Der Helaba-Skandal der 1970er Jahre und die ersten Gedankenspiele zu einer “Superlandesbank”

Von Ralf Keuper

In den vergangenen Jahrzehnten musste fast jede Landesbank von ihren Anteilseignern gestützt werden, um einen Marktaustritt zu verhindern. Bei der WestLB war die Lage jedoch so ausweglos, dass man beschloss, die Bank aufzulösen. Andere Landesbanken, wie die SachsenLB oder die Bremer Landesbank, mussten ihre Eigenständigkeit aufgeben und sich in die schützenden Arme einer größeren Landesbank begeben, die selber mit großen Probleme zu kämpfen hatte und hat, wie bei der LBBW und der NordLB. Letztere musste bereits im Jahr 1974 “gerettet” werden (Vgl. dazu: Déjà-vu: Die NordLB im Jahr 1974). Etwa zur selben Zeit geriet auch die Hessische Landesbank (Helaba) in eine bedrohliche Schieflage – bekannt als Helaba-Skandal.

In der ersten Hälfte der 1970er Jahre beteiligte sich die Hessische Landesbank (Helaba) an spekulativen Risikogeschäften, unter anderem den Immobilienprojekten Schwabylon in München und Sonnenring in Frankfurt-Sachsenhausen. Besonders hohe Verluste sammelten sich bei der „Investitions- und Handelsbank“ (IHB) an, die seit 1973 mehrheitlich der Helaba gehörte. In der Summe hatte die Helaba Verluste in Milliardenhöhe eingefahren. Am 17. Dezember 1973 trat der Präsident der Helaba Wilhelm Hankel (SPD) unter dem Vorw…

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