Von Ralf Keuper

Nach­fol­gend ein Aus­schnitt aus einem Inter­view, das der “Nes­tor der deut­schen Wirt­schafts­ma­ga­zi­ne”, Leo Bra­wand, im Jahr 1971 mit dem dama­li­gen Prä­si­den­ten des Deut­schen Spar­kas­sen- und Giro­ver­bands (DSGV) und zum glei­chen Zeit­punkt auch Vor­stands­chef der West­deut­schen Lan­des­bank (WestLB), Lud­wig Poul­lain, geführt hat:

Bra­wand: Von Ihnen stammt das Schlag­wort, Opas Spar­kas­se sei tot. Was ist an ihr tot und was noch lebendig?

Poul­lain: Über die­se Fra­ge kann man näch­te­lang dis­ku­tie­ren. Ich will es so zusam­men­fas­sen: tot ist das äuße­re Erschei­nungs­bild der Spar­kas­se von anno Tobak. Vom tech­no­lo­gi­schen Stand­punkt aus sind die Spar­kas­sen heu­te “Ban­ken”. Aber leben­di­ger und aktu­el­ler denn je zuvor ist das, was wir den “öffent­li­chen Auf­trag” der Spar­kas­sen nen­nen; näm­lich unse­re Tätig­keit im öffent­li­chen Inter­es­se zuguns­ten der wirt­schaft­lich schwä­che­ren Bevöl­ke­rung, zuguns­ten der öffent­li­chen (kom­mu­na­len) Struk­tur­in­ves­ti­tio­nen und als Wett­be­werbs­fak­tor im Kre­dit­ge­wer­be. Gewin­ne zu erzie­len ist nicht die Haupt­auf­ga­be der Sparkassen. 

Quel­le: Wohin steu­ert die deut­sche Wirt­schaft?, von Leo Brawand.

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