Von Ralf Keuper

Ein ehe­ma­li­ger lin­ker Hip­pie, der zum Invest­ment­ban­ker kon­ver­tiert und danach wie­der zu sei­nen Wur­zeln zurück fin­det. Ist die­se Sto­ry glaubhaft?

Geraint Ander­son, der als City Boy bekannt wur­de, ist die­ser Ansicht. Als mit Prei­sen aus­ge­zeich­ne­ter Invest­ment­ban­ker ver­dien­te Ander­son in zwölf Jah­ren in der Lon­do­ner City, zuletzt für Dresd­ner Klein­wort,  ein beträcht­li­ches Vermögen.

Die stärks­te “Dro­ge” im Invest­ment­ban­king ist der Bonus. Für ihn sind bzw. waren die Invest­ment­ban­ker in der Lon­do­ner City bereit, bis an die Gren­ze zu gehen. Nach eini­gen Jah­ren über­ka­men Ander­son Zwei­fel an sei­nem Job, die ihn letzt­lich dazu bewo­gen, das Ange­bot einer alten Schul­freun­din, die bei einer Lon­do­ner Zei­tung arbei­tet, anzu­neh­men, als anony­mer Kolum­nist über das Innen­le­ben der City zu schrei­ben. Die Kolum­nen sorg­ten für gro­ße Unru­he in der City, da nie­mand wuss­te, wer sich hin­ter dem Kolum­nis­ten ver­barg. Erst nach sei­nem Aus­schei­den und dem letz­ten Bonus, gab sich Ander­son zu erkennen.

Seit­dem hat er in der Lon­do­ner City den Sta­tus einer “Per­so­na non gra­ta”. Das hin­der­te ihn jedoch nicht dar­an, sei­ne Erfah­run­gen in dem Buch City­boy. Geld, Sex und Dro­gen im Her­zen des Lon­do­ner Finanz­di­strikts zu ver­öf­fent­li­chen und eine eige­ne Radio­sen­dung zu mode­rie­ren. Seit­dem ist er als Kri­ti­ker und Ken­ner der Finanz­welt gefragt. In einem Inter­view mit der Süd­deut­schen Zei­tung im Jahr 2010 sag­te Ander­son “Ich füh­le mich wie ein Sün­der”. Vie­le, auch in der Lon­do­ner City, mei­nen: zu Recht 😉

Die City beschäf­tigt nach wie vor die Medi­en. Vor einem Jahr wid­me­te der Guar­di­an dem Finanz­di­strikt einen Spe­cial Report. Davor hat­te sich Joris Luy­en­di­jk auf sei­nem Ban­king Blog im Guar­di­an über zwei Jah­re mit dem Innen­le­ben der City aus Sicht eines Anthro­po­lo­gen inten­siv aus­ein­an­der­ge­setzt. Der Spie­gel beschäf­tig­te sich in dem Bei­trag For­schungs­ob­jekt Finanz­bran­che: Von Ban­kern und Kan­ni­ba­len mit den “Feld­for­schun­gen” von Luyendijk.

So rich­tig geän­dert hat sich indes nicht viel. Alles ande­re wäre wohl auch eine Über­ra­schung gewesen …

Wei­te­re Informationen:

Doku­men­ta­ti­on über Invest­ment­ban­ker – Geraint Anderson

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