Die EPI-Che­fin erklärt den digi­ta­len Euro für über­flüs­sig, kri­ti­siert die Händ­ler für man­geln­de Koope­ra­ti­on – und ver­kün­det Pro­fi­ta­bi­li­tät nach 2030. Das ist kei­ne Pro­gno­se, das ist eine Ver­mu­tung. Die Händ­ler haben das­sel­be Dreh­buch schon ein­mal vor­ge­führt, bei Pay­di­rekt. Und bis 2030 haben Pay­Pal, Apple und Goog­le im Agen­tic Com­mer­ce längst wei­te­re Fak­ten geschaffen.


Mar­ti­na Wei­mert, CEO der Euro­pean Pay­ments Initia­ti­ve (EPI) und damit Lei­te­rin der Mut­ter­or­ga­ni­sa­ti­on von Wero, hat in einem Inter­view mit der Süd­deut­schen Zei­tung dem Pro­jekt des digi­ta­len Euro eine kla­re Absa­ge erteilt. Wero sei bereits eta­bliert, funk­tio­nie­re, wach­se – und der digi­ta­le Euro schaf­fe nur teu­re Dop­pel­struk­tu­ren. Der Appell: Inte­gra­ti­on statt Kon­kur­renz. Wei­merts Dia­gno­se klingt prag­ma­tisch, markt­nah, euro­pa­po­li­tisch vernünftig.

Bevor man Wei­merts Argu­men­te prüft, soll­te man ihre Posi­ti­on prü­fen. Sie lei­tet die Orga­ni­sa­ti­on, die Wero betreibt und auf des­sen Erfolg ange­wie­sen ist. Das macht ihre Kri­tik am digi­ta­len Euro nicht falsch – aber es macht sie zu einer Stel­lung­nah­me, nicht zu einem Urteil. Ihre Auf­ga­be ist es, EPI und Wero zu ver­tre­ten. Es ist jedoch ein Ein­wand gegen eine Rezep­ti­on, die ihre Posi­ti­on weit­ge­hend unkom­men­tiert als Befund behan­delt. Die Mei­nung einer Wett­be­wer­be­rin im regu­la­to­ri­schen Ver­fah­ren ist eine Stel­lung­nah­me, kei­ne Analyse.

Die Kate­go­rien­fra­ge, die nie­mand stellt

Das ent­schei­den­de ana­ly­ti­sche Pro­blem liegt nicht in Wei­merts Inter­es­sen, son­dern in der kon­zep­tu­el­len Unschär­fe, die sich durch die gesam­te Debat­te zieht: Wero und der digi­ta­le Euro sind kei­ne funk­tio­na­len Sub­sti­tu­te. Sie ope­rie­ren auf ver­schie­de­nen Ebe­nen des Geldsystems.

Wero bewegt Geschäfts­bank­geld. Es ist ein Über­wei­sungs­pro­to­koll, das auf bestehen­den Bank­kon­ten auf­setzt, SEPA-Instant nutzt und Trans­ak­tio­nen zwi­schen Kon­to­in­ha­bern erleich­tert. Das Geld, das dabei den Besit­zer wech­selt, ist pri­va­tes Ban­ken­geld – mit dem sys­te­mi­schen Risi­ko, das dazu gehört. Wer kein Bank­kon­to hat oder des­sen Bank in eine Schief­la­ge gerät, ist raus.

Der digi­ta­le Euro wäre Zen­tral­bank­geld – direk­te Ver­bind­lich­keit der EZB, ohne Aus­fall­ri­si­ko, struk­tu­rell ver­gleich­bar mit Bar­geld. Die­se Eigen­schaft macht ihn in bestimm­ten Anwen­dungs­fel­dern zu etwas grund­le­gend ande­rem: als Infra­struk­tur für staat­li­che Trans­fer­zah­lun­gen, als Instru­ment der finan­zi­el­len Inklu­si­on, als Rück­ver­si­che­rung in Kri­sen. Den Satz, der digi­ta­le Euro schaf­fe „Dop­pel­struk­tu­ren”, könn­te man mit der­sel­ben Logik auf Bar­geld anwen­den. Auch Bar­geld „dupli­ziert” das Giro­kon­to. Dass die­se Dupli­zie­rung einen Sys­tem­zweck erfüllt, ist eine Ein­sicht, die in der Wero-Logik kei­nen Platz hat.

