Wenn deut­sche Fintechs über die BaFin kla­gen, klingt es stets nach struk­tu­rel­ler Unter­drü­ckung: Eine behörd­li­che Brems­klotz-Men­ta­li­tät ver­hin­de­re Inno­va­ti­on, ver­schärf­te Anfor­de­run­gen wür­den das Wachs­tum abwür­gen, die BaFin und ihr Exe­ku­tiv­di­rek­tor des Geschäfts­be­reichs Stra­te­gie, Poli­cy und Steue­rung, Rupert Schae­fer, betrei­be eine Art regu­la­to­ri­schen Rück­schritt. Was in die­ser Erzäh­lung kon­se­quent aus­ge­blen­det wird: Der ver­meint­li­che Nor­mal­zu­stand, auf den sich die Kri­ti­ker bezie­hen, war kein Nor­mal­zu­stand. Er war regu­la­to­ri­sche Unter­de­ckung mit freund­li­chem Gesicht.


Die Hufeld-Ära als struk­tu­rel­le Anomalie

Felix Hufeld lei­te­te die BaFin von 2015 bis 2021—also genau in jener Pha­se, in der das deut­sche Fin­tech-Öko­sys­tem sei­ne prä­gen­den Wachs­tums­jah­re erleb­te. Unter sei­ner Füh­rung ent­wi­ckel­te die Behör­de ein Selbst­ver­ständ­nis, das sich sys­te­ma­tisch von klas­si­scher Auf­sichts­lo­gik ent­fern­te: Inno­va­ti­ons­för­de­rung als Behör­den­mo­tiv, per­sön­li­che Zugäng­lich­keit für Grün­der und CEOs, impli­zi­te Dul­dung von Ska­lie­rungs­mo­del­len, die Com­pli­ance-Infra­struk­tur als nach­ge­la­ger­te Auf­ga­be behandelten.

Das war kein Zufall und auch kei­ne per­sön­li­che Eigen­heit Hufelds. Es spie­gel­te den finanz­po­li­ti­schen Zeit­geist: Deutsch­land soll­te auf­ho­len gegen­über Lon­don, Ams­ter­dam und Stock­holm; Regu­lie­rung galt als Stand­ort­nach­teil; die BaFin soll­te mit­hel­fen, das zu kor­ri­gie­ren. Die struk­tu­rel­le Inkom­pa­ti­bi­li­tät die­ses Selbst­ver­ständ­nis­ses mit dem Auf­sichts­man­dat wur­de dabei nicht diskutiert—sie wur­de wegmoderiert.

Das Ergeb­nis war eine Gene­ra­ti­on von Fin­tech-Unter­neh­men, die unter güns­ti­gen Auf­sichts­be­din­gun­gen groß wur­de und die­se Bedin­gun­gen als Refe­renz­punkt inter­na­li­sier­te. Die Erwar­tung, dass eine Behör­de zumin­dest mit­denkt, wenn nicht mit­ge­stal­tet, war nicht ideo­lo­gisch motiviert—sie war schlicht erfah­rungs­ba­siert. Nur dass die­se Erfah­rung auf einem struk­tu­rel­len Feh­ler beruhte.

Wire­card: Die Zäsur, die den Hufeld-Zeit­raum rück­wir­kend neu bewertet

Wire­card ist nicht nur ein Ein­schnitt in der deut­schen Finanzgeschichte—es ist die struk­tu­rel­le Wider­le­gung des Hufeld-Modells. Der Skan­dal ereig­ne­te sich nicht trotz der BaFin, son­dern auch wegen ihr.

