Wertintegration und Systeminnovation im Banking

Von Ralf Keuper

In den letzten 20 Jahren haben die Banken eine Vielzahl von Aktivitäten, die nicht mehr den Kernkompetenzen zugerechnet wurden, ausgelagert. Davon betroffen war in besonderer Weise die IT. Das Kerngeschäft einer Bank, so war und so ist noch immer zu hören, bestehe nicht darin, IT-Systeme zu betreiben, die keinen direkten Wertbeitrag leisten. Es sei ein unnötiger Kostenfaktor. Die Leistungen ließen sich besser von außen beziehen, von spezialisierten Dienstleistern, die entsprechende Skaleneffekte erzielen können.

Mit der Zeit verlagerte sich das interne Know How auf die externen Dienstleister. Ohne sie, die Dienstleister, sind die Banken kaum noch in der Lage, ihre Systeme halbwegs stabil zu halten, wenngleich die Grenzen dieses Ansatzes immer deutlicher hervortreten, wie bei der DKB und in noch größerem Umfang bei der Deutschen Bank.

Eine ähnliche Entwicklung wie in der Finanzindustrie verlief zur selben Zeit in der Automobilindustrie. Alles, was nicht direkt mit dem Kerngeschäft verbunden war und einen messbaren positiven Beitrag zu leisten imstande war, wurde ausgelagert. Die Hersteller beschränkten sich darauf, die Autos nur noch zu montieren. Der Schwerpunkt lag bzw. liegt auf dem Design, der Entwicklung und dem Vertrieb.

Sie wandelten sich im Laufe der Zeit von einem Automobilhersteller zu einem Designunternehmen, das Supply Chain Management meisterte, aber alle Kenntnisse über den Kern des Baus eines Verbrennungsmotors ging an die Zulieferer und dadurch auch irgendwie verloren. Es ist kaum zu gl…

Dieser Beitrag wurde unter Banking abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.