Die US-amerikanischen (Fintech-) Startup-Ökosysteme

Von Ralf Keuper
Wenn von Startups in den USA die Rede ist, richtet sich die Aufmerksamkeit fast automatisch auf das Silicon Valley. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich in der Region zwischen San Francisco und Los Angeles ein Ökosystem aus Technologieunternehmen, Investoren, Talenten und Universitäten gebildet, das in dieser Form wohl einmalig in der Welt ist. Jedoch sind die anderen Regionen in den USA dem Silicon Valley dicht auf den Fersen, allen voran New York. Aber auch in der Provinz haben sich einige Zentren (Hubs) gebildet, die sich sehen lassen können, wie Kansas City und Boulder. Das Startup-Ecosystem in und um Boulder in Colorado hat sich in den letzten Jahren noch dynamischer entwickelt als das im Silicon Valley und in New York, wie Dane Stranger in dem Paper Path-Dependent Startup Hubs. Comparing Metropolitan Performance: High Tech and ICT Startups Density schreibt.
Bei den Fintech-Startups, aber nicht nur da, ist New York bereits auf dem besten Weg, das Silicon Valley einzuholen, wie Nick Beim in seinem lesenswerten Beitrag The Rise and Future of the New York Startup Ecosystem schildert. 
Für den rasanten Aufstieg New Yorks als Startup-Hochburg für Technologieunternehmen macht Beim u.a. die wachsende Verbreitung des Breitband-Internets wie auch das Aufkommen leistungsfähigerer Prozessoren und Speicher ab dem Jahr 2001 verantwortlich. Bis zu diesem Zeitpunkt war im Osten der USA Massachusetts mit seinem ausgeprägten Ökosystem für Kommunikationstechnologie führend. Als sich auch riesige Datenmengen problemlos über das Netz versenden und im Anschluss verarbeiten ließen, übernahm New York an der Ostküste die Führung. In New York mit seinem hohen Anteil an Branchen, die von der Verarbeitung, Darstellung und Interpretation von Informationen leben (information-centric industries) – wie die Finanz- und Werbebranche, fiel diese Entwicklung auf besonders fruchtbaren Boden. Die zunehmende Digitalisierung wird nach Ansicht von Beim dazu führen, dass New York noch dichter an das Silicon Valley als bevorzugter Standort für Startups aus dem Technologiesektor heranrückt. 
Gradmesser für die Entwicklung und Stellung eines Ökosystems sind für Beim der Betrag an Risikokapital, der dort in Startups geflossen ist und die Zahl sog. Large Exits – d.h. Startups, die für einen hohen Kaufpreis von einem Konzern übernommen wurden. 
Ein weiterer aufstrebender Standort für Fintech-Startups in den USA ist St. Louis im Bundesstaat Missouri. Dort haben vor kurzem einige Investoren, darunter der Mit-Gründer von Square, Jim McKelvey, das Startup-Programm SixThirty aufgelegt. Für St. Louis spricht die Tatsache, dass die Stadt als Hauptsitz so namhafter Institute wie US Bancorp, Edward Jones und Wells Fargo eines der größten Finanzzentren der USA außerhalb von New York ist. 

New York City Financial Start Ups

Forget Silicon Valley: Tech CEO Explains What’s So Great About New York

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