Die Chro­no­lo­gie ist bekannt, ihre insti­tu­tio­nel­le Bedeu­tung wird den­noch sys­te­ma­tisch unter­schätzt: Als Jour­na­lis­ten und Leer­ver­käu­fer ab 2019 öffent­lich auf Unre­gel­mä­ßig­kei­ten in der Wire­card-Bilanz hin­wie­sen, reagier­te die BaFin nicht mit einer Prü­fung des Unternehmens—sie erstat­te­te Anzei­ge gegen die Warn­ge­ber. Leer­ver­käu­fe auf Wire­card-Akti­en wur­den tem­po­rär ver­bo­ten. Die Behör­de posi­tio­nier­te sich insti­tu­tio­nell auf der Sei­te des spä­te­ren Betrü­gers gegen die­je­ni­gen, die den Betrug auf­deck­ten. Das ist kei­ne Nachlässigkeit—das ist insti­tu­tio­nel­le Selbst­blo­cka­de als Systemfehler.

Was erklärt die­ses Ver­sa­gen? Nicht pri­mär indi­vi­du­el­le Inkom­pe­tenz, son­dern die struk­tu­rel­le Logik einer Behör­de, die sich zu sehr mit dem Wachs­tums­nar­ra­tiv des regu­lier­ten Sek­tors iden­ti­fi­ziert hat­te. Wire­card galt als deut­sches Fin­tech-Vor­zei­ge­un­ter­neh­men, als DAX-Auf­stei­ger, als Beweis, dass Deutsch­land in der digi­ta­len Finanz­wirt­schaft kon­kur­renz­fä­hig war. Die­se Erzäh­lung zu hin­ter­fra­gen hät­te bedeu­tet, den eige­nen Refe­renz­rah­men zu gefährden.

Die Kon­se­quen­zen waren ent­spre­chend extern erzwun­gen: par­la­men­ta­ri­scher Unter­su­chungs­aus­schuss, ESMA-Kri­tik an der deut­schen Auf­sichts­ar­chi­tek­tur, Son­der­prü­fer, BMF-Inter­ven­ti­on, schließ­lich Hufelds Abgang Anfang 2021. Die Post-Wire­card-Ver­schär­fung unter Schae­fer war inso­fern kei­ne stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung aus eige­nem Antrieb—sie war insti­tu­tio­nel­le Reha­bi­li­ta­ti­on unter Auf­sicht. Die BaFin hat­te kei­ne Wahl.

Das ver­än­dert den Bewer­tungs­rah­men für die aktu­el­le Fin­tech-Kri­tik grund­le­gend. Wer heu­te eine Rück­kehr zu weni­ger kon­se­quen­ter Auf­sicht for­dert, muss erklä­ren, wie er sich vor dem nächs­ten Wire­card schützt. Und war­um eine Behör­de, die gera­de wegen struk­tu­rel­ler Nähe zum regu­lier­ten Sek­tor ver­sagt hat, jetzt wie­der enger koope­rie­ren soll­te. Die­se Fra­ge stellt die Fin­tech-Lob­by nicht—weil sie kei­ne befrie­di­gen­de Ant­wort hat.

Drei Fäl­le, drei Dysfunktionstypen

N26, Sola­ris und Nuri sind nicht zufäl­lig die pro­mi­nen­tes­ten Namen in der Rück­schau. Sie reprä­sen­tie­ren drei ver­schie­de­ne Mus­ter, wie das Hufeld-Régime Fehl­ent­wick­lun­gen nicht ver­hin­der­te, son­dern verlängerte.

N26 ist der klars­te Fall von Ska­lie­rungs­pa­tho­lo­gie: Das Unter­neh­men wuchs schnel­ler als die eige­ne Com­pli­ance-Infra­struk­tur, ins­be­son­de­re im Bereich Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on. Die BaFin intervenierte—aber spät, und nach exter­ner Eska­la­ti­on. Was hät­te frü­her erkenn­bar sein müs­sen, wur­de mit admi­nis­tra­ti­ver Geduld beglei­tet. Das Wachs­tums­nar­ra­tiv schütz­te das Unter­neh­men län­ger, als es sach­lich gerecht­fer­tigt war.

