Von Ralf Keuper

In einem Inter­view mit der ZEIT zu sei­nem neu­en Buch Das Digi­tal. Markt, Wert­schöp­fung und Gerech­tig­keit im Daten­ka­pi­ta­lis­mus sagt Vol­ker May­er-Schön­ber­ger, dass wir in Euro­pa zu sehr auf das Geld als der wich­tigs­ten Infor­ma­ti­ons­quel­le fixiert sei­en. Die neue Wäh­rung sind Daten, die das Geld in sei­ner Funk­ti­on als Grad­mes­ser für den Zustand der Wirt­schaft sowie als Preis- Koor­di­na­ti­ons­me­cha­nis­mus abge­löst hätten.

Das hat für die Ban­ken dra­ma­ti­sche Aus­wir­kun­gen, so May­er-Schön­ber­ger. Hier räche sich, dass die Ban­ken Infor­ma­ti­on mit Geld gleich­ge­setzt hät­ten. Auf die Frage

Was bedeu­tet es denn für die Finanz­in­dus­trie, wenn ihr Roh­stoff, das Geld, weni­ger wich­tig wird?

ant­wor­tet Mayer-Schönberger:

Dass sie sich dra­ma­tisch umori­en­tie­ren muss. Ban­ken und Finanz­dienst­leis­ter kön­nen Infor­ma­ti­ons­flüs­se am Markt orga­ni­sie­ren. Stellt sich nur die Fra­ge, inwie­weit Orga­ni­sa­tio­nen, die jahr­hun­der­te­lang die Infor­ma­ti­on aufs Geld ver­kürzt haben, die­ses Den­ken hin­ter sich las­sen und zum digi­ta­len Cham­pion wer­den kön­nen. Ban­ken wie auch Ver­si­che­run­gen haben lan­ge Zeit wahn­sin­nig vie­le Daten gesam­melt, aber damit nichts getan. Und damit waren sie die unvor­stell­bar gro­ßen Ver­schwen­der von Ein­sicht. Sie haben kei­nen Mehr­wert dar­aus gewon­nen, den sie den Kun­den hät­ten zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen – oder auch der Gemeinsch…

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