Von Ralf Keuper

Die Fonds­bran­che befürch­tet, in Kür­ze eines der nächs­ten Zie­le von Apple, Ali­b­a­ba, Ten­cent & Co. zu sein, wie u.a. in Wann grei­fen Apple und Goog­le die Fonds­bran­che an? zu lesen ist. Schon vor einem Jahr warn­te der Prä­si­dent des Euro­päi­schen Fonds­ver­bands Efa­ma, Chris­ti­an Darg­nat, davor, dass Mar­ken wie Goog­le Asset Manage­ment und Face­book Asset Manage­ment den Markt auf­rol­len könnten.

So abwe­gig ist das Sze­na­rio nicht. Ali­b­a­ba und Ten­cent sind bereits mit eige­nen Fonds auf dem chi­ne­si­schen Markt ver­tre­ten. Der Finanz­arm von Ali­b­a­ba, Ant Finan­cials, gebie­tet mit Yu’e Bao über den größ­ten Anle­ger­fonds Chi­nas, der auch gleich­zei­tig einer der größ­ten welt­weit ist. Ten­cent liegt mit sei­ner Asset Platt­form Licai­tong dicht hin­ter Alibaba.

Apple ver­fügt mit sei­ner in Neva­da ansäs­si­gen Toch­ter­fir­ma Braeburn Capi­tal über einen der größ­ten Hedge­fonds der Welt. Im Jahr 2012 war es sogar der größ­te. Goog­le ist mit Goog­le Ven­tures auf dem VC-Markt aktiv.

So viel lässt sich sagen, dass die Inter­net­kon­zer­ne durch­aus in der Lage sind, auf glo­ba­ler Ebe­ne in das Fonds­ge­schäft ein­zu­stei­gen, so sie denn wirk­lich wollten.

In Chi­na schlägt Ali­b­a­ba und Ten­cent mitt­ler­wei­le der Wind ent­ge­gen. Die Regie­rung hat ein wach­sa­mes Auge auf die Akti­vi­tä­ten der gro­ßen Inter­net­kon­zer­ne des Lan­des auf dem wei­ten Feld des Inter­net Finan­cing geworfen.

Rea­ler ist da die Gefahr für das Brot-und-But­ter – Geschäft der Ban­ken, wie Peter Bosek, Pri­vat­kun­den­vor­stand der öster­rei­chi­schen Ers­te Bank, zu beden­ken gibt.

Bosek wird in dem ein­gangs erwähn­ten Bei­trag mit den Wor­ten zitiert:

“Wenn die App­les und Goo­g­les die­ser Welt das Bank­ge­schäft betre­ten, dann wer­den sie nicht anfan­gen, Kre­di­te zu ver­ge­ben. Sie haben einen unglaub­lich guten Über­blick über Infor­ma­tio­nen.“ Sie könn­ten der Wer­be­wirt­schaft zusätz­lich zu den ande­ren Infor­ma­tio­nen dann auch sagen, wohin die Zah­lungs­strö­me flie­ßen und damit auch, wo die Men­schen ein­kau­fen gehen. Dann haben die Ban­ken ein Pro­blem, stellt Bosek fest.

Das Pro­blem ist schon da.

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