Von Ralf Keuper

Die Pro­vinz steht für gewöhn­lich nicht in dem Ruf, Nähr­bo­den für schöp­fe­ri­sche Ideen mit umwäl­zen­der Wir­kung zu sein. Haben schon mit­tel­gro­ße Pro­vinz­städ­te Pro­ble­me, auf die “Krea­ti­ve Klas­se” (Richard Flo­ri­da) anzie­hend zu wir­ken, so taugt das Dorf bes­ten­falls als Rück­zugs­ge­biet für sozi­al Schwa­che und Alte (Vgl. dazu: Das Dorf. Zeit­schrift für Ideen­ge­schich­te). Dabei kom­men die revo­lu­tio­nä­ren Ideen oder umwäl­zen­de Erfin­dun­gen häu­fig aus den Rand­ge­bie­ten. Der Schrift­stel­ler und Kul­tur­phi­lo­soph Egon Frie­dell präg­te hier­für den Begriff der “Schöp­fe­ri­schen Peri­phe­rie

Dass aber die­se gro­ße Bewe­gung (Refor­ma­ti­on) nicht von dem gelehr­ten Paris, dem glän­zen­den Rom oder dem welt­be­herr­schen­den Madrid ihren Aus­gang nahm, son­dern von der arm­se­li­gen, eben erst gegrün­de­ten Uni­ver­si­tät Wit­ten­berg, beruht auf der son­der­ba­ren his­to­ri­schen Tat­sa­che, dass es fast immer die Peri­phe­rie ist, die die neu­en schöp­fe­ri­schen Kräf­te ent­bin­det und die bedeu­ten­den geis­ti­gen Umwäl­zun­gen inau­gu­riert (in: Kul­tur­ge­schich­te der Neuzeit)

Ein Blick auf Wirt­schafts­geo­gra­fie Deutsch­lands lie­fert hier­für eini­ge Bele­ge, man den­ke an Baden-Würt­tem­berg oder Ost­west­fa­len.

Im Ban­king bzw. im Fin­tech-Sek­tor fin­den sich eben­falls zahl­rei­che Bei­spie­le, die die The­se der “Schöp­fe­ri­schen Peri­phe­rie” stützen:

Da wäre zum einen 

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