“Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim” von Werner Rügemer

Von Ralf Keuper

Als der Privatbankier Alfred Freiherr von Oppenheim im Jahr 2005 im Alter von 70 Jahren verstarb, war er der zu dem Zeitpunkt reichste Bürger der Stadt Köln. In den Nachrufen wurden seine Verdienste um die Stadt Köln hervorgehoben. Nur wenige Jahre nach seinem Ableben geriet die damals größte Privatbank Europas, Sal. Oppenheim & Cie, in existenzielle Nöte[1]Der Untergang des Bankhauses Oppenheim, die zunächst zu der Übernahme durch die Deutsche Bank führten, bevor der Name der Bank einige Jahre später verschwand[2]Deutsche Bank beerdigt Sal. Oppenheim. Die altehrwürdige Privatbank Sal. Oppenheim & Cie. existiert heute nicht mehr. Ihre ehemaligen Inhaber mussten sich vor Gericht verantworten und erhielten Bewährungsstrafen. Einer musste sogar ins Gefängnis[3]BGH schickt einen Ex-Sal. Oppenheim-Banker ins Gefängnis. In der Liste der reichsten Bürger der Stadt Köln[4]Die reichsten Kölner taucht die Familie Oppenheim nicht mehr auf.

Im Jahr 2006, ein Jahr nach dem Tod des Bankiers und noch einige Zeit vor dem Untergang des Bankhauses verfasste Werner Rügemer einen “Ungebetenen Nachruf” auf Alfred Freiherr von Oppenheim. Die Familie war darüber nicht erfreut und erwirkte vor Gericht, dass einige Stellen in dem Buch geschwärzt werden mussten. Trotz dieser Einschränkung erscheinen die Geschichte der Bank und die Rolle des Privatbankiers Alfred Freiherr von Oppenheim in dem Buch in einem nicht sonderlich schmeichelhaften Licht.

Bei seinen öffentlichen Auftritten, u.a. in seiner Funktion als Präsident der Industrie- und Handelskammer Köln, ereiferte sich Oppenheim über die seiner Ansicht nach in der Gesellschaft weit verbreitete Ans…

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