Haben die Skaleneffekte im Banking ausgedient?

Von Ralf Keuper

Das Industriezeitalter hat der Massenproduktion zum Durchbruch verholfen – oder umgekehrt. Jedenfalls konnte so eine große Anzahl von Produkten und Konsumgütern für die breite Masse hergestellt werden. Einer der Pioniere war Henry Ford, der die Idee der Fließbandfertigung von den Chicagoer Schlachthöfen übernahm.

Inzwischen ist der Fordismus in den Sozialwissenschaften ein fester Begriff. Nur große Unternehmen, die in der Lage waren, hohe Kapitalinvestitionen aufzubringen, konnten in diesem Marktumfeld überleben – bis heute. Die Massenproduktion basiert auf dem Prinzip der Skaleneffekte, der sog. Economies of Scale und im weiteren auf dem sog. Lernkurveneffekt.

Im Banking haben die Skaleneffekte erst mit der Computerisierung Einzug gehalten. Vor allem in der Transaktionsverarbeitung, im Back End, kommen die Skaleneffekte zum Tragen. Die Investitionen in die entsprechende Infrastruktur können sich nur wenige Banken bzw. Bankengruppen leisten. Das Cloud-Computing ermöglicht es, auch weitaus kleineren Banken oder Finanzdienstleistern, in den Genuss der Größenvorteile zu kommen, ohne eine entsprechende Infrastruktur vorhalten zu müssen.
Große Erwartungen weckte vor einigen Jahren Chris Anderson mit seinem Buch Long Tail – Nischenprodukte statt Massenmarkt, in dem er die bisherige industrielle Logik auf den Kopf stellte. Im Internetzeitalter, so Anderson, hätten auch Nischenprodukte die Chance, ausreichend Käufer zu finden.  In dem Bei…

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