Banking im Überwachungskapitalismus #2

Von Ralf Keuper

Der Überwachungskapitalismus strebt laut Soshana Zuboff nach totaler Gewissheit. Das Verhalten der Menschen und Maschinen kann mittels Algorithmen vorhergesagt werden, da keine Lücke im Informations- und Datenfluss mehr existieren. Alle relevanten Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft – Bank- und Finanzwesen, Gesundheit, autonome Fahrzeuge, Industrie 4.0, Travel, Landwirtschaft/Smart Farming, Freizeit/Connected Fitness, Smart City und Smart Home – können vollständig erfasst und mittels Daten abgebildet werden. Entscheidungen unter Unsicherheit gehören der Vergangenheit an. Vollständige Planungs- und Investitionssicherheit durch Big Data.

Den Kunden wird jeder Wunsch von den Lippen abgelesen  – eigentlich noch bevor er ihnen selbst bewusst wird. Das Verhalten der willenlosen Nutzerinnen und Nutzer lässt sich spielend leicht modifizieren (Tracking, Nudging, Personalisierte Angebote), wodurch sich ein gesellschaftlicher Zustand erreichen lässt, der einem der Hauptvertreter des Behaviorismus, B.F Skinner, bereits vor Jahrzehnten in Jenseits von Freiheit und Würde vorschwebte[1]Ziemlich entsetzt zeigte sich seinerzeit Hoimar von Ditfurth in seiner Besprechung Ein gespenstisches Rezept.

Skinner schwebte eine umfassende Verhaltenstechnologie vor, die eines Tages die Anwendung verhaltensändernder Methoden auf ganze Populationen ermöglichen würde (in: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus)

Zuboff bringt als Beispiel den Sportartikelhersteller Under A…

References

1 Ziemlich entsetzt zeigte sich seinerzeit Hoimar von Ditfurth in seiner Besprechung Ein gespenstisches Rezept
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