Frank­furt ist im neu­en Glo­bal Finan­cial Cen­tres Index von Platz 15 auf Platz 29 gefal­len und hat damit die Top 20 der Finanz­zen­tren ver­las­sen. Das Han­dels­blatt spricht von einem Absturz. Die Zah­len des Berichts zeich­nen ein genaue­res Bild: Der Ver­lust ist real, sei­ne Grö­ße ergibt sich aber zu einem guten Teil aus der Dich­te des Fel­des. Eine Auf­fäl­lig­keit bleibt davon unbe­rührt, und sie soll­te nicht untergehen.


Was der Index misst

Der Glo­bal Finan­cial Cen­tres Index (GFCI) erscheint zwei­mal im Jahr. Her­aus­ge­ber sind der Lon­do­ner Think Tank Z/​Yen und das Chi­na Deve­lo­p­ment Insti­tu­te in Shen­zhen. Die 40. Aus­ga­be vom 16. Sep­tem­ber 2026 ord­net 117 Finanz­zen­tren. Grund­la­ge sind 39.531 Bewer­tun­gen von 6.147 Finanz­fach­leu­ten, die mit 144 Fak­to­ren aus öffent­li­chen Quel­len ver­knüpft wer­den; die Ein­schät­zung des eige­nen Stand­orts bleibt dabei außen vor. Der Index misst also Wahr­neh­mung und Rah­men­da­ten, kei­ne Bilanz­sum­men, Beschäf­tig­ten­zah­len oder Han­dels­vo­lu­mi­na als solche.

Frank­furt erreicht 730 Punk­te, im März waren es 734. Nach dem Brexit hat­te die Stadt im März 2021 noch Rang 9 belegt.

Ein Punkt, ein Platz

In den Rän­gen 2 bis 69 trennt zwei benach­bar­te Zen­tren jeweils genau ein Punkt. Wer in die­sem Bereich vier Punk­te ver­liert, wäh­rend die Nach­barn zule­gen, wird durch das Feld gereicht. Genau das ist gesche­hen: Der Durch­schnitt aller Zen­tren stieg um 0,8 Pro­zent, in West­eu­ro­pa um 1,28 Pro­zent. Kopen­ha­gen klet­ter­te um 19 Plät­ze (plus 29 Punk­te), Abu Dha­bi, Peking und Osa­ka rück­ten in die Top 20 auf.

Auf­schluss­reich ist, wer an Frank­furt vor­bei­zog. Paris (Rang 23) und Ams­ter­dam (Rang 26) haben die Top 20 eben­falls ver­las­sen, lie­gen aber vor Frank­furt, weil ihre Bewer­tung um sechs bezie­hungs­wei­se vier Punk­te stieg, wäh­rend Frank­furts um vier sank. Zwi­schen Rang 5 und Rang 30 ist Frank­furt das ein­zi­ge Zen­trum, des­sen Bewer­tung zurück­ging. Die vier Spit­zen­rei­ter New York, Lon­don, Hong­kong und Sin­ga­pur ver­lo­ren zwar sechs bis neun Punk­te, behiel­ten aber ihre Plät­ze. Unter den west­eu­ro­päi­schen Zen­tren der Spit­zen­grup­pe fie­len nur Lon­don und Frank­furt in der Bewer­tung zurück.

Der Rang­ver­lust West­eu­ro­pas ist also real: Nur noch vier west­eu­ro­päi­sche Zen­tren ste­hen in den Top 20, vor­her waren es sie­ben. Frank­furts Punkt­ver­lust geht dar­über hin­aus und lässt sich nicht allein mit der Bewe­gung des Fel­des erklären.

Wo Frank­furt fehlt

In kei­nem der fünf Wett­be­werbs­be­rei­che des Index – Geschäfts­um­feld, Human­ka­pi­tal, Infra­struk­tur, Finanz­sek­tor­ent­wick­lung und Repu­ta­ti­on – erscheint Frank­furt unter den ers­ten 15. Paris taucht bei der Infra­struk­tur auf Rang 12 auf, Luxem­burg beim Finanz­sek­tor auf Rang 14. Gleich­zei­tig führt der Bericht Frank­furt wei­ter­hin unter den elf „Glo­bal Lea­ders”, also unter den Stand­or­ten mit brei­tem, tie­fem Ange­bot und star­ker inter­na­tio­na­ler Vernetzung.

