Steuereinnahmen und Steuerarten im Überblick

Von Ralf Keuper

Die Steuereinnahmen in Deutschland lagen im Jahre 2017 bei knapp 750 Mrd. EUR. Dabei fällt der größte Anteil auf die Lohn- und Einkommenssteuer, die zusammen mit der Umsatzsteuer und weiteren Steuern, die von Gewerbetreibenden gezahlt werden müssen. Insgesamt betragen die Steuereinnahmen aus dieser Kategorie knapp 540 Mrd. EUR. Dabei entfallen die größten Posten auf die Lohnsteuer mit knapp 200 Mrd. EUR und die veranlagte Einkommenssteuer mit knapp 60 Mrd. EUR. Die hohen Einnahmen resultieren einerseits aus der hohen Konjunktur, die bereits seit mehreren Jahren anhält.

Einkommenssteuer und die kalte Progression



Deutschland ist eines der Länder auf der Welt mit den höchsten Steuereinnahmen überhaupt. Der Höchstsatz liegt bei 42 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Der Einstiegssteuersatz wurde von der Regierung mit 12 Prozent festgesetzt. Mit dem Einkommen steigt der Steuersatz dann kontinuierlich an. Dies wird als kalte Progression bezeichnet. Besonders ärgerlich ist dieses Phänomen bei einigen Lohn- und Gehaltserhöhungen. Fällt der Einkommensbezieher durch die Erhöhung seines Einkommens in die nächste Steuerklasse, kann es sein, dass er netto weniger Geld bekommt. Dies liegt dann an dem höheren Steuerabzug. In der Politik wird seit geraumer Zeit über die Abschaffung der kalten Progression diskutiert, doch bislang ist noch keine Änderung der Gesetze in Kraft getreten.



Bedeutung der Gemeindesteuern



Wie es der Name bereits verrät, werden diese Steuern von den Städten und Gemeinden vereinnahmt und verwertet. In den Bereich fallen die Grundsteuern und die Gewerbesteuern. Grundsteuern werden von allen Grundstückseigentümern eingefordert. Besitzer von Häusern und Wohnungen zahlen die Steuer direkt an die Stadt oder die Gemeinde. Mieter müssen sich anteilig an dieser Steuer beteiligen. Abhängig von der Größe der Wohnung erscheint die Steuer auf der Nebenkostenabrechnung, die einmal jährlich vom Vermieter erstellt werden muss. Je größer die Wohnfläche ist, desto höher ist der Anteil des Mieters in Bezug auf die Zahlung der Grundsteuer.
Bei den Grundsteuern werden die Kategorien A und B unterschieden. In die Kategorie A fallen gewerblich genutzte Grundstücke, etwa aus den Bereichen Handwerk und Landwirtschaft. Privat genutzte Grundstücke werden in der Kategorie B besteuert. Als Grundlage für die Steuer dient ein Hebesatz, der von der Stadt oder Gemeinde festgelegt wird.


Rückständige Steuern nachzahlen



Steuernachzahlungen, die vom Finanzamt nachgefordert werden, sind in der Regel innerhalb von vier Wochen zu zahlen. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Einen Rechtsanspruch auf eine Ratenzahlung gibt es jedoch nicht. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung. Sollte eine Ratenzahlung nicht bewilligt werden, ist das Geld mit dem Ablauf eines Monats nach der Zustellung des Bescheides zu zahlen. Andernfalls kann das Finanzamt Verzugszinsen berechnen. Diese orientieren sich an der Steuerschuld und können empfindlich hoch sein. Aus diesem Grund kann ein Kredit zur Überbrückung sehr hilfreich sein. Empfehlenswert ist die Nutzung eines Finanzierungsrechners, um das günstigste Angebot zu ermitteln. Gerade bei höheren Steuerschulden, die eine längerfristige Kreditaufnahme bedingen, ist ein günstigerer Zinssatz von Vorteil, denn er wirkt sich positiv auf die monatlichen Raten aus.

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