Ein sich selbst über­las­se­ner Kre­dit­sek­tor baut, das ist Min­skys über­zeu­gen­des Fazit, kon­ti­nu­ier­lich Skep­sis ab. Er ten­diert zur “Eupho­rie”, also zu einer Aus­wei­tung der Geld­men­ge, sowohl durch die Exten­si­vie­rung bereits bestehen­der Schuld­for­men als auch durch die Krea­ti­on neu­er Typen von Zah­lungs­ver­spre­chen. Neue und zusätz­li­che Finanz­pro­duk­te bedeu­ten bei Kre­dit­geld aber immer auch mehr Res­sour­cen. Die “fer­ti­gen” Pro­duk­te, Gut­ha­ben oder Kre­dit­pa­pie­re flie­ßen als Pfand direkt wie­der in den Pro­duk­ti­ons­pro­zess des Gel­des ein, weil sie eben nicht durch Kon­sum ver­braucht wer­den. Das unter­schei­det den mone­tä­ren Pro­duk­ti­ons­sek­tor von den ande­ren Wirt­schafts­be­rei­chen. So bese­hen, arbei­tet der Bank­sek­tor im Nor­mal­fall gera­de an der Abschaf­fung mone­tä­rer Knapp­heit und damit letzt­lich an der Abschaf­fung von Wirt­schaft in ihrer klas­si­schen Definition.

Quel­le: Von Richard Nixon zur 1.000.000.000.000 $-Mün­ze, in Mit­tel­weg 36 Juni/​Juli 2013

Wei­te­re Informationen:

Das Ver­spre­chen des Gel­des. Eine Pra­xis­theo­rie des Kredits

Die Auf­he­bung der Öko­no­mie (Geor­ges Bataille)

Finanz­kri­se: Das magi­sche Minsky-Moment

Kryp­to­wäh­run­gen, ICOs und Smart Contracts

Geld­theo­rie: Gebro­che­nes Versprechen

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