Die Ein­füh­rung einer Öko­dik­ta­tur ist eine Opti­on, die Zuspruch an Orten fin­det, wo man sie eher nicht ver­mu­ten wür­de. Bei­spiel­haft dafür ist ein Bei­trag von DB Rese­arch vom Novem­ber 2020. Dar­in sprach sich der Autor Eric Hey­mann für ein gewis­ses Maß an Öko­dik­ta­tur aus, die not­wen­dig sei, wenn wir den Kli­ma­wan­del bewäl­ti­gen wol­len[1]Deut­sche Bank: Green Deal Requi­res ‘Cer­tain Degree Of Eco-Dic­ta­tor­s­hip’. Hey­mann schreibt: “Wenn wir wirk­lich Kli­ma­neu­tra­li­tät errei­chen wol­len, müs­sen wir unser Ver­hal­ten in all die­sen Lebens­be­rei­chen ändern. Das liegt ein­fach dar­an, dass es noch kei­ne ange­mes­se­nen kos­ten­ef­fi­zi­en­ten Tech­no­lo­gien gibt, die es uns ermög­li­chen, unse­ren Lebens­stan­dard koh­len­stoff­neu­tral zu hal­ten. Das bedeu­tet, dass die Koh­len­stoff-Prei­se erheb­lich anstei­gen müs­sen, um die Men­schen dazu zu bewe­gen, ihr Ver­hal­ten zu ändern. Eine wei­te­re (oder viel­leicht ergän­zen­de) Opti­on ist das Regu­lie­rungs­recht erheb­lich zu ver­schär­fen. Ich weiß, dass “Öko­dik­ta­tur” ein böses Wort ist. Aber wir müs­sen uns viel­leicht die Fra­ge stel­len, ob und inwie­weit wir bereit sind, eine Art Öko­dik­ta­tur zu akzep­tie­ren Öko­dik­ta­tur (in Form von Ord­nungs­recht), um uns in Rich­tung Kli­ma­neu­tra­li­tät zu bewe­gen. Hier ist ein Bei­spiel: Was sol­len wir tun, wenn Immo­bi­li­en Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ihre Häu­ser nicht zu Null-Emis­si­ons-Gebäu­de machen wol­len; wenn sie nicht die finan­zi­el­len Mit­tel dazu haben; wenn dies aus tech­ni­schen Grün­den nicht mög­lich ist oder sich die damit ver­bun­de­nen Inves­ti­tio­nen nicht loh­nen?”[2]Der Autor scheint davon aus­zu­ge­hen, dass eine Dik­ta­tur auf Zeit, qua­si eine Dik­ta­tur “light” per Ord­nungs­recht, eben­so schnell wie­der auf­ge­ho­ben wer­den kann, wie sie ein­ge­führt wur­de. Sobald sich … Con­ti­nue rea­ding.

In Auf dem Weg in die “Öko­dik­ta­tur”? schreibt Johan­nes Var­wick: “Das The­ma Kli­ma­po­li­tik, so beob­ach­tet der “Zeit”-Journalist Tho­mas Schmidt, habe auf der poli­ti­schen Büh­ne eine gewis­se Eigen­lo­gik ent­wi­ckelt, “ins Unbe­ding­te, ins Qua­si­re­li­giö­se zu stre­ben”. Die aus die­ser Kon­fi­gu­ra­ti­on abge­lei­te­ten Ver­fah­ren müss­ten zwin­gend “über dem Par­tei­en­streit schwe­ben, über dem admi­nis­tra­ti­ven Gemur­kel, den Abstim­mungs­de­li­ri­en und dem läs­ti­gen Wider­spruchs­geist, wenn sie denn Kli­ma­schutz­po­li­tik lang­fris­tig begrün­den und befeu­ern wol­len”. Not­wen­di­ger­wei­se wis­se man aber eigent­lich, dass die Poli­tik hin­ter die­sen Erwar­tun­gen nur zurück­blei­ben kön­ne. Denn wer in einem “Wel­ten­ret­tungs­ethos-Nar­ra­tiv” argu­men­tie­re, kön­ne sich “nicht umdre­hen und wie­der ande­ren poli­ti­schen Spiel­fel­dern zuwenden”.Das ist dann tat­säch­lich das Dilem­ma einer poli­ti­schen Ord­nung, “die nicht in der Lage zu sein scheint, sich der …

Refe­ren­ces

Refe­ren­ces
1 Deut­sche Bank: Green Deal Requi­res ‘Cer­tain Degree Of Eco-Dictatorship’
2 Der Autor scheint davon aus­zu­ge­hen, dass eine Dik­ta­tur auf Zeit, qua­si eine Dik­ta­tur “light” per Ord­nungs­recht, eben­so schnell wie­der auf­ge­ho­ben wer­den kann, wie sie ein­ge­führt wur­de. Sobald sich die Zustän­de in der gewünsch­ten Wei­se ein­ge­stellt haben, kann man wie­der zur par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie zurück­keh­ren. Jetzt haben es Dik­ta­tu­ren bzw. Dik­ta­to­ren jedoch an sich, kei­ne hal­ben Sachen zu machen. Ob es gelun­gen ist, die ursprüng­li­chen Plä­ne umzu­set­zen, ist neben­säch­lich. Es zählt allein die Siche­rung (und fort­lau­fen­de Legi­ti­mie­rung) der Macht
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