Die Geschichte des Sparkassen-S – des berühmtesten S in Deutschland

Von Ralf Keuper

Nur wenige Logos aus der Bankenwelt haben einen ähnlichen Bekanntheitsgrad erreicht wie das Sparkassen-S. Zu den Ausnahmen zählt das Deutsche Bank – Logo von Anton Stankowski (Vgl. dazu: Deutsche Bank Logo – Anton Stankowski).

Wie Britta Weschke in ihrem informativen und lesenswerten Beitrag Das Logo schreibt, erblickte das berühmteste S der Welt (wohl eher das berühmteste in Deutschland oder im deutschsprachigen Raum) im Jahr 1938 das Licht der Welt. Sein Urheber war der Grafiker Lois Gaigg.

Bereits in den 1920er Jahren schuf Karl Schulpig im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes mit dem Hermeskopf das erste einheitliche Symbol der Sparkassenorganisation.

In den letzten Jahrzehnten ist das Sparkassen-Logo mehrfach überarbeitet worden, wie u.a. von dem berühmten Grafiker Otl Aicher, der in den 1970er Jahren das Logo modifizierte und modernisierte (Vgl. dazu: Eine einheitliche Corporate Identity). Der von Gaigg verwendete Einwurftrichter einer Spardose wurde entfernt, als einheitliche Farbe wurde rot eingeführt (Vgl. dazu: Von der Sparbüchse zu „HKS13“. Das Logo der Sparkassen im Wandel der Zeit). Bis zu dem Zeitpunkt war das Logo bei einigen Sparkassen blau oder gelb. Blaue Sparkassen S waren auch danach noch vertreten. Erst im Jahr 2004 trennte sich die Sparkasse Neukirchen-Vlyn von ihrem blauen Sparkassen-Logo (Vgl. dazu: Aus blau mach´ rot, aber die Werte der Sparkasse bleiben). Neben Neukirchen-Vlyn hielten auch die Sparkassen in Düsseldorf, Köln und Münster lange an dem blauen Sparkassen-S fest. Es sollte ein gewisses Maß an Individualität der jeweiligen Sparkasse verkörpern.

Was ihre patentierte Farbe Rot (HKS13) betrifft, versteht die Sparkassenorganisation keinen Spass. Das musste die Santander Bank vor einigen Jahren erfahren, als sie den Versuch unternahm, den Patentschutz der Farbmarke Rot aufheben zu lassen. In letzter Instanz hob der BGH die vom Bundespatentamt angeordnete Löschung des Patenschutzes auf. Seitdem dürfen die Sparkassen Markenschutz für ihr Rot beanspruchen (Vgl. dazu: Der BGH sieht rot).

Der rote Punkt über dem S symbolisiert weiterhin eine Münze, die in die Spardose bzw. das Sparkassen S fällt (Vgl. dazu: Wie die Sparkasse zu ihrem Punkt kam).

Weitere Informationen:

Die visuelle Kommunikation der Gesinnung

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