Die Professionalisierung des Bankbetriebs. Studien zur institutionellen Struktur deutscher Banken im Kaiserreich 1871-1914 – Teil 3

Von Ralf Keuper

Als David Hansemann im Jahr 1851 die Disconto-Gesellschaft gründete, war das die Geburtsstunde eines neuen Banktyps in Deutschland: die Universalbank auf Aktienbasis. In den darauffolgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Disconto-Gesellschaft zur führenden Bank im deutschen Kaiserreich, die auch auf dem Weltmarkt bestehen konnte, was zu weiten Teilen das Verdienst von Adolph Hansemann, dem Sohn David Hansemanns, war. Im Jahr 1929 wurde die Disconto-Gesellschaft von der Deutschen Bank übernommen[1]David Hansemann: Gründer der Disconto-Gesellschaft – eines gänzlich neuen Banktyps.

Ursprünglich wollte David Hansemann eine Kreditgenossenschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft gründen. Da das Gesetz aber eine staatliche Konzessionierung vorschrieb, griff Hasenmann zu einem Trick, als er eine einfache Handelsgesellschaft gründete. Anstelle von Aktionären wurden die Gesellschafter stille Teilhaber einer Handelsgesellschaft, die von jeder Haftung frei waren. Der erste persönlich haftende Gesellschafter war David Hansemann. Da das Stammkapital zur weiteren Expansion des Kredit- und Emissionsgeschäfts auf Dauer nicht ausreichte, wurde die Handelsgesellschaft im Jahr 1856 in eine Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis umgewandelt.

Ihre herausgehobene Stellung unter den deutschen Banken verdankte die Disconto-Gesellschaft dem Geschäft mit Staatsfinanzierungen wie auch ihrem guten Draht zur Rothschild-Gruppe. Im sog. Preußenkonsortium übernahm die Disconto-Gesellschaft eine Führungsrolle. Den Schritt in das Filialgeschäft wa…

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