“Banken haben lange Zeit wahnsinnig viele Daten gesammelt, aber damit nichts getan” (Viktor Mayer-Schönberger)

Von Ralf Keuper

In einem Interview mit der ZEIT zu seinem neuen Buch Das Digital. Markt, Wertschöpfung und Gerechtigkeit im Datenkapitalismus sagt Volker Mayer-Schönberger, dass wir in Europa zu sehr auf das Geld als der wichtigsten Informationsquelle fixiert seien. Die neue Währung sind Daten, die das Geld in seiner Funktion als Gradmesser für den Zustand der Wirtschaft sowie als Preis- Koordinationsmechanismus abgelöst hätten.

Das hat für die Banken dramatische Auswirkungen, so Mayer-Schönberger. Hier räche sich, dass die Banken Information mit Geld gleichgesetzt hätten. Auf die Frage

Was bedeutet es denn für die Finanzindustrie, wenn ihr Rohstoff, das Geld, weniger wichtig wird?

antwortet Mayer-Schönberger:

Dass sie sich dramatisch umorientieren muss. Banken und Finanzdienstleister können Informationsflüsse am Markt organisieren. Stellt sich nur die Frage, inwieweit Organisationen, die jahrhundertelang die Information aufs Geld verkürzt haben, dieses Denken hinter sich lassen und zum digitalen Champion werden können. Banken wie auch Versicherungen haben lange Zeit wahnsinnig viele Daten gesammelt, aber damit nichts getan. Und damit waren sie die unvorstellbar großen Verschwender von Einsicht. Sie haben keinen Mehrwert daraus gewonnen, den sie den Kunden hätten zur Verfügung stellen können – oder auch der Gemeinsch…

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