Von Ralf Keuper

Das Stim­mungs­bild in der Dis­kus­si­on um das The­ma Fin­tech vari­iert wei­ter­hin zwi­schen Hype und Disruption.

Stell­ver­tre­tend für den gegen­wär­ti­gen Stand der Dis­kus­si­on und qua­si Gegen­po­le sind die Bei­trä­ge Fin­techs – Revo­luz­zer ohne Geschäfts­mo­dell und Fin­Tech: Erst ster­ben die Filia­len, dann stirbt die Bank.

Nur die wenigs­ten Fin­tech-Star­tups arbei­ten der­zeit pro­fi­ta­bel. Die Anzei­chen ver­dich­ten sich, dass wir es mit einem Über­an­ge­bot zu tun haben, wie es Marc Berneg­ger bereits für die Schweiz dia­gnos­ti­ziert hat. Ande­rer­seits: Sieht es bei den Ban­ken so viel bes­ser aus, sind deren Geschäfts­mo­del­le noch trag­fä­hig? Wer­den sie nicht durch eine Art staat­li­cher Bestands­ga­ran­tie geschützt? Ver­feh­lun­gen, wie sie Len­ding­Club-Grün­der Leplan­che zur Last gelegt wer­den, hat es in den Ban­ken wäh­rend der Finanz­kri­se reich­lich gege­ben und noch immer tau­chen neue Vor­wür­fe auf.

Beschleu­ni­gen die Fin­tech-Star­tups ledig­lich einen Pro­zess, der auch ohne sie ablau­fen würde?

Die eigent­li­che Fra­ge ist, wel­chen Fin­tech-Star­tups es gelingt, mehr als nur ein Akze­le­ra­tor, ein Grad­mes­ser für den Struk­tur­wan­del der Finanz­bran­che zu sein und sich nicht nur gegen die Ban­ken, son­dern auch die gro­ßen digi­ta­len Platt­for­men zu behaup­ten. Als Anbie­ter für einen bestimm­ten Geschäfts­vor­fall wird das schwie­rig, es sei denn, es gelingt einen inter­na­tio­na­len Stan­dard zu setzen.

Letzt­lich läuft es auf die zwei klas­si­schen Alter­na­ti­ven der Betriebs­wirt­schafts­leh­re hin­aus: Die Eco­no­mies of Sca­le (Ska­len­ef­fekt) und die Eco­no­mies of Scope/​Economies of Plat­forms (Ver­bund­ef­fekt). Knut Blei­cher fügt dem noch die über­grei­fen­den Eco­no­mies of Speed (Zeit­be­schleu­ni­gung) hinzu.

Die meis­ten Fin­tech-Star­tups stre­ben nach mei­nem Ein­druck den Ska­len­ef­fekt an, d.h. die rasche Ver­brei­tung, häu­fig gemes­sen in der Zahl regis­trier­ter (nur sel­ten akti­ver) Nut­zer. Ande­re set­zen mehr auf den Ver­bund­ef­fekt, indem sie Plattformen/​Ökosysteme bilden.

Las­sen sich die bei­den Ansät­ze mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren? Kann eine Platt­form so ska­lie­ren, dass für alle Betei­lig­ten ein aus­kömm­li­ches Geschäft ent­steht? Die Bank als digi­ta­le Platt­form, als Verbund?

Oder steht als Alter­na­ti­ve nur die Mas­sen­pro­duk­ti­on zur Ver­fü­gung, wenn­gleich mit dem Anspruch einen Pre­mi­um­her­stel­lers, wie der­zeit noch in der Automobilbranche?

 

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