Die Wachs­tums­zah­len im Kontext

43 Mil­lio­nen Nut­zer, 7,5 Mil­li­ar­den Euro Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men im ers­ten Jahr – die­se Zah­len wer­den im Dis­kurs als Markt­rei­fe­be­weis prä­sen­tiert. Sie ver­die­nen Einordnung.

Wero ist der­zeit in Deutsch­land, Frank­reich und Bel­gi­en aktiv – drei Märk­te mit zusam­men rund 200 Mil­lio­nen Ein­woh­nern. Eine Durch­drin­gung von etwa 20 Pro­zent ist für eine neue Zah­lungs­lö­sung kein schlech­ter Start, aber noch kein Indi­ka­tor für sys­te­mi­sche Rele­vanz. Zum Ver­gleich: Allein der deut­sche Kar­ten­zah­lungs­markt umfasst ein jähr­li­ches Volu­men von weit über 300 Mil­li­ar­den Euro. Wer­os 7,5 Mil­li­ar­den Euro sind dar­in eine gerin­ge Grö­ße. Ent­schei­dend wäre zudem die Unter­schei­dung zwi­schen regis­trier­ten und aktiv nut­zen­den Kon­ten – eine Infor­ma­ti­on, die öffent­lich nicht ver­füg­bar ist.

Hin­zu kommt die selek­ti­ve Erfolgs­ge­schich­te von EPI selbst. Das ursprüng­li­che Kern­pro­jekt – eine euro­päi­sche Debit­kar­te als Gegen­ent­wurf zu Mas­ter­card und Visa – wur­de 2022 ein­ge­stellt, nach­dem meh­re­re gro­ße Ban­ken aus­stie­gen. Dass der Wero-Neu­start nun als Beweis euro­päi­scher Zah­lungs­sou­ve­rä­ni­tät gerahmt wird, ist ein Nar­ra­tiv, das die eige­ne insti­tu­tio­nel­le Pfad­ab­hän­gig­keit ausklammert.

Am auf­schluss­reichs­ten ist in die­sem Zusam­men­hang Wei­merts eige­ne Aus­sa­ge zur Finanz­la­ge: EPI schrieb 2024 einen Ver­lust von über 50 Mil­lio­nen Euro, benö­tigt bis 2030 eine wei­te­re Kapi­tal­run­de – und erst danach sei Pro­fi­ta­bi­li­tät rea­lis­tisch. Das ist ein bemer­kens­wer­ter Selbst­an­wen­dungs­test für die eige­ne Argu­men­ta­ti­on. Wei­mert kri­ti­siert den digi­ta­len Euro, weil er „teu­er für Händ­ler und Ban­ken” wer­de. Das Sys­tem, das die­se Kos­ten ver­mei­den soll, ist für die betei­lig­ten Ban­ken selbst gegen­wär­tig ein Ver­lust­ge­schäft auf unbe­stimm­te Zeit. Und der Vor­wurf, der digi­ta­le Euro kom­me „fünf Jah­re zu spät” – mit geplan­ter Ein­füh­rung ab 2029 – trifft ein Sys­tem, das Wero selbst erst nach 2030 ein­ho­len will. Die Zeit­ach­sen, die im Sou­ve­rä­ni­täts­nar­ra­tiv weit aus­ein­an­der­lie­gen sol­len, lie­gen in der ope­ra­ti­ven Rea­li­tät dicht nebeneinander.

