Die australische FinTech-Startup – Szene

Von Ralf Keuper
Wie ich bereits vor einigen Monaten hier geschrieben habe, halte ich den australischen Bankenmarkt für einen der weltweit interessantesten. Das findet inzwischen auch im Segment der FinTech-Startups seinen Niederschlag. 
Die wohl bekanntesten FinTech-Startups in Australien sind die Broker- bzw. Payments-Plattformen OZForex und PepperstoneFx. Für seine Bitcoin-Wallet erhielt CoinJar kürzlich die Freigabe von Apple. Nachdem Apple seine Geschäftsbedingungen für Bitcoin-Apps kürzlich gelockert hatte, steht die App des Startups bei Apple (wieder) zum Download bereit – als erste überhaupt. 
Noch im Anfangsstadium befindet sich der australische Markt für P2P – Kreditplattformen. Derzeit ist mit SocietyOne nur ein FinTech-Startup in diesem Segment unterwegs. Mit Westpac zählt eine der großen australischen Banken zum Kreis der Investoren. 
Was den Reifegrad des Startup-Ökosystems in Australien anbelangt, gehen die Meinungen, ähnlich wie in Italien, auseinander. Während die einen die Startup-Szene in Down Under auf einem guten Weg sehen, wie Bryce Keane in Starting up down under: The guide to Australia’s growing startup scene, klingen die Einschätzungen anderer Kommentatoren verhaltener,  wie die von Greg Twemiow in Australia’s unregulated tech incubator scene could be doing more than good.
An diesem durchwachsenen Stimmungsbild konnte bisher auch das von der australischen Regierung aufgelegte Programm für Startups, das mit 484 Mio. australischen Dollar ausgestattet ist, nicht viel ändern. 
Vor einigen Wochen sorgten zwei der erfolgreichsten Technologie-Unternehmer des Landes, Mike Cannon-Brookes (Co-Founder von Atlassian und Direktor von Tyro Payments) und Paul Bassat (Co-Founder von Square Peg Capital & Seek) für Aufsehen. Auf der Veranstaltung Financial Review Future Forum gaben beide ihrer Überzeugung Ausdruck, dass angesichts von 29 Mrd. australischen Dollar Gewinn, die die Banken in Australien in diesem Jahr voraussichtlich erzielen werden, für FinTech-Startups große Chance bestehen – vor allem im Bereich Zahlungsverkehr und Kreditplattformen. 
Da passt die aktuelle Analyse der australischen Macquarie Bank gut ins Bild, wonach die australischen Banken in den nächsten Jahren bis zu 30 Prozent ihrer Erträge einbüßen könnten. 

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