B2B-Banking mit Mastercard, Microsoft und OpenText

Von Ralf Keuper

Da die Banken es in den letzten zwanzig Jahren versäumt haben, Standards im B2B-Banking zu setzen oder eigene durchgängige Lösungen zu entwickeln, haben andere Akteure, wie Alibaba, diese Aufgabe gerne übernommen (Vgl. dazu: B2B-Banking ohne Banken). Insofern verwundert es nicht, wenn Mastercard, Microsoft und OpenText im B2B-Banking ebenfalls die Initiative ergreifen, wie mit Mastercard Track.


Leistungsmerkmale:

  • Eine einheitliche Zahlungsplattform auf Basis von Mastercard Track (Gemeinsame Entwicklung von Mastercard und Microsoft).
  • Erstellung eines Verzeichnisses von 200 Millionen Unternehmen (Business Identity Information).
  • Track ermöglicht die Suche nach geeigneten Geschäftspartnern und dient als sicherer digitaler Ort für das Management der Zahlungs-, Kredit- und operativen Risiken.
  • OpenText steuert u.a. sein automotive identity network, bestehend aus 200.000 Automobilzulieferern, bei.  (Im Jahr 2017 übernahm OpenText das Unternehmen Covisint, der führenden Cloudlösung für Digitale Identitäten im Internet der Dinge und der Automotive-Industrie).

Mit Track will Mastercard den Banken die Möglichkeit geben, ihr Risikomanagement sowie das Onboarding von Firmenkunden zu erleichtern. Außerdem können die Banken auf Basis von Track zusätzliche Services anbieten (Vgl. dazu: Mastercard unites nine rival B2B networks to launch global trade platform). Noch in diesem Jahr soll Track “Blockchain-ready” sein. Was das betrifft, sind Ariba und Everledger schon einen Schritt weiter (Vgl. dazu: B2B-Banking und Plattformökonomie mit Ariba).

Der Wettlauf um die Vorherrschaft bei der Finanzierung, Zahlungsabwicklung und Identifizierung im B2B-Geschäft und im Internet der Dinge ist im vollen Gang. Neben Microsoft und Mastercard sind auch Amazon, Ariba, Alibaba, Visa und demnächst womöglich auch Libra in dem Sektor aktiv. Banken sind als Gäste willkommen – nicht mehr und nicht weniger.

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