Wobei „nach 2030 pro­fi­ta­bel” bereits eine groß­zü­gi­ge Les­art ist. Es ist eine Ver­mu­tung – kei­ne Pro­gno­se, kein Modell, kei­ne gesi­cher­te Pla­nung. Die Ver­gan­gen­heit euro­päi­scher Zah­lungs­in­itia­ti­ven spricht eine ande­re Spra­che: Giro­pay, Pay­di­rekt, Yapi­tal schei­ter­ten nicht an man­geln­dem poli­ti­schen Wil­len oder zu wenig Start­ka­pi­tal, son­dern dar­an, dass Händ­ler und Ver­brau­cher das Pro­dukt schlicht nicht annah­men. Pay­di­rekt ist dabei beson­ders instruk­tiv: Jah­re­lang von deut­schen Ban­ken mit erheb­li­chem Auf­wand betrie­ben, am Ende still beer­digt, weil die Händ­ler­ak­zep­tanz demons­tra­tiv aus­blieb. Die­sel­ben Händ­ler, die Wei­mert heu­te für Wer­os schlep­pen­den E‑Com­mer­ce-Start ver­ant­wort­lich macht, haben das schon ein­mal vor­ge­führt. Dass es dies­mal anders wird, ist nicht aus­ge­schlos­sen – aber es ist eine Wet­te, kei­ne Gewiss­heit. Wero als gesi­cher­te euro­päi­sche Zah­lungs­in­fra­struk­tur zu behan­deln, solan­ge die­se Wet­te noch läuft, ist ana­ly­tisch voreilig.

Was die­sen Befund noch schwe­rer wiegt: Die 2030-Per­spek­ti­ve ist kein neu­tra­ler Pla­nungs­ho­ri­zont – sie ist eine Wet­te auf Still­stand. Der Zah­lungs­ver­kehr ist kein sta­bi­les Feld, das auf Wero war­tet. Pay­Pal, Apple und Goog­le haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sys­te­ma­tisch Posi­tio­nen im E‑Commerce auf­ge­baut, die weit über rei­ne Trans­ak­ti­ons­ab­wick­lung hin­aus­ge­hen – in Rich­tung Agen­tic Com­mer­ce, also auto­ma­ti­sier­ter Kauf­ent­schei­dun­gen durch KI-Agen­ten, die Zah­lungs­in­fra­struk­tur als ein­ge­bet­te­te Funk­ti­on vor­aus­set­zen. Wer dort bis 2030 nicht als Stan­dard ver­an­kert ist, wird es danach nicht mehr wer­den. Die eta­blier­ten Platt­for­men schaf­fen Fak­ten in einer Geschwin­dig­keit, die einen kon­sor­ti­al­ge­führ­ten Auf­bau auf Sicht von Jah­ren struk­tu­rell über­for­dert. Wer­os Pro­fi­ta­bi­li­täts­ho­ri­zont ist inso­fern nicht nur ein Finanz­pro­blem – er ist ein stra­te­gi­sches Kate­go­rien­pro­blem. Was Wei­mert als Auf­bau­pha­se beschreibt, hat die Struk­tur von Plan­wirt­schaft: Ziel­da­ten wer­den gesetzt, Kapi­tal­be­darf wird kom­mu­ni­ziert, Markt­dy­na­mi­ken wer­den als hand­hab­bar vor­aus­ge­setzt. Der Markt hält sich dar­an nicht.

Sou­ve­rä­ni­tät: Gegen wen, genau?

Das geo­po­li­ti­sche Argu­ment ist das stärks­te in Wei­merts Reper­toire – und gleich­zei­tig das am wenigs­ten durch­ge­ar­bei­te­te. Euro­pa müs­se unab­hän­gi­ger wer­den von US-Platt­for­men wie Pay­Pal, das geo­po­li­ti­sche Umfeld ver­lan­ge euro­päi­sche Alter­na­ti­ven. Rich­tig. Aber Wero löst das Pro­blem nur partiell.

