Von Ralf Keuper

Wei­te Tei­le des Bank­ge­schäfts haben sich bereits auf die Platt­for­men der gro­ßen Tech­no­lo­gie- und Medi­en­kon­zer­ne wie Goog­le, Apple, face­book und Ten­cent ver­la­gert. Die Ban­ken ver­su­chen nun ihrer­seits, sich unter dem Arbeits­be­griff Bey­ond Ban­king in Platt­for­men zu ver­wan­deln. Ein Wett­lauf, den die Ban­ken eben­so wie die Fin­tech-Start­ups kaum noch gewin­nen können.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben Goog­le, Apple, Ama­zon, Ten­cent, Micro­soft, Sam­sung, Ali­baba und face­book ihr Ange­bot an Finanz­dienst­leis­tun­gen sys­te­ma­tisch aus­ge­baut. Dabei nut­zen sie ihr tech­no­lo­gi­sches Fach­wis­sen (Soft­ware­ent­wick­lung, KI, Archi­tek­tu­ren), ihre Pro­duk­te (Hardware/​mobile End­ge­rä­te, Software/​Betriebssysteme, Cloud und Con­tent) und Platt­for­men (App Stores, sozia­le Netz­wer­ke. Gam­ing) sowie ihren treu­en Kun­den­stamm von meh­re­ren hun­dert Mil­lio­nen – eine bis auf Wei­te­res unschlag­ba­re Kombination.

In The Reve­nue Mul­ti­pli­er Effect How enab­ling tech­no­lo­gy dri­ves com­pa­ny value unter­su­chen die Autoren, wel­ches Rol­len­mo­dell die größ­ten Hebel­ef­fek­te mit sich bringt. Dem­nach sind es die Netz­werk-Orchestra­to­ren, wel­che den größ­ten “Reve­nue Mul­ti­pli­er Effect” erzie­len kön­nen. Netz­werk-Orchestra­to­ren sind geschickt dar­in, ihre digi­ta­le Prä­senz zu nut­zen, um ihre Waren und Dienst­leis­tun­gen zu ver­mark­ten und zu ver­kau­fen oder über Con­tent Men­schen zu unter­hal­ten, damit sie län­ger auf der Platt­form ver­wei­len. Eige­ne Bezahl- und Iden­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren und Finan­zie­rungs­an­ge­bo­te über­neh­men dabei eine wich­ti­ge Funk­ti­on, wie bei Ant Finan­cial[1]Ban­king-Geschäfts­mo­del­le im Wan­del der Zeit #3 (Ant Finan­cial).  Ange­sichts des­sen über­le­gen vie­le Ban­ken, wie sie in neue Kanä­le expan­die­ren kön­nen, um für ihre Kun­den und Anle­ger rele­vant zu blei­ben[2]Social Plat­forms Dis­rupt Ban­king Busi­ness Models.

Bereits 2015 mach­te Haydn Shaugh­nes­sy die Beob­ach­tung, dass die gro­ßen Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne in spe­zia­li­sier­te Berei­che wie Han­dels- und Lie­fer­ket­ten­fi­nan­zie­rung ein­dran­gen und damit das Kon­zept der Finan­zie­rung über die Gren­zen der tra­di­tio­nel­len Ban­ken hin­aus erwei­ter­ten[3]Das neue Gesicht der Dis­rup­ti­on: Platt­for­men machen Ban­ken platt. Die “Plat­for­mi­ca­ti­on” im Ban­king ist weit fort­ge­schrit­ten[4]Ban­ken als digi­ta­le Platt­for­men – Mög­lich­kei­ten und Gren­zen #1.

In der nächs­ten Aus­bau­stu­fe des Inter­nets, im Meta­ver­se, wird sich der Druck auf die Ban­ken wei­ter erhö­hen[5]Ban­king im Meta­ver­sum #1.