Banking: Im Sog der Datengravitation

Von Ralf Keuper

Daten haben Gewicht. Das ist keinesfalls nur metaphorisch gemeint. Je mehr Daten zusammenkommen, um so träger werden sie. Der Aufwand, sie von einem Speicherort zu einem anderen zu transportieren, wächst mit der Masse an Daten. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es kaum noch möglich ist, die Daten zu bewegen. In der Fachsprache hat sich dafür der Begriff Datengravitation herausgebildet (Vgl. dazu: Die Trägheit der Daten: Datengravitation).

Viele Unternehmen und Banken sind dazu übergangen, ihre Daten in Clouds zu speichern. Diesen Service bieten sog. Hyperscaler wie Google, Amazon, Microsoft und Alibaba an. An ihnen führt bei der Speicherung großer Datenmengen kaum ein Weg vorbei. Die Datengravitation kann dazu führen, dass die Unternehmen in ein Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Cloud-Betreiber geraten. Der Aufwand für den Transport der Daten ist irgendwann zu hoch. Um diesem Lock-In-Effekt zu entgehen, wenden die Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie an. Dabei werden die Anwendungen und Daten auf mehrere Anbieter verteilt.

Die Gesetze der Physik gelten auch für die Daten- und Plattformökonomie. Einige Autoren, wie Thomas und Brigitte Görnitz in Der kreative Kosmos. Geist und Materie aus Information, gehen so weit, Information als absolute Größe, wie Energie und Elementarteilichen, zu interpretieren.

Für die Umwandlung von absoluter Information, d.h. von quantisierten binären Alternativen, in Energie und massive Materie gibt es ebenfalls bereits mathematische Modelle. Schon in den 1980er Jahren ist gezeigt worden, dass alle denkbaren Elementarteilchen aus quantisierten binären Alternativen aufgebaut werden können. Damit ist ein mathematischer Formalismus aufgestellt worden, mit dessen Hilfe die Sprechweise von “Energie und Materie als kondensierter Information” zu einer physikalisch sinnvollen Aussage wird.

Mit Blick auf …

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