Von Ralf Keuper 
Das Geschäft für die Her­stel­ler von Geld­au­to­ma­ten und Kas­sen­ter­mi­nals gab in der Ver­gan­gen­heit gewiss schon mal mehr Anlass zu Freu­de; und es scheint, als wären die gol­de­nen Jah­re unwie­der­bring­lich vor­bei. Ver­ant­wort­lich dafür sind die ver­än­der­te Medi­en­nut­zung durch Tablet-PCs und Smart­pho­nes, die Ver­brei­tung mobi­ler und online-Bezahl­ver­fah­ren, die Inves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung der Ban­ken sowie haus­ge­mach­te Feh­ler bzw. Versäumnisse. 
Eine Markt­kon­so­li­die­rung wäre daher das Nächst­lie­gen­de. Bereits vor eini­gen Mona­ten kur­sier­ten Gerüch­te, dass Die­bold Win­cor Nix­dorf über­neh­men könn­te. Win­cor Nix­dorf stemmt sich mit aller Macht gegen eine Über­nah­me. Man sieht sich durch­aus in der Lage, eigen­stän­dig blei­ben zu kön­nen. Hel­fen sol­len dabei u.a. Koope­ra­tio­nen, wie die erst kürz­lich bekann­te gege­be­ne in Bra­si­li­en. Dort will der hei­mi­sche IT-Her­stel­ler Per­to die End­fer­ti­gung der Win­cor-Nix­dorf – Geld­au­to­ma­ten über­neh­men. Wei­te­re Koope­ra­tio­nen sol­len folgen.
Das Pro­blem ist nur, dass sich Bra­si­li­en der­zeit in einer erns­ten wirt­schaft­li­chen Kri­se befin­det, wie so vie­le Schwel­len­län­der (Russ­land, Chi­na und Indi­en), auf denen bis­her die Hoff­nun­gen von Win­cor Nix­dorf und ande­ren ruh­ten. In Afri­ka ist das Bezah­len mit Smart­pho­nes schon so weit ver­brei­tet, dass für ATMs kaum noch Bedarf besteht; jeden­falls wer­den die Ver­kaufs­zah­len hier nicht mehr durch die Decke gehen. Wo soll das Neu­ge­schäft herkommen?
Nun suchen alle drei ihr Heil in Soft­ware und Ser­vices. Die­ser Schwenk ist noch nicht ein­mal IBM bis­her in der gewünsch­ten Wei­se gelun­gen, obwohl man hier die Zei­chen der Zeit viel frü­her erkannt hat, als im Lager der “Kis­ten­schie­ber”. Außer­dem gibt es in dem Markt­seg­ment, das für NCR, Die­bold und Win­cor Nix­dorf in Fra­ge kommt, bereits genü­gend Mit­be­wer­ber. Sam­sung, Apple, Micro­soft , Xiao­mi und Goog­le sind durch­aus in der Lage, den Bedarf an Soft­ware und Hard­ware bei den Bezahl­ver­fah­ren und am Point of Sale sel­ber zu decken. Soll­ten wider Erwar­ten Eng­päs­se auf­tre­ten, kann Fox­conn ein­sprin­gen. Dane­ben ste­hen noch Unter­neh­men wie die chi­ne­si­sche Hai­er Group bereit. 
Das mana­ger maga­zin (Print­aus­ga­be) sieht für Win­cor Nix­dorf nur die Opti­on recht­zei­ti­ger Ver­kauf, wenn man dem Schick­sal der alten Nix­dorf Com­pu­ter AG ent­ge­hen will. 

Die Zeit wird knapp … 

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