Im geson­dert aus­ge­wie­se­nen Fin­tech-Ran­king fiel Frank­furt um sechs Plät­ze auf Rang 45. Ber­lin liegt dort auf Rang 21 (plus neun), Mün­chen auf Rang 42 (minus sie­ben). Mün­chen ist ins­ge­samt um 15 Plät­ze auf Rang 58 gestie­gen, bleibt damit aber weit hin­ter Frank­furt. Die Fin­tech-Schwä­che teilt Frank­furt mit ande­ren eta­blier­ten Zen­tren: Paris, Luxem­burg und Ams­ter­dam ver­lo­ren dort jeweils 15 bis 17 Punkte.

Ursa­chen: Was der Bericht nicht sagt

Eine Frank­furt-spe­zi­fi­sche Erklä­rung lie­fert der Bericht nicht. Er hält aber fest, was die Befrag­ten für die nächs­ten fünf Jah­re als dring­lichs­te Auf­ga­ben von Finanz­zen­tren nen­nen: Inves­ti­tio­nen in digi­ta­le Infra­struk­tur ein­schließ­lich Cloud, Daten­an­bin­dung und Cyber­si­cher­heit, die Ansied­lung von Fin­tech- und Digi­tal-Asset-Unter­neh­men, schär­fe­re Rah­men gegen Geld­wä­sche und Finanz­kri­mi­na­li­tät sowie tie­fe­re Kapitalmärkte.

Zur Steu­er heißt es, Ver­läss­lich­keit, Ein­fach­heit und kon­se­quen­te Durch­set­zung wögen häu­fig schwe­rer als die Höhe der Sät­ze; die Steu­er allein sei sel­ten ent­schei­dend. Beim Human­ka­pi­tal sind Arbeits­markt­fle­xi­bi­li­tät, schnel­le Visa- und Arbeits­er­laub­nis­ver­fah­ren sowie Ver­bin­dun­gen zwi­schen Hoch­schu­len und Wirt­schaft wie­der­keh­ren­de The­men. Das Han­dels­blatt nennt in sei­ner Zusam­men­fas­sung Büro­kra­tie als einen Grund für den Absturz.

Dar­aus lässt sich eine vor­läu­fi­ge Les­art ablei­ten: Frank­furts Rück­stand liegt eher bei Infra­struk­tur, Ver­fah­ren und Plan­bar­keit als bei der Höhe der Steu­er­sät­ze. Als Befund ist das nicht gedeckt, denn der Bericht ord­net die Befra­gungs­the­men kei­nem ein­zel­nen Stand­ort zu. For­de­run­gen aus der Bran­che, etwa nach Steu­er­erleich­te­run­gen oder fle­xi­ble­rem Arbeits­recht, wären dar­an zu mes­sen, ob sie die­se The­men treffen.

Was der Index nicht kann

Ein Teil der 144 Fak­to­ren hat nur mit­tel­bar mit Finanz­ge­schäft zu tun. Die Lis­te ent­hält unter ande­rem die durch­schnitt­li­che Nie­der­schlags­men­ge, den Big-Mac-Index und Ver­kehrs­stau-Indi­zes. Der Rang ist damit auch ein Urteil über Lebens- und Standortumfeld.

Ein zwei­tes Mess­in­stru­ment zeich­net ein ande­res Bild: der Open Finan­cial Eco­sys­tem Index (Ofex) des Cen­ter for Finan­cial Stu­dies der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt und des Pari­ser Insti­tut Lou­is Bache­lier. Er stützt sich seit 2023 auf 53 Indi­ka­to­ren aus öffent­lich zugäng­li­chen Quel­len und sieht Frank­furt in der Aus­ga­be 2026 (vor­ge­stellt am 7. Juli) auf Rang 5. Zugleich nen­nen die Autoren Metho­dik­än­de­run­gen: Drei Steu­er­in­di­ka­to­ren wur­den durch aktu­el­le­re OECD-Daten ersetzt, die Han­dels­da­ten euro­päi­scher Plät­ze um Euron­ext-Zah­len ergänzt. Das Pri­va­te Ban­king Maga­zin merkt an, dass auch die­se Stu­die mehr Schwä­chen als Stär­ken benennt. Zwei Indi­zes, zwei Mess­wei­sen, zwei Bil­der: Wahr­neh­mung dort, öffent­li­che Daten hier.

