Neue Symbol- und Sprachwelten im Banking – “Can you venmo me some money”

Von Ralf Keuper

Im Zuge der wachsenden Verbreitung sozialer Netzwerke verschafft sich die Medialisierung im Banking langsam aber sicher Eintritt. Medien- bzw. Messagingplattformen wie Facebook, twitter, Snapshat, WeChat oder WhatsApp führen nicht nur zu einem veränderten Kommunikationsverhalten, sondern, wie aus dem Beitrag Time and Space Perception on Media Platforms hervorgeht, auch zur Schaffung neuer Symbol- und Sprachwelten. Als Folge neuer Erfahrungen und Experimente entsteht ein anderes Zeit- und Raumverständnis. Die direkte Kommunikation untereinander wird z.T. abgelöst durch die Interaktion in virtuellen Umgebungen. Neue Symbole, neue Sprachformen entstehen.
Wie weit dieser Stilwandel bereits fortgeschritten ist, zeigt u.a. der Artikel The cheque is in the tweet. In den USA ist mittlerweile, ähnlich wie der Begriff Googeln für die Suche im Internet, das Verb venmo (von dem Bezahldienst venmo hergeleitet) in den Sprachgebrauch eingegangen: 

Can you venmo me some money? 

In der Supersymbolwirtschaft, von der Alvin Toffler bereits vor einigen Jahrzehnten sprach, gewinnt der die Oberhand, der es schafft, seinen Sprachduktus und seine Symbole in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern. Ein Grund, weshalb die neuen Herausforderer im Banking kaum von den tradierten Begriffen im Banking Gebrauch machen. 
Sie schaffen neue Symbol- und Sprachwelten, während viele Banken noch mit der Digitalisierung hadern. 
Für den Philosophen Ernst Cassirer war der Mensch vor allem ein symbolschaffendes Wesen. Fortgeführt bzw. aufgegriffen hat die Gedanken Cassirers George H. Mead in seiner Theorie des Symbolischen Interaktionismus

Bank- und Medienstil nähern sich an. 

Das Medium ist die Botschaft.

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