Warum Apple keine Bank sein muss, um das Banking umzukrempeln

Von Ralf Keuper

In steter Regelmäßigkeit taucht die Frage auf, ob und wann denn endlich Apple eine Bank gründet oder kauft. Am Geld jedenfalls liegt es nicht. Aber auch sonst besteht wenig Notwendigkeit für Apple, sich eine Bank einzuverleiben oder selber eine zu gründen, da die Zeit, d.h. die Digitalisierung und der Medienwandel, ohnehin in seine Richtung laufen.

Der strategische Fehler der Banken bestand darin, zu glauben, dass neue Herausforderer entweder aus den eigenen Reihen kommen würden, und falls nicht, dann müssten sie sich ebenfalls der Regulierung unterwerfen, womit ihr Wettbewerbsvorteil, wie in Form höherer Agilität und größerem technologischen Know How, schnell verloren ginge. Diesen Gefallen tut Apple den Banken nicht. Nicht aus Bockigkeit, sondern aus nüchternem Kalkül. Dabei handelt es sich nicht um gezielte Attacken auf die Banken oder andere Branchen, denn damit müsste man sich über kurz oder lang deren Branchenlogik anpassen. Gerade das aber macht Apple nicht. Der Ausgangspunkt ist ein anderer: Wenn man mit Geräten, Software und neuerdings mit Services (Streaming, Payment, Credit Card, Identity), die wesentlichen Kontrollpunkte im Internet besetzt, kann man Branche für Branche ohne direkte Konfrontation erobern. Das könnte man als die Anwendung der Indirekten Strategie bezeichnen. Man umgeht den Gegner, legt einen Belagerungsring um ihn, den man mit der Ze…

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