Von Ralf Keuper
Es ist schon ein Glau­bens­be­kennt­niss, dass die Ban­ken mit­tels “Digi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on” die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft meis­tern kön­nen. Man müs­se im Grun­de genom­men die Pro­zes­se und Abläu­fe nur digi­ta­li­sie­ren und den Kun­den eine mög­lichst ange­neh­me Cus­to­mer Jour­ney bie­ten – und schon ist die Zukunft gesi­chert und der Wan­del voll­zo­gen. Die­sem Ansatz liegt all­zu häu­fig noch die Vor­stel­lung zugrun­de, die gute alte Bank lie­ße sich – mit eini­gen Abstri­chen zwar – in das das Netz über­füh­ren. An der bis­he­ri­gen Geschäfts- und Orga­ni­sa­ti­ons­lo­gik, am Orga­niz­a­tio­nal Design, brau­che sich nicht viel zu ändern. Das nöti­ge Hand­werks­zeug ste­he mit Six Sig­ma und ande­ren Ver­fah­ren der Pro­zess­au­to­ma­ti­sie­rung längst zur Verfügung. 
Im Gegen­satz dazu ist Vin­cen­te Quesa­da deut­lich pes­si­mis­ti­scher. Wie er in Digi­tal Ban­king Trans­for­ma­ti­on: BBVA vs. Ban­co San­tan­der schreibt, wer­den die Ban­ken in den nächs­ten fünf Jah­ren sei­ner Schät­zung nach 50% Pro­zent ihres Geschäfts verlieren. 
Die Ban­ken ver­fol­gen bei ihrer Digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on drei Varianten: 
  • Purcha­sing and inte­gra­ting exis­ting companies.
  • Deve­lop pro­jects internally.
  • Crea­ting a plat­form whe­re others offer their fin­tech pro­ducts and the bank beco­me a midd­le­man of the gene­ra­ted value. A finan­cial iTunes
Lei­der sei das, so Quesa­da, nicht ein­mal die hal­be Mie­te. Im wei­te­ren Ver­lauf stellt er 10 Varia­blen vor, anhand derer sich die Erfolgs­aus­sich­ten der Digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on bewer­ten las­sen. Gemes­sen dar­an sind selbst die viel­fäl­ti­gen Akti­vi­tä­ten der BBVA eher kos­me­ti­scher Natur. An der Unter­neh­mens­kul­tur, an dem Orga­ni­sa­ti­ons­ge­dächt­nis und dem Orga­niz­a­tio­nal Design ver­mö­gen sie nicht viel zu ändern. 
Ob die Schät­zung von Quesa­da ein­trifft, sei dahin gestellt. Die Varia­blen, die er vor­stellt, sind für eine Dia­gno­se durch­aus von Wert. 

Ein Fin­tech-Lay­er, wie Bernd Schall in Fin­techs: Ban­ken an der Lega­cy-Schran­ke meint, wird an dem Pro­blem daher kaum etwas ändern. Wäre es nur eine Fra­ge der Alt-Sys­te­me, dann läge er rich­tig. Das ist aber nur ein Teil des Pro­blems und noch nicht ein­mal der wich­tigs­te. Das ist ein Rezept aus der guten alten Zeit, in der es aus­reich­te, die neu­es­ten Tech­no­lo­gien zu adaptieren.

Wei­te­re Informationen:

Schrit­te zur erfolg­rei­chen digi­ta­len Transformation

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