Von Ralf Keuper

Der Chef von J‑P. Mor­gan Cha­se, Jamie Dimon, geht auf Distanz zu den sog. Daten­ag­gre­ga­to­ren, wie Mint, Qui­cken, Acorn oder Pen­ny, wor­über u.a. die New York Times in Jamie Dimon Wants to Pro­tect You From Inno­va­ti­ve Start-Ups berich­tet. Dimon wirft den Aggre­ga­to­ren u.a. vor, sie wür­den mehr Daten über die Kun­den erhe­ben, als nötig und über­dies die Daten häu­fig an Drit­te wei­ter­ver­kau­fen, ohne dass dies für die Kun­den trans­pa­rent sei.

Der erwähn­te Bei­trag in der New York Times und Four Myths about Account Aggre­ga­ti­on gehen näher auf die Kri­tik­punk­te Dimons ein.

Dimon wirft die Anbie­ter in einen Topf. Fest­zu­hal­ten ist, dass Anbie­ter wie Yod­lee mit dem Ver­kauf der Daten ein ein­träg­li­ches Geschäft betrei­ben, wie das WSJ vor eini­ger Zeit in Pro­vi­der of Per­so­nal Finan­ce Tools Tracks Bank Cards, Sells Data to Inves­tors schrieb. Zu den von Dimon und ande­ren häu­fig ins Feld geführ­ten Sicher­heits­män­geln, wie sie z.B. mit dem sog. Screen Scra­ping ver­bun­den sei­en, stellt die New York Times fest:

But by ear­ly 2002, the tra­de publi­ca­ti­on Ame­ri­can Ban­ker was decla­ring the­se con­cerns “almost pas­sé.” Ear­ly on, big banks them­sel­ves used aggre­ga­tors becau­se high-net-worth cus­to­mers wan­ted to see all their account balan­ces on a sin­gle Web dashboard.

Wei­ter­hin:

The aggre­ga­tors have never had a bre­ach that we know of. Plaid, in a posi­ti­on paper on the­se issu­es, points out that JPMor­gan Cha­se had a bre­ach in 2014 in which thie­ves sto­le the con­ta­ct infor­ma­ti­on of tens of mil­li­ons of customers.

Eini­ge Beob­ach­ter erken­nen in der Akti­on von Dimon und ande­ren, wie Wells Far­go und der Bank of Ame­ri­ca, die Furcht vor zuneh­men­dem Wett­be­werb bzw. vor der bevor­ste­hen­den drit­ten Marktphase:

Now comes Pha­se 3, in which the aggre­ga­tors are hel­ping start-ups auto­ma­te the trans­fer of money from big banks, using the banks’ own data to do it. Con­si­der Acorns, which rounds up your purcha­ses to the nea­rest dol­lar, grabs that extra chan­ge from your bank and drops it in an Acorns invest­ment account. Nif­ty, right?

Folgt dar­aus, dass die die Geschäfts­mo­del­le von Ban­ken und Daten­ag­gre­ga­to­ren nicht zusam­men pas­sen? Bei Xero ist man da ande­rer Ansicht. Der aus­tra­li­sche Anbie­ter setzt vor allem auf das Two-way data sharing:

More than 50 Aus­tra­li­an finan­cial insti­tu­ti­ons, inclu­ding each of the big four banks, are fee­ding account data into the Xero accoun­ting dash­board, which is used by 262,000 small busi­nes­ses in Aus­tra­lia. But 20 have gone fur­ther, and are now enga­ged in two-way data sharing. This allows a Xero cus­to­mer to aut­ho­ri­se Xero to feed back to the bank or fin­tech their enri­ched data, pro­vi­ding a more com­pre­hen­si­ve view of their busi­ness than banks typi­cal­ly get from cur­rent processes.

Also eher Koope­ra­ti­on statt Konfrontation?

In Euro­pa wird sich die Situa­ti­on für Daten­ag­gre­ga­to­ren und Ban­ken mit der Gene­ral Data Pro­tec­tion Regu­la­ti­on GDPR ver­än­dern. Wich­ti­ger Bestand­teil ist der Punkt Con­sent.

Wei­te­re Informationen:

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