Sola­ris ist kom­ple­xer und ana­ly­tisch inter­es­san­ter. Das Ban­king-as-a-Ser­vice-Modell bün­delt regu­la­to­ri­sche Risi­ken auf eine Wei­se, die her­kömm­li­che Auf­sichts­ras­ter schwer erfas­sen: Die Bank haf­tet, die eigent­li­chen Pro­duk­te ent­ste­hen bei Dritt­part­nern. Sol­venz- und Com­pli­ance-Risi­ken sind ent­kop­pelt von der Ent­schei­dungs­ebe­ne, auf der sie ent­ste­hen. Dass die­ses Modell unter güns­ti­gen Bedin­gun­gen kei­ne sys­te­mi­sche Auf­merk­sam­keit erzeug­te, ist kein Versehen—es ist ein struk­tu­rel­les Auf­sichts­de­fi­zit, das in der Hufeld-Ära nicht adres­siert wurde.

Nuri schließ­lich steht für die sim­pels­te Vari­an­te: ein Geschäfts­mo­dell, das unter Null­zins und Kryp­to-Eupho­rie funk­tio­nier­te und unter nor­ma­len Markt­be­din­gun­gen nicht. Die Insol­venz 2022 war kei­ne Über­ra­schung für jeden, der das Modell nüch­tern betrach­te­te. Die Fra­ge ist, ob und wann die Auf­sicht sol­che Nüch­tern­heit einfordert—und ob sie das Man­dat dazu als legi­tim betrachtet.

Gemein­sam ist allen drei Fäl­len: Unter einer kon­se­quent risi­ko­ba­sier­ten Auf­sicht wären die Pro­ble­me frü­her sicht­bar gewor­den. Das ist kein Vor­wurf an Ein­zel­per­so­nen, son­dern eine struk­tu­rel­le Diagnose.

Die rhe­to­ri­sche Stra­te­gie: Framing als Interessenpolitik

Die aktu­el­le Fin­tech-Kri­tik an der BaFin ist in ihrer Grund­struk­tur unehrlich—nicht weil die Kri­ti­ker lügen, son­dern weil ihr Refe­renz­rah­men sys­te­ma­tisch ver­zerrt ist.

Die impli­zi­te Prä­mis­se lau­tet: Die ver­schärf­te Auf­sicht seit 2021 ist ein poli­tisch moti­vier­ter Kurs­wech­sel, der Fintechs ohne sach­li­che Recht­fer­ti­gung belas­tet. Was die­se Les­art aus­blen­det: Die Ver­schär­fung ist die logi­sche, wenn auch ver­spä­te­te Reak­ti­on auf struk­tu­rel­le Auf­sichts­de­fi­zi­te, die unter güns­ti­gem Régime ent­stan­den. Schär­fe­re Anfor­de­run­gen an Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on, Kapi­tal­aus­stat­tung und ope­ra­ti­ve Resi­li­enz sind nicht Schikane—sie sind Nachholung.

Das ist klas­si­sches Framing: Ein Aus­gangs­zu­stand, der de fac­to dys­funk­tio­nal war, wird als regu­la­to­ri­scher Nor­mal­zu­stand defi­niert. Die Rück­kehr zu sach­ge­rech­ten Stan­dards erscheint dann als Abwei­chung, die erklä­rungs- und recht­fer­ti­gungs­pflich­tig ist. Die Beweis­last wird umgekehrt.

Die Stär­ke die­ses Framings liegt in sei­ner nar­ra­ti­ven Kon­sis­tenz: Inno­va­ti­on gegen Büro­kra­tie, Zukunft gegen Behar­rung, Ber­lin gegen Frank­furt. Das sind ein­gän­gi­ge Oppo­si­tio­nen, die in Medi­en und poli­ti­schen Debat­ten gut funktionieren—und die die struk­tu­rel­le Ana­ly­se verdrängen.

