Wie die Bank in den Computer kam

Von Ralf Keuper

Auf seinem Siegeszug hat sich der Computer weite Teile des täglichen Lebens einverleibt. Mit der Zeit haben sich Wirtschaft und Gesellschaft an die Regeln des Computers und an seine Weltsicht angepasst.

Ende der 1960er Jahre bezogen die ersten Banken ihre Zimmer im digitalen Raum. Der Umzug verlief nicht immer reibungslos. In gewisser Weise sitzen die Banken seitdem ständig auf gepackten Koffern, jederzeit zum Umzug in einen neuen digitalen Raum (Neuland) bereit.

In seinem lesens- und empfehlenswerten Buch Wie die Welt in den Computer kam beschreibt der Wirtschafts- und Technikhistoriker David Gugerli die Erfahrungen der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft ‘(SBG), die sie im Laufe des, wie man heute sagen würde, digitalen Transformationsprojektes Union Bank Information System Concept (Ubisco) sammeln konnte bzw. machen musste.

Die SBG hatte seit fast zehn Jahren Erfahrungen mit Rechnern gesammelt, die Kassen waren zum Bersten voll, das Wachstum des Finanzwesens nicht zu bremsen. Kredite, Börsengeschäfte, Hypothekenverwaltung, Devisenhandel und internationaler Zahlungsverkehr für Firmen- und Privatkunden in jeder Größenordnung sollten nun im digitalen Raum abgewickelt werden können.

Als Lieferanten wählte die Bank den Computerhersteller Control Data Corporation (CDC), der auf wissenschaftliches Rechnen spezialisier…

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