Von Ralf Keuper 

In einem sehens- und hörens­wer­ten Vor­trag Bit­coin – more than just money auf der TED Kon­fe­renz der Uni­ver­si­tät Edin­burgh, den Fried­mann Brenn­eis dan­kens­wer­ter Wei­se auf sei­nem Blog coinspon­dent vor­ge­stellt hat, erläu­tert Dug Camp­bell die eigent­li­chen revo­lu­tio­nä­ren Aus­wir­kun­gen, die mit der Ver­brei­tung digi­ta­ler Wäh­run­gen, wie Bit­coin, ver­bun­den sind.

Dabei reicht das The­ma für ihn weit über Ansich­ten hin­aus, die digi­ta­le Wäh­run­gen ledig­lich als eine wei­te­re Geld­form auf­fas­sen, die nur für das Inter­net Gel­tung hat.

Dem hält er mit den Wor­ten des Bit­coin-Evan­ge­lis­ten Andre­as Anto­no­pou­los entgegen:

bit­coin is not money for the inter­net – bit­coin is the inter­net of money

Und fügt dann selbst die Wor­te hinzu:

becau­se bit­coin pro­vi­des man­kind with the abi­li­ty to reach agree­ment on a mas­si­ve sca­le  ..  money is just the first way that we can do this.

Dem­zu­fol­ge reprä­sen­tie­ren digi­ta­le Wäh­run­gen und die dar­un­ter lie­gen­de Tech­no­lo­gie einen neu­en Medi­en- bzw. Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal.  Das Medi­um ist die Bot­schaft, wie Mar­shal McLu­han sagen würde.

McLu­han beschrieb am Bei­spiel Japans die tief­grei­fen­den Aus­wir­kun­gen, die mit der Ein­füh­rung des Medi­ums Geld für eine Gesell­schaft ver­bun­den sind:

Die Ver­wen­dung des Medi­ums Geld in Japan im sieb­zehn­ten Jahr­hun­dert hat­te Aus­wir­kun­gen, die jenen des Buch­drucks im Wes­ten nicht unähn­lich waren. Das Ein­drin­gen der Geld­wirt­schaft, schrieb G.B. Sam­son, .. , “ver­ur­sach­te eine lang­sa­me, aber unauf­halt­sa­me Revo­lu­ti­on, die in einem Zusam­men­bruch des feu­da­len Regie­rungs­sys­tems und der Wie­der­auf­nah­me der Han­dels­be­zie­hun­gen mit dem Aus­land nach mehr als zwei­hun­dert Jah­ren der Iso­lie­rung gip­fel­te”. Geld hat das Sin­nes­le­ben von Völ­kern umge­stal­tet, eben weil es eine Aus­wei­tung unse­res per­sön­li­chen Sin­nes­le­bens ist. Die­se Ver­än­de­rung hängt nicht von der Zustim­mung oder Ableh­nung der in einer Gesell­schaft leben­den Men­schen ab (in: Die magi­schen Kanä­le – Under­stan­ding Media)

Alles in allem bestä­tigt die aktu­el­le Ent­wick­lung, für mich jeden­falls, dass dem Ban­king mit dem media­len Wan­del ein Macht­be­ben (Power Shift) bevor­steht, des­sen Kon­se­quen­zen noch weit über die der­zeit viel dis­ku­tier­te digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on hinausgehen.

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