Informationsgüter heben das Banking auf eine neue Stufe #3

Von Ralf Keuper

Momentan wird wieder einmal intensiv über die Rolle der Daten für die Wertschöpfung diskutiert, wie in The Economics and Implications of Data. An Integrated Perspective. Daten sind, darüber herrscht indes weitgehend Einigkeit, ein Wirtschaftsgut. Das führt zu der Frage, wie dieses Gut am besten bewirtschaftet werden kann und welche Rollen, Verfahren und Technologien dafür besonders gut geeignet sind. Aus diesem Grund schrieb das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Förderprojekt − Smarte Datenwirtschaft − Ein Technologiewettbewerb mit den Schwerpunkten Künstliche Intelligenz, Semantik, Souveränität aus.

Zur Zielsetzung:

Ziel dieses neuen Technologieprogramms „Smarte Datenwirtschaft“ ist es, Daten wirtschaftlich intelligent zu nutzen sowie sicher und rechtskonform zu verwerten und sie als eigenständiges Wirtschaftsgut zu behandeln. Unternehmensdaten können so möglicherweise in Zukunft sogar bilanzierbar sein. Das automatisierte Handeln mit Daten erscheint erfolgversprechend. Ein wichtiges Element dazu sind ausgewählte Verfahren der künstlichen Intelligenz (z. B. Methoden zum maschinellen Lernen) sowie Verfahren zur sicheren Nutzung von Daten in verteilten Systemen (z. B. unter Nutzung von Distributed Ledger-Technologie − DLT).

Besondere Bedeutung kommt der Wertbemessung der Daten sowie Fragen der Sicherheit und Integrität zu – Daten werden zum Produkt.

Der Wert von Daten bemisst sich durch ihren Nutzwert, Besitzwert oder den Verkaufspreis. Auch Nachhaltigkeitsaspekte der Datenbewirtschaftung im Sinne eines ökologischen Datenmanagements führen zu einem höheren Wert und letztendlich zu einer Betrachtung und Bewertung von Daten im Sinne eines Wirtschaftsguts. Damit sind auch solche Aspekte wie ein Nachweis der Datenquelle, die Sicherung der Qualität der Daten oder der Gültigkeitszeitraum verbunden. Eine zunehmende Zusicherung der Werthaltigkeit von Daten führt dazu, dass sich die wirtschaftliche Nutzung vom Verkauf von Rohdaten hin zum Angebot von Datenprodukten weiterentwickelt. Ein größerer Mehrwert entsteht. Daten werden zum Katalysator für Geschäftsprozesse oder sie werden zum Produkt selbst

Eine Chance für Genossenschaften:

Bisherige Geschäftsmodelle und Organisationsformen verändern sich, beispielsweise kann die Genossenschaft als Organisationform für die Vermarktung von Daten aus Wertschöpfungsnetzwerken in diesem Zusammenhang eine Neubelebung erfahren.

So viel ist sicher: Fragen der Attestierung bzw. Auditierung der Daten und ihrer Quellen, das Management der Daten als Produkte und Wirtschaftsgüter bringt neue Rollenmodelle mit sich. Gut möglich, dass diese Funktion künftig von entsprechenden blockchainbasierten Lösungen erledigt werden kann (Vgl. dazu: Maschinenidentitäten. Schlüssel zum Internet der Dinge (Studie)). Ebenso denkbar ist, dass sich für bankähnliche Institute, wie Datengenossenschaften, ein großes Betätigungsfeld bietet.

So weit ich recherchieren konnte, firmiert das erwähnte Förderprojekt unter PlatonaM.

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