Auf­sicht als Sys­tem, nicht als Dienstleistung

Was die Fin­tech-Debat­te kon­zep­tio­nell ver­fehlt, ist die sys­tem­theo­re­ti­sche Grund­fra­ge: Wel­che Funk­ti­on hat eine Auf­sichts­be­hör­de im Finanz­sys­tem, und kann die­se Funk­ti­on mit einem Wachs­tums­för­de­rungs­auf­trag ver­ein­bar sein?

Die Ant­wort ist nein—nicht aus nor­ma­ti­ven Grün­den, son­dern aus struk­tu­rel­len. Eine Behör­de, die sich als Wachs­tums­part­ner ver­steht, gerät in einen fun­da­men­ta­len Inter­es­sen­kon­flikt: Sie muss Risi­ken früh benen­nen, die den­je­ni­gen scha­den, mit denen sie part­ner­schaft­lich koope­riert. Die­ser Kon­flikt lässt sich nicht durch guten Wil­len auflösen—er ist insti­tu­tio­nell angelegt.

Das erklärt, war­um Hufelds BaFin nicht ein­fach eine freund­li­che­re Ver­si­on der­sel­ben Behör­de war, son­dern eine struk­tu­rell ande­re. Die spä­ten Ein­grif­fe bei N26, die ver­zö­ger­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Solaris-Risiken—das sind kei­ne Ein­zel­feh­ler, son­dern Sym­pto­me einer Behör­de, die ihr Man­dat teil­wei­se dele­giert hatte.

Schae­fers Rück­kehr zu kon­se­quen­te­rer Auf­sicht ist inso­fern kei­ne Ver­schär­fung im Sin­ne einer Eska­la­ti­on. Sie ist eine Rück­kehr zur Funk­ti­ons­lo­gik der Insti­tu­ti­on. Dass das unan­ge­nehm ist für Unter­neh­men, die unter ande­rem Régime groß wur­den, ist verständlich—aber kein sach­li­ches Argu­ment gegen die Kurskorrektur.

Was eine ehr­li­che Debat­te brauchte

Die deut­sche Fin­tech-Regu­lie­rungs­de­bat­te ist so lan­ge nicht pro­duk­tiv, wie sie den Hufeld-Zeit­raum als regu­la­to­ri­sches Ide­al behan­delt. Eine ehr­li­che Bilanz müss­te fra­gen: Wel­che Risi­ken wur­den in die­ser Pha­se auf­ge­baut, die spä­ter berei­nigt wer­den muss­ten? Was hat das den Markt gekostet—an Ver­trau­en, an Kapi­tal, an ope­ra­ti­ver Bereinigung?

Das bedeu­tet nicht, dass die BaFin unter Schae­fer kei­ne Feh­ler macht oder dass Pro­por­tio­na­li­täts­fra­gen irrele­vant wären. Die Stra­te­gie 2026–2029 ent­hält durch­aus berech­tig­te Ansätze—datenbasierte Früh­erken­nung, Cyber-Resi­li­enz, aus­ge­wo­ge­ne AML-Anfor­de­run­gen. Aber die Fra­ge, ob die Behör­de in kon­kre­ten Fäl­len zu weit geht, ist eine ande­re als die Fra­ge, ob das Hufeld-Régime ein erstre­bens­wer­tes Modell war.

Solan­ge Fintechs die ers­te Fra­ge mit der zwei­ten ver­mi­schen, reden sie nicht über Regulierung—sie betrei­ben Inter­es­sen­po­li­tik in regu­la­to­ri­schem Gewand. Das ist legi­tim, soll­te aber als sol­ches benannt werden.

