Von Ralf Keuper

Die Digi­ta­li­sie­rung hat inzwi­schen nahe­zu alle Bran­chen (und Lebens­be­rei­che) erfasst. Damit ein­her geht eine Ver­schmel­zung von Medi­en bzw. For­ma­ten, die bis­her getrennt von­ein­an­der exis­tier­ten. Beson­ders augen­fäl­lig wird die­se Ent­wick­lung beim The­ma Strea­ming, wie u.a. aus dem Bei­trag Der Strea­ming-Effekt – Die Welt der Kunst im Zwi­schen­spei­cher der SZ her­vor­geht. Ers­te, gro­ße “Opfer” die­ser neu­en Form des Kon­sums waren die Musik-und Filmbranche.

Auch im Ban­king kön­nen wir seit eini­ger Zeit das Ver­schwin­den alt bewähr­ter For­ma­te, wie Bank­no­ten, Kon­to­aus­zü­ge, Über­wei­sungs­trä­ger, Schecks und Last­schrif­ten beob­ach­ten. Kon­to­in­for­ma­tio­nen ver­schmel­zen immer häu­fi­ger mit Infor­ma­tio­nen aus ande­ren Medi­en­ka­nä­len – genannt sei nur Social Media. Das ver­schafft Unter­neh­men, die Platt­for­men für die Kom­mu­ni­ka­ti­on über das Inter­net anbie­ten, wie face­book und twit­ter, einen nicht zu unter­schät­zen­den Vor­teil. Aber auch ande­re Anbie­ter, die über eine gro­ße Exper­ti­se bei der Suche, der Bereit­stel­lung und Ver­wer­tung von Infor­ma­tio­nen ver­fü­gen, wie Goog­le, Ama­zon, PayPal und Apple, sind dabei, die­sen neu­en Medi­en­ka­nal zu beset­zen. Hin­zu kom­men noch Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men, Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men, Ein­zel­händ­ler und – abge­schla­gen – die klas­si­schen Medi­en­kon­zer­ne. Und nicht zu ver­ges­sen – die wach­sen­de Zahl der Fin­Tech-Star­tups. Selbst Mobi­li­täts­dienst­leis­ter, wie Auto­mo­bil­her­stel­ler und die Bahn, haben den Markt inzwi­schen für sich entdeckt.

Ziel fast all die­ser Bemü­hun­gen ist das Seg­ment Mobi­le Pay­ments. Wie an kei­ner ande­ren Stel­le lau­fen hier die ver­schie­de­nen Infor­ma­ti­ons­strö­me zusam­men. Wer es schafft, hier eine Schlüs­sel­po­si­ti­on ein­zu­neh­men, kann dar­aus gro­ßen Pro­fit zie­hen – nicht nur aus Werbeeinnahmen.

Inso­fern ist es nicht mehr die Fra­ge, ob die Ban­ken den Wett­lauf bei den Mobi­le Pay­ments gewin­nen kön­nen – das ist, sofern die The­se stimmt, dass die bis­he­ri­gen Medi­en­ka­nä­le im Bereich Zah­lungs­ver­kehr ver­schmel­zen, schlicht nicht mehr mög­lich – dafür ist die Kon­kur­renz zu stark und der Vor­sprung eini­ger Anbie­ter bereits zu groß. Die Ent­wick­lung lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Das Pro­blem liegt auf einer ande­ren Ebene.

Die Ban­ken wer­den ihre Rol­le neu defi­nie­ren müs­sen, um im Spiel blei­ben zu können.

Wei­te­re Informationen:

Digi­tal Pay­ments und die magi­schen Kanäle

Wie der “Wett­be­werbs­vor­teil Infor­ma­ti­on” den Ban­ken aus den Hän­den gleitet

Face­book Patent Hints at Future PFM Service

Die Ver­wen­dung von Bar­geld und unba­ren Zah­lungs­in­stru­men­ten: eine mikro­öko­no­mi­sche Analyse

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