Der Niedergang der City of Glasgow Bank

Von Ralf Keuper

Der Untergang einer Bank an sich ist kein Ereignis, das im Auf und Ab der Wirtschaft als große Ausnahme durchgehen würde. Jedoch gibt es Fälle, deren Konsequenzen noch Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte danach noch zu spüren sind – wie bei dem Niedergang der City of Glasgow Bank im Jahr 1878,

Gegründet im Jahr 1839, betrieb die City of Glasgow Bank (CGB) in den 1870er Jahren das drittgrößte Filialnetz im Vereinigten Königreich. Zu dem Zeitpunkt, d.h. in den 1870er Jahren, war es üblich, dass die Aktionäre einer Bank unbeschränkt hafteten. Fiel der Wert der Aktiva der Bank unter den Wert der Schulden, mussten die Anteilseigner Kapital zuschießen, um die Lücke zu schließen. Die Aktionäre konnten daher mehr als ihre ursprüngliche Investition verlieren. So auch bei der CGB.

Als die Bank im Juni 1878 ihre Bilanz veröffentlichte, waren darin auf den ersten Blick keine Anzeichen einer Schieflage sichtbar. Die Bank wies ein Eigenkapital in Höhe von 1,5 Millionen Pfund aus, was 13% des Vermögens entsprach. Demnach war genügend Eigenkapital vorhanden, um eventuell auftretende Verluste auszugleichen. Im September 1878 machten jedoch Gerüchte die Runde, dass die CGB sich in ernsten Schwierigkeiten befinde. Daraufhin waren die Investoren nicht mehr bereit, die Schulden der Bank zu finanzieren. Als die CGB die anderen schottischen Banken um Liquiditätshilfe bat, bestanden diese auf einer unabhängigen Prüfung der Buchhaltung. Diese ergab, dass die CGB große Engagements gegenüber einer kleinen Anzahl schwacher Kreditnehmer hatte. Als Folge davon verweigerten die schottischen Banken die Unterstützung. Die CGB musst ihre Türen schließen((

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