Die kurze Geschichte der C&A Bank

Von Ralf Keuper

Im Jahr 2006 beschloss der Textilhändler C&A, der sich im Besitz der Familie Brenninkmeyer befindet, eine eigene Bank zu gründen (Vgl. dazu: C&A wird zur Bank). Zu dem Zeitpunkt war C&A bereits im Kfz-Versicherungsgeschäft aktiv. Ähnlich wie KarstadtQuelle wollte man das eigene Filialnetz und die Kontakte zu den Kunden dazu nutzen, neben Textilien auch Finanzdienstleistungen, vor allem Ratenkredite, anzubieten. Die standardisierten Finanzprodukte sollten auch über Telefon und Internet vertrieben werden. Angestrebt war die Kostenführerschaft. Von Vorteil war dabei, dass man sich über C&A relativ günstig refinanzieren konnte. Der offizielle Start der Bank fiel dann ausgerechnet in das Jahr 2007, als die Finanzkrise immer weitere Kreise zu ziehen begann.

Bereits 2009 versuchte C&A bzw. die Cofra Holding der Familie Brenninkmeyer die Bank wieder zu verkaufen, was aufgrund der damaligen Marktlage nicht zum Erfolg führte. Im Jahr 2012 begann erneut die Suche nach einem Investor (Vgl. dazu: C&A verkauft Bank). Zu dem Zeitpunkt betrug das Kreditvolumen von C&A Money laut Handelsblatt 250 Mio. Euro. Im September 2013 übernahm die zur Werhahn-Gruppe gehörende Bank11 das Kreditgeschäft von C&A Money (Vgl. dazu: C&A Bank wird zu Bank11 – Der Bank11direkt RatenkreditCOFRA Holding has sold C&A Bank to Bank11). Sowohl die C&A Bank wie auch deren Tochter, C&A Money, hörten von diesem Zeitpunkt auf zu existieren.

Damit war ein weiterer Versuch eines großen Einzelhändlers gescheitert, im großen Stil in das Reatil-Banking einzusteigen. Selbst die günstige Refinanzierung, das große Filialnetz, das sofort bereit stand, und auch nicht der direkte Kontakt zu den Kunden reichten nicht aus, um die Bank zu dem gewünschten Erfolg zu führen. Daran war sicherlich auch der – im Nachhinein betrachtete – ungünstige Zeitpunkt 2007/2008 verantwortlich.

Die Kunden waren indes mit dem Service der C&A Bank nicht unzufrieden. Das legen jedenfalls einige Erfahrungsberichte nahe.

Im Jahr 2010 verkaufte die Familie Brenninkmeyer die Banken Banco Ibi S.A. in Brasilien und Ibi Services in Mexico an die Banco Bradesco aus Brasilien.

Die Brenninkmeyers sind aber immer noch im Bankgeschäft aktiv. Das Family Office Anthos besitzt eine Vollbanklizenz (Vgl. dazu: Anthos – Family Office mit Vollbanklizenz). Der Investmentarm der Familie, Bregal, ist u.a. im Privat Equity – Markt aktiv.

Dieser Beitrag wurde unter Bankgeschichte, Banking veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.