Deutsche Bank versilbert Teile ihrer Kunstsammlung

Von Ralf Keuper

Die Deutsche Bank hat sich über Jahrzehnte eine beachtliche Sammlung von Kunstwerken zugelegt. Zusammengefasst sind die vielfältigen Aktivitäten des Bankhauses in dem globalen Kunstprogramm ArtWorks.

In der Vergangenheit präsentierten sich die Chefs der Deutschen Bank, vor allem Hermann-Josef Abs und Friedrich-Wilhelm Christians, als Förderer der schönen Künste.

Im Jahr 2013 eröffnete die Deutsche Bank in Berlin die Deutsche Bank KunstHalle, die inzwischen geschlossen wurde. Dessen Funktion hat das PalaisPopulaire in Berlin mit übernommen.

Der langsame Abschied der Bank von den schönen Künsten wird auch durch den von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkten Verkauf von 4000 Werken, darunter Bilder von Gerhard Richter, Erich Heckel, Emidl Nolde und Max Pechstein, deutlich (Vgl. dazu: Deutsche Bank verkleinerte ihre Kunstsammlung im Stillen um 4000 Werke). Die Veräußerung von Triptychons „Faust“ von Gerhard Richter soll ca. 20 Mio. Euro eingebracht haben. In der Bank gab es laut Süddeutscher Zeitung Überlegungen, sich von weiteren Werken zu trennen, u.a. um zusätzliche Liquidität zu beschaffen.

Von dem ehemaligen Deutsche Bank-Chef Rolf E. Breuer stammt der Satz: “Gute Kunst ist unbezahlbar”. Vor allem die Werke Gerhard Richters haben es Firmenchefs und Unternehmern angetan. Für viele von ihnen sind Bilder eine Ware mit potenziell hoher Rendite, so Wolfgang Ullrich in Bilder auf Weltreise. Eine Globalisierungskritik. Schon der Begründer Kunstgeschichte Johann Winckelmann brachte Kunst und investitionstheoretische Überlegungen zusammen:

In einer griechischen Skulptur sahen Winckelmann und seine Nachfolger etwas, das angesichts seiner (postulierten) Unerschöpflichkeit für seine Betrachter gleichsam Zinsen ohne Ende liefert; daraus abgeleitet gilt Kunst im allgemeinen als etwas, das auf ewig neue Werte – Erkenntnis, Moral, Haltung – produziert. Ihre Werke ließen sich als Investitionsgüter beschreiben.

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