­lia zeigt, war­um – und lie­fert gleich das Werk­zeug mit, um es nachzuprüfen.


Wer heu­te ein Sprach­mo­dell für den Ein­satz in einer Bank aus­wäh­len will, ori­en­tiert sich fast auto­ma­tisch an den bekann­ten Rang­lis­ten: Wel­ches Modell schnei­det bei MMLU am bes­ten ab, wer führt bei Pro­gram­mier­auf­ga­ben, wer bei all­ge­mei­nem Reaso­ning? Die­se Rang­lis­ten sind beein­dru­ckend detail­liert – und für die Pra­xis einer Bank trotz­dem nur bedingt hilf­reich. Ein Modell, das in einem Mathe­ma­tik- oder Coding-Wett­be­werb glänzt, sagt damit noch nichts dar­über aus, ob es einen Kre­dit­ver­trag kor­rekt gegen auf­sichts­recht­li­che Vor­ga­ben prüft oder ein mehr­stu­fi­ges Kun­den­ge­spräch sou­ve­rän führt. Genau an die­ser Lücke setzt eine im Juli 2026 ver­öf­fent­lich­te Arbeit von Blair Hud­son an, der bei der Com­mon­wealth Bank of Aus­tra­lia arbeitet.

Das Grund­pro­blem: Durch­schnitt ver­schlei­ert Eignung

Die gro­ßen Lea­der­boards bil­den einen Durch­schnitt über sehr unter­schied­li­che Auf­ga­ben – von Uni­ver­si­täts­wis­sen bis zu Pro­gram­mier­wett­be­wer­ben. Für eine Bank zählt aber nicht der Durch­schnitt, son­dern die Fra­ge: Wie gut ist ein Modell aus­ge­rech­net bei den Tätig­kei­ten, die in einer Bank tat­säch­lich anfal­len? Doku­men­te aus­wer­ten, Vor­schrif­ten anwen­den, mit Kun­den kom­mu­ni­zie­ren, Risi­ken ein­schät­zen. Die­se Tätig­kei­ten kom­men in gene­ri­schen Rang­lis­ten kaum eigen­stän­dig vor, sie gehen im Gesamt­score unter.

Hud­sons Lösung ist kein neu­er Test, son­dern eine Neu­ord­nung des bereits Vor­han­de­nen. Er greift auf 452 öffent­lich doku­men­tier­te Bench­marks zurück und ord­net sie 41 all­ge­mei­nen Arbeits­tä­tig­kei­ten zu, wie sie aus der ame­ri­ka­ni­schen Berufs­ta­xo­no­mie O*NET bekannt sind – etwa “Infor­ma­tio­nen bewer­ten”, “mit ande­ren k…