Was auf dem Spiel steht

Hans-Peter Burg­hof, Pro­fes­sor für Bank­wirt­schaft und Finanz­dienst­leis­tun­gen an der Uni­ver­si­tät Hohen­heim, sagt im Han­dels­blatt, ein Finanz­platz sei Teil der wirt­schaft­li­chen Infra­struk­tur. Ver­lie­re er an Bedeu­tung, kön­ne der Zugang zu gro­ßen Kapi­tal­be­trä­gen schwie­ri­ger wer­den, vor allem für klei­ne­re Unter­neh­men, die weni­ger leicht auf inter­na­tio­na­le Märk­te aus­wei­chen können.

Das ist eine plau­si­ble Ein­schät­zung, aber kei­ne Mes­sung. Der GFCI sagt nichts dar­über, wie sich die Finan­zie­rungs­be­din­gun­gen deut­scher Mit­tel­ständ­ler ent­wi­ckeln; dazu bräuch­te es Kre­dit- und Kapi­tal­markt­da­ten. Der Zusam­men­hang zwi­schen Rang und Finan­zie­rungs­zu­gang bleibt vor­läu­fig eine Annahme.

Zur The­se vom wan­dern­den Gravitationszentrum

Bank­stil hat im Juni die The­se ver­tre­ten, Frank­furt sei ein abge­lei­te­ter Finanz­platz, des­sen Bedeu­tung aus der deut­schen Indus­trie, dem Euro und zuletzt dem Brexit stam­me. Die Deindus­tria­li­sie­rung Deutsch­lands und die Ver­schie­bung des wirt­schaft­li­chen Schwer­punkts nach Asi­en wirk­ten zusam­men; der Brexit habe vor allem regu­la­to­ri­sche Prä­sen­zen ohne ope­ra­ti­ve Sub­stanz gebracht. Als wahr­schein­lichs­ter Pfad galt ein schlei­chen­der Bedeu­tungs­ver­lust, und das Pro­blem betref­fe struk­tu­rell alle kon­ti­nen­tal­eu­ro­päi­schen Finanzplätze.

Der GFCI 40 lie­fert Indi­zi­en für die­se The­se, aber kei­nen Beleg. Das stärks­te Indiz ist die Zusam­men­set­zung der Spit­zen­grup­pe: Peking, Osa­ka und Abu Dha­bi rück­ten in die Top 20 auf und ersetz­ten Paris, Ams­ter­dam und Frank­furt; die Zahl der west­eu­ro­päi­schen Zen­tren in den Top 20 sank von sie­ben auf vier. Hin­zu kommt der Blick nach vorn: Unter den 15 Zen­tren, von denen die Befrag­ten in den nächs­ten zwei bis drei Jah­ren wach­sen­de Bedeu­tung erwar­ten, lie­gen fast alle im Asi­en-Pazi­fik-Raum sowie im Nahen Osten und in Afri­ka. Aus Euro­pa steht nur Lon­don auf der Lis­te, kein kon­ti­nen­tal­eu­ro­päi­scher Platz. Frank­furt fehlt außer­dem in allen fünf Wett­be­werbs­be­rei­chen unter den ers­ten 15.

