Von Ralf Keuper

Die Ban­ken ste­hen vor der Her­aus­for­de­rung, sich als Finanz­in­ter­me­diä­re in einem Umfeld zu behaup­ten, das durch eine Macht­ver­schie­bung gekenn­zeich­net ist, und zwar inso­fern, als dass die Inter­net­kon­zer­ne an vie­len Stel­len im Inter­net den Infor­ma­ti­ons­fluss domi­nie­ren. Zwar ver­fü­gen die Ban­ken in ihren Sys­te­men über ein enor­mes Volu­men an Kun­den- und Trans­ak­ti­ons­da­ten, die jedoch in der Mehr­zahl nur ex-post – Betrach­tun­gen zulas­sen. Die Kun­den bewe­gen sich in der Mehr­zahl auf den diver­sen digi­ta­len Platt­for­men, die bestrebt sind, alles aus einer Hand anzu­bie­ten. Die Daten, wel­che die Kun­den wäh­rend ihres Auf­ent­halts auf den Platt­for­men hin­ter­las­sen, kön­nen dazu ver­wen­det wer­den, noch pass­ge­naue­re Pro­duk­te und Ser­vices zu kre­ieren. Auf die­se Wei­se kön­nen zahl­rei­che Her­stel­ler und Dienst­leis­ter über­flüs­sig oder auf den Rang von Zulie­fe­rern redu­ziert werden.

Um die­sem Dilem­ma zu ent­ge­hen, ver­su­chen eini­ge Unter­neh­men, wie Uni­le­ver, eine direk­te Ver­bin­dung mit ihren Kun­den auf­zu­bau­en. Für die­ses rela­tiv neue Wirt­schafts­mo­dell hat sich der Begriff Me2B eingebürgert.

Auf CtrlS­hift heisst es zu die­sem Stilwandel:

First, we are shif­ting from a world of ‘top down’ infor­ma­ti­on flows (tra­di­tio­nal media and adver­ti­sing) to bot­tom up and peer to peer. All the big new plat­forms of the 21st cen­tu­ry inclu­ding Goog­le, Face­book, Twit­ter and Lin­ked are dri­ven by infor­ma­ti­on input and vol­un­te­e­red by indi­vi­du­als. Tra­di­tio­nal B2C busi­ness models are pre­di­ca­ted on the­se fading ‘top down’ infor­ma­ti­on flows.

Second, a million–fold fall in the cos­ts of gathe­ring, sto­ring and sharing infor­ma­ti­on over the past few deca­des means that indi­vi­du­als can now do things with data that only lar­ge cor­po­ra­ti­ons could do a few a deca­des ago. That means B2C assump­ti­ons that only orga­ni­sa­ti­ons can make com­mer­cial use of data are crumbling.

Das wür­de auch das Ban­king erneut ver­wan­deln. Die Kun­den in der Me2B – Öko­no­mie wür­den den Ban­ken bestimm­te Daten direkt, d.h. unter Umge­hung der Inter­net­kon­zer­ne und digi­ta­len Platt­for­men, zur Ver­fü­gung stel­len und dafür im Gegen­zug bes­se­re Kon­di­tio­nen bekom­men. Von beson­de­rer Bedeu­tung wäre dabei die Digi­ta­le Iden­ti­tät, über die sich die Kun­den aus­wei­sen. Ban­ken müss­ten sich dazu in Trus­ted Plat­forms, in Per­so­nal Data Banks, wan­deln. Die­se Rol­le kön­nen aller­dings auch ande­re Anbie­ter über­neh­men, d.h. es muss nicht zwangs­läu­fig eine klas­si­sche Bank sein. Jede Insti­tu­ti­on, die in der Lage ist, das nöti­ge Ver­trau­en her­zu­stel­len und zu recht­fer­ti­gen, kann die­se Rol­le über­neh­men. Eine Bank nach heu­ti­gem Ver­ständ­nis kann die­se Rol­le nicht aus­fül­len. Dafür feh­len sowohl die Struk­tu­ren wie auch die Tech­no­lo­gien. Aber was nicht ist, kann ja noch werden …

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