Im P2P-Bereich, also bei Über­wei­sun­gen zwi­schen Pri­vat­per­so­nen, funk­tio­niert Wero bereits. Im E‑Com­mer­ce-Bereich, wo der eigent­li­che Markt­an­teil von Visa, Mas­ter­card und Pay­Pal liegt, ist Wero noch nicht voll aus­ge­rollt. Und selbst dort, wo Wero ope­riert, bleibt die Infra­struk­tur abhän­gig von inter­na­tio­na­len Kor­re­spon­denz­bank­struk­tu­ren und par­ti­ell von kar­ten­ba­sier­ten Abwick­lungs­netz­wer­ken. Sou­ve­rä­ni­tät gegen­über ame­ri­ka­ni­schen Big-Tech-Platt­for­men durch ein euro­päi­sches Ban­ken­kon­sor­ti­um ist kein voll­stän­di­ger Sou­ve­rä­ni­täts­ge­winn – es ist eine Risi­ko­ver­la­ge­rung von ame­ri­ka­ni­schen Platt­for­men zu euro­päi­schen Finanzinstituten.

Das hat stra­te­gi­sche Vor­tei­le. Aber es hat auch Impli­ka­tio­nen: Ein pri­va­tes Kon­sor­ti­um setzt eige­ne Kon­di­tio­nen, kann Mit­glie­der aus­schlie­ßen, ist dem Share­hol­der-Inter­es­se ver­pflich­tet und unter­liegt letzt­lich Markt­lo­gi­ken. Eine öffent­li­che Infra­struk­tur wie der digi­ta­le Euro wäre ande­ren Gover­nan­ce-Prin­zi­pi­en unter­wor­fen – nicht bes­se­ren, aber anderen.

Was die Debat­te ausblendet

Wei­merts Plä­doy­er für Wero hat eine impli­zi­te Leer­stel­le: den Nut­zer ohne Bank­kon­to. In der EU leben Schät­zun­gen zufol­ge noch immer meh­re­re Mil­lio­nen Erwach­se­ne, die kei­nen Zugang zu einem Bank­kon­to haben. Wero hilft ihnen struk­tu­rell nicht. Der digi­ta­le Euro könn­te – je nach Aus­ge­stal­tung – genau die­sen Zugang eröff­nen: als digi­ta­le Bar­geld­al­ter­na­ti­ve, die kei­ne Bank­be­zie­hung voraussetzt.

Ähn­li­ches gilt für staat­li­che Anwen­dun­gen. Die Pro­gram­mier­bar­keit von Zen­tral­bank­geld ermög­licht Trans­fer­zah­lun­gen mit defi­nier­ten Ver­wen­dungs­bin­dun­gen – Kurz­ar­bei­ter­geld, Ener­gie­bei­hil­fen, kom­mu­na­le För­der­pro­gram­me –, die über Wero kon­zep­tio­nell nicht abbild­bar sind. Das ist kei­ne Kri­tik an Wero. Es ist der Hin­weis, dass die Instru­men­te unter­schied­li­che Zwe­cke bedie­nen und kein voll­stän­di­ges Sub­sti­tu­ti­ons­ver­hält­nis besteht.

Händ­ler­kri­tik: Ein Koalitionsproblem

Das Inter­view ent­hält eine Pas­sa­ge, die in der Bericht­erstat­tung eher bei­läu­fig behan­delt wird, stra­te­gisch aber das Auf­schluss­reichs­te am gan­zen Auf­tritt ist. Wei­mert erklär­te, der E‑Com­mer­ce-Start von Wero ver­lau­fe schlep­pend, und benann­te die Ver­ant­wort­li­chen: „Wir haben den Händ­lern und eini­gen Dienst­leis­tern bezüg­lich ihrer Pla­nung ver­traut, das war teil­wei­se ein Fehler.”

Das ist eine öffent­li­che Schuld­zu­wei­sung an die Koali­ti­ons­part­ner, ohne die das Geschäfts­mo­dell nicht funk­tio­niert. Wero ist ein Zwei-Sei­ten-Markt: Ohne Händ­ler­ak­zep­tanz ver­liert das Nut­zer­wachs­tum sei­ne Ein­lös­bar­keit, ohne Nut­zer­druck haben Händ­ler kei­nen Grund zur Inte­gra­ti­on. In die­ser Kon­stel­la­ti­on braucht Wero die Händ­ler struk­tu­rell mehr als die Händ­ler Wero – sie haben Alter­na­ti­ven, Wero hat keine.