Zugleich ist die Ver­drän­gung in den Top 20 weni­ger ein­deu­tig, als sie wirkt. Die kon­ti­nen­tal­eu­ro­päi­schen Plät­ze beweg­ten sich nicht nur mar­gi­nal, son­dern in bei­de Rich­tun­gen: Frank­furt fiel um 14 Plät­ze, Kopen­ha­gen stieg um 19, Mün­chen um 15, Genf um 6. Ihre Bewer­tun­gen stie­gen über­wie­gend: Paris gewann sechs Punk­te, Ams­ter­dam vier, Madrid sie­ben; nur Mai­land ver­lor sie­ben. Die Ver­schie­bung ist also rela­tiv: Euro­pa wird über­holt, nicht schlech­ter bewer­tet. Für die Fra­ge nach dem Gra­vi­ta­ti­ons­zen­trum ist das der pas­sen­de Maß­stab. Da aber zwi­schen benach­bar­ten Zen­tren nur ein Punkt liegt, erzeu­gen schon klei­ne Unter­schie­de im Zuwachs gro­ße Rang­ver­schie­bun­gen; im Durch­schnitt stieg die Bewer­tung im Asi­en-Pazi­fik-Raum um 1,48 Pro­zent, in West­eu­ro­pa um 1,28 Prozent.

Hin­zu kommt, dass der Index Wahr­neh­mung misst. 31 Pro­zent der Befrag­ten sit­zen im Asi­en-Pazi­fik-Raum, 15 Pro­zent im Nahen Osten und in Afri­ka, und zwölf der fünf­zehn Zen­tren, die von den Befrag­ten deut­lich bes­ser bewer­tet wer­den, als ihre Rah­men­da­ten erwar­ten lie­ßen, lie­gen im Asi­en-Pazi­fik-Raum. Schließ­lich blieb die Zahl der Asi­en-Pazi­fik-Zen­tren in den Top 10 mit sechs gegen­über der Vor­aus­ga­be unver­än­dert; die Ver­schie­bung spielt sich in den Rän­gen 11 bis 20 ab.

Inner­halb Deutsch­lands lässt sich dar­aus wenig ablei­ten. Mün­chen leg­te um 25 Punk­te zu, Ber­lin um sechs, Ham­burg ver­lor fünf; doch die­se Plät­ze lie­gen mit Rang 58, 45 und 84 weit hin­ter Frank­furt und beru­hen auf deut­lich weni­ger Bewer­tun­gen (Mün­chen 134, Ham­burg 125, Ber­lin 270, Frank­furt 529). Ein gemein­sa­mer deut­scher Abwärts­trend ist in die­ser Aus­ga­be nicht erkenn­bar, aber auch nicht auszuschließen.

Die im Juni genann­ten Warn­si­gna­le – Emis­si­ons­vo­lu­mi­na, IPO-Akti­vi­tät, Fonds­do­mi­zi­le, Abwan­de­rung von Fach­kräf­ten – misst der GFCI nicht unmit­tel­bar. Ob die Bin­dung an den schrump­fen­den Hei­mat­markt hin­ter Frank­furts Punkt­ver­lust steht, lässt sich aus einer ein­zel­nen Aus­ga­be des Index nicht ent­schei­den. Die The­se bleibt offen.

Was der Index nicht sieht: Die Commerzbank

Der GFCI misst Wahr­neh­mung und Rah­men­da­ten, kei­ne Ent­schei­dungs­macht. Ein Vor­gang, der in kei­nem Ran­king auf­taucht, gehört den­noch in die­se Ein­ord­nung: Die Mai­län­der UniCre­dit steht kurz davor, die Com­merz­bank zu kon­trol­lie­ren, die zweit­größ­te pri­va­te Bank Deutsch­lands mit Sitz in Frankfurt.

Nach Ablauf der wei­te­ren Annah­me­frist am 3. Juli kam UniCre­dit rech­ne­risch auf 44,37 Pro­zent der Akti­en, mit Kauf­op­tio­nen auf 47,59 Pro­zent. Der Bund, der gut zwölf Pro­zent hält, hat sein Paket nicht über­tra­gen und for­dert ver­bind­li­che Zusa­gen. Die EZB-Ban­ken­auf­sicht sieht nach Medi­en­be­rich­ten in einem vor­läu­fi­gen Papier kei­nen Grund zur Ableh­nung, ver­langt aber Auf­la­gen; eine förm­li­che Ent­schei­dung steht den Berich­ten zufol­ge noch aus und wird für Okto­ber bezie­hungs­wei­se das vier­te Quar­tal erwar­tet. UniCre­dit-Chef Andrea Orcel will danach die Kon­trol­le über­neh­men, nach Berich­ten der Finan­cial Times spä­tes­tens bis Ende Febru­ar 2027, ver­bun­den mit dem Aus­tausch aller zehn Anteils­eig­ner­ver­tre­ter im Auf­sichts­rat. Com­merz­bank-Che­fin Bet­ti­na Orlopp hat sich zuletzt gesprächs­be­reit gezeigt, doch die Posi­tio­nen etwa zu Stel­len­ab­bau und Aus­lands­ge­schäft lie­gen laut Berich­ten weit aus­ein­an­der. Eine Zusam­men­le­gung mit der Münch­ner UniCre­dit-Toch­ter Hypo­Ver­eins­bank soll frü­hes­tens in zwei bis drei Jah­ren folgen.

