Fintech und die Dotcom-Blase 2.0 (Teil 5)

Von Ralf Keuper

Von dem Anspruch, die Banken aus deren Stammgeschäft zu vertreiben, haben sich die meisten Fintech-Startups schon längst verabschiedet. Einige Fintech-Startups sind entweder ganz vom Markt verschwunden, übernommen worden oder aber dümpeln vor sich hin. Profitabel arbeiten nur sehr wenige.

Die Hochkonjunktur der vergangenen Jahre wurde durch die Corona-Pandemie zumindest gestoppt. Das einstmals freundliche Klima (Medien, Regulierung, Risikokapital) wird für Fintech-Startups rauer. Die etablierten Banken holen auf. Diese werden wiederum von BigTech unter Druck gesetzt. Immer mehr Beobachter stellen sich die Frage, wozu die zahlreichen Fintech-Startups überhaupt noch gut sind.

Investoren sind bereits auf der Suche nach lohnenderen Investments1)As neobank valuations bubble up, some investors think there’s an even better bet in fintech.

Die Challenger oder Neo-Banken konkurrieren in erster Linie untereinander. Als Hauptbankverbindung werden sie nur von wenigen Kunden genutzt. Der Wettbewerb dreht sich demnach um die Nebenkonten der Kunden oder bezieht sich nur auf bestimmte Transaktionen. Das führt für einige Kommentatoren zu der Frage:

The question for fintech unicorns is whether customers will continue to use them as niche providers of peer-to-peer payments or travel spending or fully embrace them as a one-stop-shop for financial services.

Außerdem haben die Banken – auch mithilfe von Fintech Startups – in den letzten Jahren technologisch aufgeholt.

If traditional banks can offer fintech features, why switch?

Weitere Punkte werden in dem Beitrag Fintech post-COVID 19: Spelling the end for mediocre startups vorgestellt.

Anders als häufig angenommen und dargestellt, ist das Geschäftsmodell der meisten Fintech-Startups alles andere als innovativ. In dem Abschnitt Business models inspirend by traditional finance heisst es.

But even the most valuable fintech companies are, for the most part, payment companies, brokerages, and banks. Their distribution channels are new and effective but their business models aren’t necessarily new, payment systems like credit cards have been around for decades and traditional banking goes bank a couple of centuries.

Weiterhin:

A further problem for fintech is that the big banks have started stepping into the field and they have the potential to skew the market. Traditional banks have been in the market for a long time and can replicate many of the “USPs” of these new startups.

Diese Tatsachen bleiben den Marktakteuren nicht verborgen. Im Abschnitt Fintech bubble heisst es:

The market is now waking up to the reality that fintech will cause disruption but not one that overtakes traditional banking and thus the concerns about a fintech bubble.

Damit endet die Miniserie “Fintech und die Dotcom-Blase 2.0”

References   [ + ]

Dieser Beitrag wurde unter Banking, Fintech, Fintech und die Dotcom Blase 2.0, Serien abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.