Ralf Keu­per 


Quel­len:

Aus­gangs­la­ge /​ Auf­hän­ger

BaFin kon­tert Fin­tech-Kri­tik: »Es ist nicht unser Job, ein paar Augen zuzu­drü­cken« https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bafin-kontert-fintech-kritik-es-ist-nicht-unser-job-ein-paar-augen-zuzudruecken-a-7436afd0-c222-4bd4-9f43-2f0774a9d056

BaFin – Insti­tu­tio­nel­ler Hin­ter­grund und Wirecard

Felix Hufeld tritt zurück – Fonds pro­fes­sio­nell (29.01.2021) Hufeld ver­lässt nach sechs Jah­ren als BaFin-Prä­si­dent das Amt infol­ge des Wire­card-Skan­dals; gleich­zei­ti­ger Rück­tritt von Vize­prä­si­den­tin Eli­sa­beth Roe­ge­le.https://www.fondsprofessionell.de/news/recht/headline/wegen-wirecard-skandal-bafin-chef-felix-hufeld-tritt-zurueck-204267/

BaFin – All­ge­mein­ver­fü­gung Leer­ver­kaufs­ver­bot Wire­card (18.02.2019) Ori­gi­nal­text der BaFin-Ver­fü­gung zum Ver­bot von Net­to-Leer­ver­kaufs­po­si­tio­nen in Wire­card-Akti­en.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Aufsichtsrecht/Verfuegung/vf_190218_leerverkaufsmassnahme.html

Wire­card-Skan­dal: BaFin erklärt das Leer­ver­kaufs­ver­bot – Ass­Com­pact (29.03.2021) Dar­stel­lung der Aus­sa­gen von BaFin-Exe­ku­tiv­di­rek­to­rin Roe­ge­le vor dem par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­aus­schuss; Hin­ter­grund der Ent­schei­dung. https://www.asscompact.de/nachrichten/wirecard-skandal-so-erkl%C3%A4rt-die-bafin-das-leerverkaufsverbot

Bun­des­bank warn­te BaFin vor Leer­ver­kaufs­ver­bot – IT-Times (25.11.2020) BaFin igno­rier­te Beden­ken der Bun­des­bank; zudem Straf­an­zei­ge gegen FT-Jour­na­lis­ten und Short­sel­ler. https://www.it-times.de/news/wirecard-bundesbank-warnte-die-bafin-anfang-2019-vor-einem-leerverkaufsverbot-137171/

Wire­card-Skan­dal und die BaFin – bpb.de (Hin­ter­grund aktu­ell) Über­sicht der BaFin-Fehl­hand­lun­gen: Leer­ver­kaufs­ver­bot (Feb. 2019), Straf­an­zei­ge gegen FT-Jour­na­lis­ten (April 2019), Son­der­prü­fun­gen mit Prü­fungs­blind­stel­len. https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/562462/der-wirecard-skandal-und-die-bafin/

BaFin-Chef Hufeld: Die­ser Rück­tritt ist ein Pro­blem für Olaf Scholz – Wirt­schafts­Wo­che (28.01.2021)Kom­men­tar zur Häu­fung von Auf­sichts­ver­sa­gen: Leer­ver­kaufs­ver­bot, Straf­an­zei­ge gegen Warn­ge­ber, BaFin-Mit­ar­bei­ter han­del­ten selbst mit Wire­card-Akti­en. https://www.wiwo.de/politik/deutschland/bafin-chef-dieser-ruecktritt-ist-ein-problem-fuer-olaf-scholz/26860206.html

Unter­su­chungs­aus­schuss Wire­card: Ver­ant­wort­lich­keit für Leer­ver­kaufs­ver­bot unklar – Bun­des­tag (25.03.2021)Pro­to­koll der Aus­schuss­sit­zung; dif­fu­se Ent­schei­dungs­struk­tu­ren inner­halb der BaFin doku­men­tiert.https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw12-pa-3-ua-do-828430

Frank Schäff­ler: Ver­bot von Leer­ver­käu­fen für Wire­card-Akti­en Poli­ti­sche Ein­ord­nung; BaFin-Anzei­ge gegen FT-Jour­na­lis­ten als Fehl­si­gnal an Klein­an­le­ger. https://frank-schaeffler.de/verbot-von-leerverkaeufen-fuer-aktien-der-wirecard-ag/


