Von Ralf Keuper

Um ihren Son­der­sta­tus für den wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Fort­schritt zu legi­ti­mie­ren, bedient sich die Start­up-Sze­ne bestimm­ter Begrif­fe und Erzäh­lun­gen. Dis­rup­ti­on, Akze­le­ra­tio­nis­mus (Hyper­be­schleu­ni­gung) und die Pfle­ge eines Genie­kults die­nen dazu, die Deu­tungs­ho­heit im gesell­schaft­li­chen Dis­kurs zu erobern und das eige­ne Wir­ken im hel­len Licht erstrah­len zu lassen.

Wer Zwei­fel an der Sen­dung der selbst­er­nann­ten Dis­rupto­ren anmel­det, zeigt damit nur, dass sie oder er die Zei­chen der Zeit nicht erkannt haben, was aber eh ohne Belang ist, da die Ent­wick­lung so oder so über sie hin­weg gehen wird. Die Eigen­lo­gik des tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts ist so zwin­gend, dass sich Dis­kus­sio­nen über sei­ne Sinn­haf­tig­keit erüb­ri­gen. Die Lösung liegt dem­nach nicht in einer Ver­lang­sa­mung, son­dern im Gegen­teil, in der Hyper­be­schleu­ni­gung – im Akze­le­ra­tio­nis­mus[1]Ist Hyper­be­schleu­ni­gung die Lösung?.

Zen­tral ist die Betrach­tung des Kapi­ta­lis­mus als einen sich beschleu­ni­gen­den Pro­zess der Deter­ri­to­ria­li­sie­rung, der nicht über­wun­den wer­den kann und sich auf eine post­hu­ma­nis­ti­sche Welt zube­wegt. Aller­dings sind sich die ein­zel­nen Strö­mun­gen des Akze­le­ra­tio­nis­mus dar­in une…

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