Der Selbst­wi­der­spruch tritt dabei offen zuta­ge. Wei­mert kom­mu­ni­ziert im sel­ben Inter­view: Wero wächst, hat Mil­lio­nen Nut­zer, ist Euro­pas Ant­wort auf Pay­Pal. Und gleich­zei­tig: Die Händ­ler haben uns im Stich gelas­sen. Wenn das Pro­dukt die behaup­te­te Über­zeu­gungs­kraft hät­te, wäre die nahe­lie­gen­de Fra­ge, war­um Händ­ler die Inte­gra­ti­on dann ver­schleppt haben. Die ehr­li­che Ant­wort – der Busi­ness Case war aus Händ­ler­per­spek­ti­ve nicht zwin­gend genug – kann Wei­mert öffent­lich nicht for­mu­lie­ren. Also wird die Kau­sa­li­tät umgedreht.

Erschwe­rend kommt die Finanz­la­ge hin­zu. Wer aus einer struk­tu­rel­len Ver­lust­po­si­ti­on her­aus – mit Kapi­tal­run­den­be­darf bis 2030 und Pro­fi­ta­bi­li­tät frü­hes­tens danach – öffent­lich Schuld zuweist, signa­li­siert kei­ne Stär­ke, son­dern Druck. Das ist eine Ver­hand­lungs­po­si­ti­on, kei­ne Markt­macht. Und Händ­ler, die das Inter­view lesen, ver­ste­hen den Sub­text: Der Part­ner, der sie kri­ti­siert, ist auf wei­te­re Jah­re auf ihre Koope­ra­ti­on ange­wie­sen, ohne sie erzwin­gen zu können.

Das eigent­li­che stra­te­gi­sche Risi­ko liegt dar­in, dass Wei­merts Händ­ler­kri­tik unbe­ab­sich­tigt das stärks­te Argu­ment für den digi­ta­len Euro bestä­tigt. Der regu­la­to­ri­sche Ent­wurf, über den das EU-Par­la­ment vor­aus­sicht­lich im Juni abstimmt, sieht eine gesetz­li­che Akzep­tanz­pflicht für Händ­ler vor – das, was Wero struk­tu­rell fehlt und nicht erset­zen kann. Indem Wei­mert beklagt, dass frei­wil­li­ge Koope­ra­ti­on nicht funk­tio­niert hat, beschreibt sie prä­zi­se die Lücke, die der digi­ta­le Euro schlie­ßen soll.

Das Mus­ter ist aus der deut­schen Zah­lungs­ver­kehrs­ge­schich­te ver­traut. Giro­pay, Pay­di­rekt, Yapi­tal – alle schei­ter­ten unter ande­rem dar­an, kei­ne aus­rei­chen­de und sta­bi­le Händ­ler­ak­zep­tanz auf­zu­bau­en. Wei­mert hat in frü­he­ren Inter­views selbst auf die­ses Schick­sal ver­wie­sen und erklärt, war­um Wero anders sei. Die Händ­ler­schel­te klingt nicht wie ein Unter­schied zu die­sem Mus­ter. Sie klingt wie eine Wiederholung.

Was bleibt

Die Fra­ge, ob Euro­pa einen digi­ta­len Euro braucht, lässt sich nicht durch die Exis­tenz von Wero beant­wor­ten. Sie erfor­dert eine Abwä­gung: öffent­li­che gegen­über pri­va­ter Infra­struk­tur, Zen­tral­bank­geld gegen­über Geschäfts­bank­geld, finan­zi­el­le Inklu­si­on gegen­über Markt­durch­drin­gung, regu­la­to­ri­sche Stan­dar­di­sie­rung gegen­über Konsortialflexibilität.

Wei­merts Posi­ti­on mar­kiert einen legi­ti­men Stand­punkt in die­ser Abwä­gung – den einer Anbie­te­rin, die ein kon­kre­tes Pro­dukt gegen einen poten­zi­el­len Wett­be­wer­ber ver­tei­digt. Das ver­dient Gehör. Es ver­dient kei­ne unkri­ti­sche Übernahme.

Ralf Keu­per 


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