Die Fraktale Bank #1

Von Ralf Keuper

Die Defizite im Organizational Design der Banken treten immer deutlicher hervor. Das liegt u.a. daran, dass das Organisationsmodell der meisten Banken vom Ansatz her noch immer dem Bürokratiemodell von Max Weber entspricht, d.h. Banken sind hierarchisch gegliedert und ihre Organisation auf eine relativ stabile Umwelt ausgelegt. Die Finanzkrise mit ihren bis heute spürbaren Folgen sowie die nicht abreißende Zahl von Systemausfällen führen die internen Risikoverarbeitungs- und Koordinationsmechanismen an ihre Grenzen – und darüber hinaus. Die große Anzahl von Fintech-Startups kann als eine natürliche Reaktion auf diesen Stillstand interpretiert werden. Unterdessen übernehmen digitale Plattformen und Ökosysteme (Apple, Amazon, Google, Alibaba, Samsung) Aufgaben der Banken, wie in der Zahlungsabwicklung.

Welche Organisationsform könnte hier Abhilfe leisten?

Damit wären wir bei der Fraktalen Bank. Der Begriff Fraktal wurde von dem Mathematiker Benoit Mandelbrot geprägt.

Ein Fraktal ist, .., ein Muster oder eine Form, deren Teile in Echo des Ganzen sind. Sieht man sich beispielsweise einen Farnwedel genauer an, so erkennt man, dass er sich aus kleineren Wedeln zusammensetzt, die ihrerseits aus noch kleineren Blattmustern bestehen. Dieses Denkmodell lässt sich natürlich in beide Richtungen verfolgen – man dann den Farn abwärts zu seinen kleinen Bestandteilen untersuchen, aber auch den ganzen Farn aus einen kleineren Teilen zusammensetzen (in: Fraktale un Finanzen. Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin)

Bereits vor zwanzig Jahren machten sich die ersten Autoren Gedanken darüber, wie sich die Theorie der Fraktale auf die Wirtschaft übertragen lässt; so z.B.  Hans-Jürgen Warnecke in seinem Buch

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