N26 – Ska­lie­rungs­pa­tho­lo­gie und BaFin-Maßnahmen

BaFin – Anord­nung Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on N26 (11.05.2021) Ers­te Anord­nung zur Män­gel­be­sei­ti­gung im EDV-Moni­to­ring und bei der Kun­den­iden­ti­fi­zie­rung; Bestel­lung eines Son­der­be­auf­trag­ten.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b_KWG_84_WpIG_und_57_GwG/meldung_210512_57_GwG_N26.html

BaFin – Wachs­tums­be­schrän­kung und Son­der­be­auf­trag­ter N26 (09.11.2021) Anord­nung vom 05.10.2021: Begren­zung auf 50.000 Neukunden/​Monat; Män­gel im Risi­ko­ma­nage­ment durch star­kes Wachs­tum begrün­det.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b_KWG_84_WpIG_und_57_GwG/meldung_211109_60b_N26.html

BaFin – Ver­län­ge­rung Maß­nah­men N26 (Juli 2023) Fort­be­stehen­de Defi­zi­te im Ver­dachts­mel­de­we­sen; Wachs­tums­be­schrän­kung und Son­der­be­auf­trag­ten­man­dant ver­län­gert.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b_KWG_84_WpIG_und_57_GwG/meldung_2023_07_17_N26.html

BaFin hebt Wachs­tums­be­schrän­kung gegen N26 auf (28.05.2024) – Bank­in­for­ma­ti­on Auf­he­bung der Neu­kun­den-Begren­zung nach über 100 Mio. Euro Com­pli­ance-Inves­ti­tio­nen; Son­der­be­auf­trag­ten­man­dant läuft bis Jah­res­en­de wei­ter. https://bankinformation.de/nachricht/bafin-hebt-wachstumsbeschraenkung-gegen-n26-auf/53756/

BaFin greift wie­der ein bei N26 (Dezem­ber 2025) – Wirt­schafts­Wo­che Erneu­ter Son­der­be­auf­trag­ter wegen Män­geln in Risi­ko- und Beschwer­de­ma­nage­ment sowie Kre­dit­ge­schäft. https://www.wiwo.de/unternehmen/banken/neobank-das-drama-bei-n26-geht-weiter-jetzt-greift-die-bafin-wieder-ein/100183930.html


Sola­ris SE – Ban­king-as-a-Ser­vice und struk­tu­rel­le Aufsichtsblindstellen

BaFin – Anord­nung Sola­ris SE: Risi­ko­ma­nage­ment und Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on (26.01.2023) Anord­nung vom 16.12.2022: Män­gel­be­sei­ti­gung in Risi­ko­ma­nage­ment und AML; Ver­bot neu­er Koope­ra­ti­ons­part­ner­schaf­ten ohne Zustim­mung; Son­der­be­auf­trag­ter.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b_KWG_84_WpIG_und_57_GwG/meldung_2023_01_26_Solaris_SE.html

BaFin – Män­gel­be­sei­ti­gung Sola­ris SE mit Zwangs­geld­an­dro­hung (12.07.2024) Ver­län­ge­rung des Son­der­be­auf­trag­ten-Man­dats; Frist­set­zung mit Zwangs­geld­an­dro­hung.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b_KWG_84_WpIG_und_57_GwG/meldung_240712_60b_Solaris.html

BaFin ver­liert mit Sola­ris die Geduld – IT Finanz­ma­ga­zin (Juli 2024) Wie­der­hol­te Prü­fungs­de­fi­zi­te in AML, Risi­ko­ma­nage­ment und Aus­la­ge­rungs­ma­nage­ment; 6,5 Mio. Euro Buß­geld im März 2024. https://www.it-finanzmagazin.de/die-bafin-verliert-mit-solaris-in-sachen-geldwaesche-geduld-zwangsgeld-droht-212875/

