Von Ralf Keuper

Es hat sie gege­ben, die Zei­ten, als Euro­pas Ban­ken eng mit­ein­an­der koope­rier­ten und sogar die Grün­dung einer gemein­sa­men Euro­pa-Bank ins Auge fassten.

Bereits im Jahr 1963 grün­de­ten die Arns­ter­dam­Rot­ter­dam Bank N.V, die Deut­sche Bank, die Socie­te Gene­ra­le de Ban­que (Brüs­sel) und die Mid­land Bank das “Euro­pean Advi­so­ry Com­mit­tee”.  1971 stie­ßen die Credit­an­stalt Bank­ver­ein und Socie­te Gene­ral dazu. Zwei Jah­re spä­ter folg­te noch die Ban­ca Commerciale.

Zusam­men bil­de­ten sie die Euro­pean Banks Inter­na­tio­nal Com­pa­ny (EBIC). Die­se soll­te der Vor­läu­fer zu einer gemein­sa­men Hol­ding oder einer “Euro­pa-Bank” sein.

Die Per­spek­ti­ve einer mög­li­chen Ver­schmel­zung, sei es durch Grün­dung einer gemein­sa­men Hol­ding-Gesell­schaft für eine euro­päi­sche Ban­ken­grup­pe oder sogar auf dem Wege der Fusi­on zu einer gro­ßen “Euro­pa-Bank”, hat­te zu Anfang kei­ne nen­nens­wer­te Rol­le gespielt, wur­de aber bald nicht mehr aus­ge­schlos­sen[1]Herr­hau­sen. Ban­ker, Quer­den­ker, Gobal Play­er. Ein deut­sches Leben.

Ziel war zunächst, außer­halb Euro­pas mit ver­ein­ten Kräf­ten Flag­ge zu zei­gen. Im Geschäfts­be­richt der Deut­schen Bank aus dem Jahr 1977 heißt es:

… EBIC’s objec­ti­ve was to streng­t­hen the coö­pe­ra­ti­on bet­ween lea­ding Euro­pean banks and at the Same time to opcra­te joint­ly in important regi­ons in the world[2]Deut­sche Bank. Report for the Year 1977.

Neben der Deut­schen Bank waren die Dresd­ner Bank und die Com­merz­bank aktiv an der Grün­dung euro­päi­scher Ban­king-Clubs beteiligt.

Die Com­merz­bank rief im Jahr 1970 zusam­men mit der Cré­dit Lyon­nais die Euro­part­ners-Grup­pe ins Leben, der sich spä­ter noch die Ban­co Roma­na und die Ban­co His­pa­no Ame­ri­ca­no anschlos­sen[3]Take Your Part­ners: Ori­on, the Con­sor­ti­um Banks and the Trans­for­ma­ti­on of The Euro­mar­kets. Im Jahr 1992 lös­te sich die Grup­pe im gegen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men auf.

Zusam­men mit zwei wei­te­ren Ban­ken grün­de­te die Dresd­ner Bank im Jahr 1972 die Asso­cia­ted Banks of Euro­pe Cor­po­ra­ti­on (ABECOR). Auf ihrem Höhe­punkt gehör­ten der Grup­pe neun Ban­ken an, dar­un­ter BNP, Bar­clays und die Baye­ri­sche Hypo­the­ken- und Wech­sel­bank. Der Ver­bund konn­te die Erwar­tun­gen der teil­neh­men­den Ban­ken indes nicht erfüllen.

The asso­cia­ti­on gene­ral­ly did not live up to the expec­ta­ti­ons of its mem­ber banks, with the excep­ti­on of the eco­no­mists, who regu­lar­ly and inten­si­ve­ly exch­an­ged thoughts and were able to tap into size­ab­le data­ba­ses and ana­ly­sis. The banks found that when attemp­t­ing joint pro­jects the majo­ri­ty were often held back by a stubborn minority.

Auf Dau­er waren die Inter­es­sen der Ban­ken zu unter­schied­lich, als dass eine Euro­pa-Bank oder eine gemein­sa­me Hol­ding dar­aus hät­ten ent­ste­hen kön­nen. Die Ban­ken ver­such­ten es allei­ne und/​oder durch die Ein­schal­tung von Kor­re­spon­denz­ban­ken. Dar­an hat sich eigent­lich nicht viel geändert.

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