Wenn das Denken in Sicherheiten überwiegt und hausgemachte Fehler dazu kommen – Der Konkurs eines Computerhändlers

Von Ralf Keuper

Um die Jahrtausendwende wurden Banken und Unternehmen gleichermaßen von der Goldgräberstimmung an den Börsen erfasst. Zu dieser Zeit schien nichts unmöglich zu sein, von allen Seiten winkten Wachstumsmärkte mit unbegrenzten Möglichkeiten. Die Finanzierung vorausgesetzt, konnte ein Unternehmen, das in der richtigen Branche, d.h. in der IT unterwegs war, eigentlich nichts mehr falsch machen. Als eines von vielen Beispielen für den Höhenflug und Absturz am Neuen Markt steht der Computerhändler m+s Elektronik AG .

Als m+s seine Pläne für den Börsengang schmiedete und Ausschau nach einer Konsortialbank hielt, standen die Banken Schlange. Der Börsengang erfolgte dann unter der Regie der m+s – Hausbanken Commerzbank und DG Bank, letztere Vorgängerinstitut der heutigen DZ Bank.

Zu der Zeit verfügte m+s bei sieben Banken über eine Kreditlinie von je 14 Mio. DM, was bei einem Umsatz von 1 Mrd. DM nicht ungewöhnlich war bzw. ist. Etwas ungewöhnlich war der Umstand, dass keine der Banken Sicherheiten für die Kreditlinie verlangte; lediglich auf die Gleichbehandlung legten die Banken großen Wert.

Mit dem Geld aus dem Börsengang wollte m+s einige Übernahmen tätigen, um seine Marktstellung auszubauen. Schon bald stellte sich jedoch heraus, dass die Annahmen über die weitere Geschäftsentwicklung allzu optimistisch waren. Die als Folge der Jahrtause…

Dieser Beitrag wurde unter Banken in den Medien veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.