BaFin schickt Sola­ris­bank Son­der­auf­pas­ser ins Haus – Finan­ce For­ward (02.02.2022) Hin­ter­grund: bank­auf­sicht­li­che Prü­fung 2020 mit teils schwer­wie­gen­den Com­pli­ance-Män­geln. https://financefwd.com/de/bafin-solarisbank/

BaFin ver­hängt 6,5 Mio. Euro Geld­stra­fe gegen Sola­ris – Start­up Insi­der Sys­te­ma­tisch ver­spä­te­te Geld­wä­sche­ver­dachts­mel­dun­gen aus 2021; seit Anfang 2023 Pflicht zur BaFin-Geneh­mi­gung jeder Neu­kun­den­an­nah­me. https://www.startup-insider.com/article/bafin-verhaengt-65-millionen-euro-geldstrafe-gegen-solaris

How to Build a Sus­tainable BaaS Brand: Les­sons from Sola­ris – Con­tex­tu­al Solu­ti­ons (Juli 2025)Eng­lisch­spra­chi­ge Fall­ana­ly­se: Sola­ris als Warn­si­gnal für das BaaS-Modell; Ver­lus­te 2022 (56 Mio. €) und 2023 (178 Mio. €); Gover­nan­ce-Defi­zi­te sys­te­ma­tisch. https://www.contextualsolutions.de/blog/building-a-sustainable-baas-brand


Nuri – Geschäfts­mo­dell­ri­si­ko und Marktabhängigkeit

Ber­li­ner Kryp­to­bank Nuri mel­det Insol­venz an – Basic Thin­king (10.08.2022) Insol­venz­an­trag am 09.08.2022; Grün­de: Kryp­to-Crash, Cel­si­us-Insol­venz, geschei­ter­te Finan­zie­rungs­run­de.https://www.basicthinking.de/blog/2022/08/10/neobank-nuri-meldet-insolvenz-an/

Nuri: Ber­li­ner Neo­bank schließt alle Kon­ten – BTC-Echo Kon­ten­schlie­ßung zum 18.12.2022; Abhän­gig­keit von Cel­si­us Net­work als struk­tu­rel­ler Kon­struk­ti­ons­feh­ler. https://www.btc-echo.de/news/nuri-berliner-neobank-schliesst-alle-konten-152625/

Nuri-Kun­den erhal­ten Teil ihres Invest­ments zurück – Finan­ce For­ward (2024) Abwick­lung des Cel­si­us-Insol­venz­ver­fah­rens; Ent­schä­di­gung ca. 60–72,8 % bezo­gen auf Dol­lar-Wert zum Insol­venz­stich­tag.https://financefwd.com/de/celsius-crash-nuri-entschaedigung/


BaFin-Stra­te­gie 2026–2029

BaFin – Stra­te­gi­sche Zie­le 2026 bis 2029 (offi­zi­el­le Sei­te) Zehn gleich­ran­gi­ge Zie­le; Schwer­punk­te: Pro­por­tio­na­li­tät, Risi­ko­ori­en­tie­rung, Cyber-Resi­li­enz, AML/​CTF, daten­ba­sier­te Früh­erken­nung.https://www.bafin.de/DE/DieBaFin/BaFin-Ziele/Ziele_2026_2029/Ziele2026_2029_node.html

BMF-Monats­be­richt Sep­tem­ber 2025: Stra­te­gi­sche Zie­le der BaFin bis 2029 Ein­ord­nung durch das BMF; Kom­ple­xi­täts­ab­bau und Pro­por­tio­na­li­tät als expli­zi­tes neu­es Ziel im Rah­men der Regie­rungs­stra­te­gie zum Finanz­stand­ort. https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2025/09/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3–1‑strategische-ziele-der-bafin-bis-2029.html

BaFin setzt sich stra­te­gi­sche Zie­le – BaFin-Pres­se­mit­tei­lung (26.06.2025) Offi­zi­el­le Bekannt­ma­chung; Zitat BaFin-Prä­si­dent Mark Bran­son.https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2025/meldung_2025_06_26_strategische_Ziele.html