Für den Finanz­platz heißt das: Der Sitz blie­be Frank­furt, die Steue­rung der Bank läge mit­tel­bar in Mai­land. Wel­che Ent­schei­dun­gen über Kapi­tal, Aus­lands­ge­schäft und Beschäf­ti­gung dann am Stand­ort fal­len, ist offen. Eine vor­läu­fi­ge Les­art ist, dass Frank­furts Gewicht stär­ker von Sitz­funk­tio­nen abhängt als von eige­ner Ent­schei­dungs­macht; im Juni hat­te Bank­stil Frank­furt als abge­lei­te­ten Finanz­platz beschrieben.

Wie sich Sitz und Steue­rung tren­nen kön­nen, hat Bank­stil im Juli am Bei­spiel der Hypo­Ver­eins­bank gezeigt: Nach der Über­nah­me durch UniCre­dit 2005 blieb Mün­chen Sitz, doch Andrea Orcel über­nahm 2021 selbst den Auf­sichts­rats­vor­sitz, 2023 wur­de die Bank in eine GmbH umge­wan­delt, und die ope­ra­ti­ve Steue­rung wan­der­te nach Mai­land. Die aktu­el­le Stand­ort­de­bat­te um Frank­furt, Mün­chen und Mai­land dreht sich dem­nach vor allem um Sym­bo­le wie Fir­men­sit­ze, Auf­sichts­rats­vor­sit­ze und Adres­sen. Rom hat eine Ver­le­gung des UniCre­dit-Haupt­sit­zes nach Deutsch­land zur roten Linie erklärt, wäh­rend hes­si­sche Poli­ti­ker die Stel­lung des Finanz­plat­zes Frank­furt ver­tei­di­gen. Die Macht­fra­ge ent­schei­det sich dage­gen in der Aktio­närs­struk­tur. Ein Unter­schied zur HVB liegt in der Aus­gangs­la­ge: 2005 war die Über­nah­me unstrit­tig, 2026 trifft sie auf orga­ni­sier­ten Wider­stand von Bund, Betriebs­rat und Vor­stand. Ob Frank­furt als sicht­ba­re Kon­zern­adres­se dadurch län­ger Sub­stanz behält, als Mün­chen sie behielt, ist offen.

Der Fall zeigt außer­dem, dass sich Gewicht nicht nur nach Asi­en ver­schie­ben kann, son­dern auch inner­halb Euro­pas, hier zu einer Bank, die im ers­ten Quar­tal 2026 einen Net­to­ge­winn von 3,22 Mil­li­ar­den Euro aus­wies. Der GFCI erfasst Eigen­tums- und Kon­troll­ver­hält­nis­se nicht; ein Zusam­men­hang mit Frank­furts Punkt­ver­lust ist weder belegt noch auszuschließen.

Ein­ord­nung

Frank­furt ist nicht abge­stürzt, wie die Über­schrift nahe­legt, aber auch nicht bloß Opfer einer Ver­schie­bung im Feld. Die Rang­zahl über­zeich­net, der Rück­gang der Bewer­tung ist unter den Zen­tren der Spit­zen­grup­pe ein­zig­ar­tig, und die Grün­de lie­gen im Bericht nicht offen. Die Fra­ge, ob Infra­struk­tur, Ver­fah­ren und Plan­bar­keit tat­säch­lich der Kern sind, ist vor­läu­fig offen und lässt sich erst mit den Daten der nächs­ten Aus­ga­ben im März 2027 wei­ter prüfen.

Ralf Keu­per


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